Mi., 18.09.2019

Arbeiten am Barockschloss Eringerfeld vorläufig eingestellt – Investor gesucht Sanierung ruht für ein Jahr

Die Arbeiten am Barockschloss Eringerfeld, das eine chinesische Investorin zu einem Luxushotel umbauen und denkmalgerecht sanieren will, können nicht weitergeführt werden. Zunächst soll nun ein weiterer Investor mit ins Boot geholt werden. Ein Jahr lang sollen die Arbeiten pausieren.

Die Arbeiten am Barockschloss Eringerfeld, das eine chinesische Investorin zu einem Luxushotel umbauen und denkmalgerecht sanieren will, können nicht weitergeführt werden. Zunächst soll nun ein weiterer Investor mit ins Boot geholt werden. Ein Jahr lang sollen die Arbeiten pausieren. Foto: Hans Büttner

Eringerfeld/Steinhausen (WB/eb). Was geschieht mit Schloss Eringerfeld? Nach groß angelegtem Start sind die umfangreichen Renovierungsmaßnahmen an dem Barockschloss ins Stocken geraten.

Wie berichtet, möchte eine chinesische Investorin das Gebäude zu einem First-Class-Hotel mit Wellnessbereich umbauen und zugleich denkmalgerecht sanieren lassen. Doch vor einigen Wochen wurden die Arbeiten eingestellt, Gerüchte und Befürchtungen machten die Runde.

Bei einer Konferenz vor Ort haben jetzt Vertreter der Denkmalbehörde der Stadt Geseke, der LWL-Denkmalpflege und der Bezirksregierung Arnsberg gemeinsam mit der Bauherrin das weitere Vorgehen abgesprochen. Dabei wurde deutlich: Ein Jahr lang sollen die Arbeiten zunächst ruhen.

Die Investorin, Frau Wang, informierte die Teilnehmer, dass sie im Zuge der weiteren Arbeiten am Schloss mit einem Co-Investor verhandelt. Die Einbeziehung eines Co-Investors solle eine langfristige Perspektive für die Nutzung des Schlosses sichern, betonte die chinesische Investorin. Sie berichtete, dass bereits einige Investoren Interesse gezeigt und vor Ort diverse Besichtigungen stattgefunden hätten.

Eingeplante Gelder aus China fließen nicht

Es handele sich dabei vornehmlich um deutsche Investoren, da eine Investition in denkmalgeschützte Immobilien einen interessanten Anreiz darstelle, teilte Wang mit. Sie verwies zudem darauf, dass sie mit allen Investoren die Vorgaben der bestehenden denkmalrechtlichen Genehmigung und den Erhalt des Gebäudes in den Vordergrund stelle.

Bestätigt wurde auch, dass Denkmalpflege und Bezirksregierung in der zukünftigen Kooperationen keine Probleme hinsichtlich der jetzt bestehenden Genehmigungen sähen.

Nach wie vor sei die politische Situation ursächlich für die Suche nach Investoren, erläuterte Wang. Denn ein großes Problem sei es, dass die für den Bau des Schlosses eingeplanten Gelder vom chinesischen Staat seit mehreren Monaten nicht mehr freigegeben würden. Dennoch seien bis dato zahlreiche Baumaßnahmen erledigt worden, die vor allem dem Erhalt des Gebäudes dienten.

So ist inzwischen die Nordfassade des Hauptgebäudes nahezu vollständig saniert. Die Nordseite des Daches und die Türme des Hauptgebäudes sind mit neuem Schiefer eingedeckt worden. Zahlreiche Bauteile aus Naturstein wurden bereits ersetzt oder restauriert, so vor allem die Steineinfassungen des Nordgiebels und die ins Auge fallenden Kugeln auf den Kaminen. Die neuen Innenvorfenster sind im Hauptgebäude zu 90 Prozent eingebaut. Außerdem konnten die meisten Fenster von 1870 restauriert werden.

Diebstähle auf Baustelle

»Das neue Farbspiel aus gelber Fassade und hellgrauen Fenstern nach historischen Vorbildern ist vor allem an der Gartenfassade des Hauptgebäudes gut sichtbar und beeindruckte die Konferenzteilnehmer«, sagten die Architekten Monika-Falk Huber und Franz-Josef Götte vom A-Team 3, die das Projekt fachlich betreuen.

Da es in den vergangenen Monaten zu Diebstählen gekommen war, wurde das Gebäude von der Eigentümerin inzwischen gesichert und kameraüberwacht. Vor Ort seien außerdem ständig zwei Angestellte von Frau Wang, die das Schloss überwachen und pflegen.

Die Baupause soll zunächst ein Jahr dauern. In dieser Zeit sollen die Verhandlungen mit einem potenziellen Co-Investor erfolgen. Über alle Maßnahmen werden die Genehmigungsbehörden, die Denkmalpflege und die Stadt Geseke informiert. Einig waren sich die Konferenzteilnehmer, dass bei all der aktuellen Problematik schon eine Menge geschafft wurde, was der historischen Bausubstanz zu Gute komme und der Rettung des Gebäudes zuträglich sei.

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