Di., 31.12.2019

Landschaftsverband stellt 100.000 Euro zusätzlich zur Verfügung – Schulen können Kostenerstattung beantragen LWL will Fahrten zu Gedenkstätten fördern

Auch die Wewelsburg soll als Gedenkstätte von der neuen Förderung des Landschaftsverbandes für Schulklassen profitieren.

Auch die Wewelsburg soll als Gedenkstätte von der neuen Förderung des Landschaftsverbandes für Schulklassen profitieren.

Büren (WB/mba). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will künftig auch Schülerfahrten zu NS-Gedenkstätten in der Region finanziell unterstützen. Davon soll im Kreis Paderborn die Wewelsburg profitieren.

Die Fraktionen von CDU und SPD im LWL wollen 100.000 Euro zusätzliche Fördermittel für den sogenannten LWL-Mobilitätsfonds bereitstellen, wie die beiden Fraktionen mitteilten. Damit beliefe sich das Volumen des Fonds auf insgesamt 400.000 Euro. „Uns ist es wichtig, dass der Besuch von Erinnerungsorten und Gedenkstätten für Kinder und Jugend­liche bezahlbar ist“, sagen die beiden Fraktionsvorsitzenden Eva Irrgang (CDU) und Holm Stern­bacher (SPD). Die bisherige Erfolgsgeschichte solle auf die weiteren Zielorte erweitert werden.

9600 Kinder und Jugendliche

Mehr als 9600 Kinder und Jugendliche haben den Angaben zufolge zwischen April und Anfang November 2019 bereits von dem Programm des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe profitiert. In Zukunft sollen nicht nur Fahrten zu den LWL-Museen, sondern auch zu NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorten in West­falen finanziert werden. Schulklassen und Kitagruppen sollen dafür beim LWL künftig eine Erstattung der Fahrtkosten beantragen können, wenn sie zum Beispiel die Wewelsburg besuchen.

Zu den NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorten in Westfalen gehören unter anderem die Wewelsburg in Büren, das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten (Kreis Recklinghausen), die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, ein ehemaliges Polizeigefängnis in Dortmund, und die Dokumentationsstätte Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock, ein Kriegsgefangenenlager während des Zweiten Weltkrieges. Der Besuch solcher Orte sollte ein wichtiger Bestandteil der schulischen Bildung sein, sagt der LWL. Nach ersten Erfahrungen des Landschaftsverbandes habe der Mobilitätsfonds dazu beigetragen, dass die Besuche von Kindern und Jugendlichen in LWL-Museen gestiegen seien. Die Einrichtungen verzeichneten in diesem Jahr steigende Zahlen bei jungen Besuchern. Seit April dieses Jahres haben Unter-18-Jährige in den 18 Museen des Landschaftsverbandes außerdem freien Eintritt.

Auch Baumaßnahmen sollen gefördert werden

Bereits im Sommer hatte der LWL beschlossen, die westfälischen NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte ab kommenden Jahr mit 250.000 Euro pro Jahr zu unterstützen. Zusätzlich will der LWL in der Zeit von 2020 bis 2024 Bau- und Einrichtungsmaßnahmen in den Gedenkstätten mit jährlich 150.000 Euro fördern.

„Erinnerung braucht Orte. Die NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte sind mit 350.000 Besuchern pro Jahr die wichtigsten Stellen erinnerungskultureller Arbeit in der Region. Die finanzielle Situation der meisten NS-Gedenkstätten ist aber prekär. Oft stehen nicht genug Mittel für den Betrieb und vor allem für Forschung, Vermittlung und dringende Baumaßnahmen zur Verfügung”, sagt LWL-Direktor Matthias Löb. „In einer Zeit, in der der Ruf nach einem Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit laut wird und die Ausgrenzung von Menschen anderer Herkunft zunimmt, ist es dem LWL wichtig, diese Orte der historisch-politischen Bildung zu unterstützen.“

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