Do., 10.10.2019

Bürener Bauausschuss lehnt Vorhaben im Industriegebiet West ab Nein zu geplanter Sporthalle

Am Rande des Bürener Industriegebietes West möchte Investor Andreas Krieger eine Sport- und Veranstaltungshalle errichten. Weil das Gebäude aber höher geplant ist als erlaubt, lehnte der Bauausschuss das Projekt jetzt zunächst ab.

Am Rande des Bürener Industriegebietes West möchte Investor Andreas Krieger eine Sport- und Veranstaltungshalle errichten. Weil das Gebäude aber höher geplant ist als erlaubt, lehnte der Bauausschuss das Projekt jetzt zunächst ab. Foto: Hans Büttner

Büren (WB/han). Der Bürener Investor Andreas Krieger muss seine Pläne, im Industriegebiet Büren-West eine Sport- und Veranstaltungshalle zu bauen, neu überdenken. »Grundsätzlich ja, aber so nicht«, war der Tenor im Bauausschuss.

Krieger möchte am Rande des Industriegebietes und in Nachbarschaft zu dem ebenfalls von ihm gebauten Restaurant »Zarenhof« ein Gebäude errichten, das unter einem Dach eine Halle für große Sportveranstaltungen, eine Trampolinhalle und eine Kinderspielhalle ähnlich dem Paderbini-Land in Paderborn vereinen soll.

In einem vierstöckigen Anbau an die Halle soll im Erdgeschoss neben dem Kassenbereich ein kleines Café entstehen. Im Stockwerk darüber ist ein VIP-Bereich mit Blick in die darunterliegende Sporthalle geplant. Drei Räume im dritten Obergeschoss sollen Bürener Vereinen und Gruppen kostenlos zur Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Möglich wären hier etwa Tanz- oder Gymnastikkurse. Im obersten Stockwerk sollen Büros untergebracht werden.

Großveranstaltungen für Wirtschaftlichkeit

Vor allem an der geplanten Viergeschossigkeit des Gebäudes machte sich schließlich auch die Ablehnung des gemeindlichen Einvernehmens für das Vorhaben am Dienstagabend im Bauausschuss fest. Denn erlaubt sind laut Bebauungsplan im Industriegebiet maximal zwei Geschosse.

»Wir können das nicht einfach so durchwinken«, brachte Ausschussvorsitzender Peter Salmen (SPD) die vorherrschende Meinung auf den Punkt. Schließlich gebe es einen eindeutigen, von der Politik aufgestellten Bebauungsplan, der bestimmte Grenzen setze. Ähnlich sah es auch Irmgard Kurek (CDU): »Zwei Geschosse sind möglich, ein Antrag für vier liegt vor. Das ist nicht mal so eben mit einem Federstrich zu handhaben.« Wie Fachbereichsleiterin Marita Krause ergänzte, sei auch eine Nutzung für sportliche und/oder kulturelle Zwecke im Industriegebiet grundsätzlich nicht zulässig und bedürfe einer Ausnahmegenehmigung.

Ein weiteres Problem sah Reinhold Zühlke (Grüne). Wenn die Halle wirtschaftlich erfolgreich sein solle, müssten dort sicherlich Großveranstaltungen mit vielen Besuchern stattfinden, vermutete er und warf die Frage auf, wo diese Menschen denn parken sollten.

Zustimmung für das Vorhaben signalisierte dagegen Josef Zumdick (FDP): »So eine Gelegenheit bekommen wir nie wieder. Wenn das Gebäude geringfügig höher wird als erlaubt, sollte uns das egal sein.« Für ihn sei es nicht nachvollziehbar, warum die Verwaltung offenbar nach Gegenargumenten suche, um das Vorhaben nicht zu genehmigen.

Entscheidung liegt beim Kreis

Das sei keineswegs der Fall, widersprach Bürgermeister Burkhard Schwuchow. Die Stadt bemühe sich, jedem Investor gute Rahmenbedingungen zu bieten. Doch geltendes Recht müsse beachtet werden. Die Verwaltung hat nun den Auftrag erhalten, das Gespräch mit dem Investor zu suchen, um zu einer sachgerechten Lösung zu finden.

Im Gespräch mit dem WV betonte Andreas Krieger, notfalls die beiden obersten Geschosse wegfallen zu lassen, wenn anders keine Genehmigung möglich sei. Davon betroffen seien dann allerdigs auch die eigentlich für die Vereine vorgesehenen Räume.

Allerdings handele es sich bei den geplanten vier Etagen ganz klar um Staffelgeschosse. Die Entscheidung über eine Baugenehmigung liege letztlich nicht bei der Stadt, sondern beim Kreis.

In einer anderen Angelegenheit könnte dem Investor allerdings Ärger ins Haus stehen. Denn im Zusammenhang mit der Bauvoranfrage für die Sporthalle tauchte die Frage nach einer weitere Krieger-Immobilie im Industriegebiet West auf. Sie ist als Bordell oder Stundenhotel genehmigt. Offenbar, so die Kenntnis im Bauausschuss, finde dort aber kein Bordellbetrieb statt. Vielmehr werde das Gebäude schon seit längerer Zeit als Übernachtungsmöglichkeit für auswärtige Mitarbeiter heimischer Unternehmen genutzt, was auch allgemein bekannt sei. Schwuchow kündigte an, der Sache nachzugehen und Kontakt mit dem Kreis aufzunehmen. Denn eine solche Wohnnutzung sei im Industriegebiet ausdrücklich nicht gewollt und auch nie genehmigt worden.

Kommentar

Die Sport- und Veranstaltungshalle ist das zweite Vorhaben des Investors, das die Politik ablehnt. Vor Monaten sagten Rat und Ausschuss bereits eindeutig Nein zu einem von der Familie Krieger geplanten Bauprojekt, durch das zahlreiche Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Asylbewerberheims an der Schumannstraße entstanden wären.

Nun könnte sich tatsächlich der Eindruck aufdrängen, »die Stadt« habe ganz grundsätzlich Vorbehalte gegen gerade diesen einen Investor. Doch in beiden Fällen gab es eben auch ganz handfeste Gründe für die Ablehnung.

Während in Sachen Wohnungsbau an der Schumann­straße wohl kein Kompromiss mehr in Sicht ist, findet sich mit Blick auf die Sporthalle ja vielleicht doch noch eine pragmatische Lösung, mit der alle Beteiligten leben können. Denn das Argument, das auch im Ausschuss vorgebracht wurde, sticht: Hohe Gebäude gibt es im Industriegebiet bereits jetzt. Und über viele Menschen und geparkte Autos dürfte sich dort wohl kaum jemand beschweren.

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