Mo., 17.02.2020

Suche nach Verkehrslösungen – digitale Technik soll im ländlichen Raum helfen Wie Berufstätige auf Bus und Bahn kommen

Haben über die Zukunft der Mobilität diskutiert: (vorn, von links) Mobilitäts-Blogger Martin Randelhoff, Edith Rehmann-Decker, Landrat Manfred Müller, (hinten) Dr. Ulrich Conradi, Anne Mechels, Markus Pellmann-Janssen und Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow.

Haben über die Zukunft der Mobilität diskutiert: (vorn, von links) Mobilitäts-Blogger Martin Randelhoff, Edith Rehmann-Decker, Landrat Manfred Müller, (hinten) Dr. Ulrich Conradi, Anne Mechels, Markus Pellmann-Janssen und Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow. Foto: Ingo Schmitz

Von Ingo Schmitz

Paderborn/Büren (WB). Das Thema Mobilität ist eine der großen Zukunftsfragen. Für Paderborns Landrat Manfred Müller steht fest: „Wir müssen mehr Geld in den Öffentlichen Personennahverkehr stecken – aber es muss effektiv sein.“ Der Kreis Paderborn hat sich daher zum Ziel gesetzt, spezielle Angebote für Berufstätige zu entwickeln. Dazu könnte kurzfristig auch ein Jobticket aufgelegt werden, das auch für Arbeitgeber interessant sei.

Nicht kostenlos, aber besser

Es brauche nicht kostenlose, sondern bessere Angebote, sagte der Landrat am Samstag am Rande der Dorfentwicklungskonferenz, die für den gesamten Kreis Paderborn in Büren-Brenken stattfand. Trotzdem sei der Gewinn an Qualität nur dann zu erreichen, wenn sich die Kommunen an den Kosten beteiligten. „Wenn wir aber etwas erreichen wollen, dann müssen wir uns auf eine Zielgruppe konzentrieren. Und das sind die Berufstätigen, denn der Hauptreisezweck ist der Weg zur Arbeit und zurück“, sagte Dr. Ulrich Conradi, Kreisdirektor und Verbandsvorsteher des Nahverkehrsverbundes Paderborn/Höxter (nph).

Markus Pellmann-Janssen von der Bahn-Tochter IOKI trieb das Beispiel noch weiter auf die Spitze: Nicht die Städter, sondern die Menschen aus dem ländlichen Raum verursachten die Verkehrsprobleme in den Citys, da die Städter schon längst den ÖPNV nutzten. Nun müsse es darum gehen, Lösungen für die Landbevölkerung zu finden.

Attraktive Verbindungen

Zur Steigerung der Attraktivität von Busverbindungen sei es einerseits notwendig, die Fahrzeiten deutlich zu reduzieren. Es brauche Direktverbindungen, sagte Pellmann-Janssen. Andererseits brauche es so genannte Zubringerdienste zu den Haltestellen. Hier könnten so genannte On-Demand-Angebote die Lücke schließen, die die ÖPNV-Nutzer bequem, zuverlässig und schnell zur nächstgelegenen Haltestelle oder zum Bahnhof bringen. Und wie funktioniert On-Demand? Für die Mitfahrt im Kleinbus können sich die Nutzer per App oder Telefonanruf anmelden. Der Nutzer bekommt eine verbindliche Abfahrtszeit mitgeteilt und braucht dann nur noch wenige Meter zum Treffpunkt zu gehen. Der Service sei nicht nur bequem, sondern auch verlässlich wenn es darum gehe, den nächsten Bus oder die Bahn zu bekommen.

Ohne festen Fahrplan und Routen

Das Ganze funktioniere ohne festen Fahrplan und Routen. Und je mehr Leute im Bus säßen, je günstiger werde die Fahrt. Erprobt werden soll das System für drei Jahre ab Mitte 2021 in der Stadt Höxter und den Ortsteilen, berichtete Conradi. Kostenpunkt: 2,1 Millionen Euro, davon würden 1,6 Millionen Euro gefördert. Der Antrag werde derzeit gestellt. Erfahrungen sammelt IOKI mit dem On-Demand-Angebot in verschiedenen Städten, unter anderem auch in Paderborn mit dem Flughafen-Shuttle, der vor einem Jahr in Betrieb genommen worden ist. Der Clou dahinter sei ein intelligenter Algorithmus, der dafür sorge, dass Fahrgäste mit ähnlichen Routen zu Fahrgemeinschaften gebündelt und gemeinsam befördert würden, hieß es zur Einführung.

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