Sa., 15.02.2020

Schüler aus Schloß Neuhaus packen im Ringelsteiner Wald in Büren mit an „Das brauchen die Bäume“

Die Schüler der Klasse 10b mit Lehrerin Annegret Claus (5. von rechts) von der Hermann-Schmidt-Schule aus Schloß Neuhaus. Mit speziellen Baumröhren halfen sie den Forstwirten beim Pflanzen von neuen Bäumen im Ringelsteiner Wald.

Die Schüler der Klasse 10b mit Lehrerin Annegret Claus (5. von rechts) von der Hermann-Schmidt-Schule aus Schloß Neuhaus. Mit speziellen Baumröhren halfen sie den Forstwirten beim Pflanzen von neuen Bäumen im Ringelsteiner Wald. Foto: Jörn Hannemann

Von Kevin Müller

Büren-Harth (WB). Elf Schüler sowie Lehrerinnen und Betreuer der Hermann-Schmidt-Förderschule aus Schloß Neuhaus haben sich im Ringelsteiner Wald bei der Aufforstung des Waldes engagiert. Forstwirt Stephan Langen (45), der im Jugendwaldheim Ringelstein arbeitet, betreute die Klasse 10b bei der Aktion „Das brauchen die Bäume“.

Er freute sich über die „sehr engagierten Helfer, bei denen jeder seinen eigenen Möglichkeiten entsprechend mithilft“. In dem durch Borkenkäfer angeschlagenen Wald wird durch das Pflanzen von verschiedenen Baumarten das Ziel eines langfristig stabilen Mischwaldes verfolgt.

Die Schüler beschlossen die Aktion für ihre Projektwoche, nachdem sie das Jugendwaldheim bereits zuvor besucht hatten. Laut Lehrerin Annegret Claus (60) sei der Schaden am Wald dort schon sehr deutlich geworden: „Als wir die ganzen toten Bäume gesehen haben, war ich wirklich sehr schockiert.“

Vorbereitung im Unterricht

In Zusammenarbeit mit dem Jugendwaldheim wurde dann ein Termin ausgemacht, an dem die Schüler selbst aktiv im Wald mithelfen konnten. Dabei sei schon im Vorfeld im Unterricht auf das Thema eingegangen worden.

Forstwirt Stephan Langen weiß: „Der Wald verändert sich praktisch wöchentlich. Doch was in letzter Zeit durch die Borkenkäfer passiert ist, ist eklatant. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass jede Katastrophe Herausforderungen und neue Möglichkeiten mit sich bringt. Wir haben jetzt die Chance, an der Gestaltung des Waldes teilzuhaben und wollen die Entwicklung eines stabilen Mischwaldes unterstützen.“

Die Aktion mit der Hermann-Schmidt-Schule passe da perfekt. Die Schüler kämen direkt in Berührung mit dem Wald und setzten sich mit seinen Problemen auseinander. Darüber hinaus entwickelten die Kinder eine hohe Wertschätzung dem Wald gegenüber, wenn sie ihre eigenen Bäume pflanzten.

Im Ringelsteiner Wald sind es in erster Linie die Fichten, die das Erscheinungsbild des Waldes prägen. „Bis vor etwa einem Jahr hatten wir einen sehr dichten Fichtenbestand. Das liegt vor allem an der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Fichtenholz ist auch heute noch als Rohstoff sehr gefragt. Und bei all den Reparationszahlungen, die nach Kriegsende fällig waren, gab es keine wirklichen Alternativen“, erzählt Langen.

Opfer des Borkenkäfers

„Zur Absicherung gab es vor einiger Zeit schon einen Buchenvoranbau, und nachdem nun so viele Bäume dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind, konzentrieren wir uns darauf, einen möglichst diversen Mischwald an den freigewordenen Stellen zu etablieren“, erläutert der Forstwirt.

Die Schüler der Hermann-Schmidt-Schule benutzten zum Pflanzen der Setzlinge spezielle Baumröhren, die vor Wildverbiss und extremen Wetterbedingungen schützen und durch gespeicherte Wärme das Wachstum fördern sollen.

Das Jugendwaldheim in Ringelstein ist eine von insgesamt fünf Bildungseinrichtungen dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Es wird in erster Linie für die Jahrgänge der 4. bis zur etwa 8. Klasse aller Schulformen angeboten. Und es ist gefragt: Für die nächsten vier Jahre ist es schon ausgebucht.

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