Di., 11.02.2020

Barockgebäude in Geseke-Eringerfeld ist für 4,9 Millionen Euro auf dem Markt Schloss zu verkaufen

Die chinesische Investorin zieht sich zurück. Das Schloss Eringerfeld steht für 4,9 Millionen Euro zum Verkauf. Deutlich darüber dürften allerdings die Summen liegen, die in die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes investiert werden müssten.

Die chinesische Investorin zieht sich zurück. Das Schloss Eringerfeld steht für 4,9 Millionen Euro zum Verkauf. Deutlich darüber dürften allerdings die Summen liegen, die in die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes investiert werden müssten.

Büren/Geseke (WB/han). Das Schloss Eringerfeld steht zum Verkauf. Für 4,9 Millionen Euro wird es im Onlineportal Immobilienscout 24 angeboten.

Eigentlich hätte das Barockschloss in dem Geseker Ortsteil vor den Toren Steinhausens im Laufe dieses Jahres als Fünf-Sterne-Luxushotel mit 50 Zimmern, Restaurant, Pool und Wellnessbereich im Gewölbekeller eröffnet werden sollen. Die chinesische Investorin Xiaorong Wang hatte das Schloss im Jahr 2013 gekauft und mit einer grundlegenden Sanierung des Gebäudes aus dem Baujahr 1670 begonnen. 20 Millionen Euro wollte sie investieren.

Doch das ist offenbar nicht mehr der Fall. Die Eigentümerin, die in Shanghai und London lebt, habe beschlossen, das Projekt „Deutschland“ nicht mehr weiter voranzutreiben, heißt es zur Erklärung in dem Immobilienportal. Das liege zum einen an Dissonanzen mit den von ihr für Eringerfeld eingesetzten Personen. Zum anderen gebe es auf einem anderen Kontinent ein Bauprojekt, das man nun vorantreiben möchte, und das alle Kräfte einfordert.

Ein Stück Kulturgut

Bereits im September vergangenen Jahres gaben Vertreter der Denkmalbehörde der Stadt Geseke, der LWL-Denkmalpflege und der Bezirksregierung Arnsberg gemeinsam mit der Bauherrin bekannt, dass die Arbeiten zunächst ein Jahr lang ruhen sollten.

Die Investorin teilte damals mit, dass sie auf der Suche nach einem Co-Finanzier sei. Es sei ein großes Problem, dass für den Bau eingeplante Mittel vom chinesischen Staat nicht mehr freigegeben würden. Auch deutsche öffentliche Mittel waren für die Sanierung des ältesten Barockschlosses in Westfalen eingeplant. Das Bürener Architekturbüro »Atrium 3« (Monika Falk-Huber und Franz-Josef Götte) hatte den Förderantrag angestoßen und die bisher erledigten Arbeiten geplant und begleitet.

Nun wird also ein neuer Eigentümer für das sanierungsbedürftige Schloss gesucht. Der, so wirbt das vermittelnde Unternehmen Strohauer Immobilien GmbH mit Sitz in Heidelberg, erhalte die Möglichkeit, mit rund 4500 Quadratmeter Schlossgeschichte und 30.000 Quadratmeter Grundstück Besitzer eines Stücks deutschen Kulturguts zu werden. Dazu gehörten das Hauptgebäude, der Ostflügel, der Westflügel, das Torhaus, eine eigene Kapelle, zwei Zugbrücken, ein Wassergraben und ein Schlosspark.

Deutschlands größtes Internat

Die Keller mit ihren alten Werksteinböden und sehr hohen Räume wären ideal als Seminar- oder Schulungsräume oder auch als Wellnessbereich zu nutzen, heißt es in der Immobilienbeschreibung. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss gebe es repräsentative Empfangs- und Wohnräume mit Dielenböden, Parkettböden, antiken Fliesen, prunkvollen Türen, holzvertäfelten Räumen, Wandmalereien, Stofftapeten, Kaminen und herrschaftlichen Treppenhäuser. Die Räume im Dachgeschoss seien eher als Nutzflächen anzusehen.

Das Schloss Eringerfeld hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die Erbauer, das Adelsgeschlecht von Hörde, bewohnte es bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. 1945 übernahmen Jesuiten das Schloss und verkauften es 1964 an die Familie Kirchner, die es mit großem finanziellen Aufwand modernisierte und im Schloss Deutschlands größtes Internat betriebt. Ende der 1980er Jahre unternahm man nochmals große Investitionen, und ein Hotelbetrieb hielt Einzug. Von 2000 bis 2005 gab es parallel dazu eine Schule für hochbegabte Kinder.

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