Hunderte Gläubige versammeln sich mit Autos am Flughafen Paderborn-Lippstadt
Gottesdienst ganz anders

Büren (WB/han). Hunderte Gläubige haben am Sonntagvormittag gemeinsam Gottesdienst gefeiert. Das ist in normalen Zeiten nicht weiter erwähnenswert, in Zeiten von Corona allerdings durchaus etwas Besonderes. Und besonders war dann auch der Rahmen.

Sonntag, 19.04.2020, 14:26 Uhr aktualisiert: 19.04.2020, 14:53 Uhr
Pfarrerin Almuth Reihs-Vetter und Pfarrer Peter Gede zelebrierten einen bewegenden ökumenischen Gottesdienst. Kantor Stefan Wenzel und Sängerin Carla Scharfen sorgten für die Lieder. Foto: Hanne Hagelgans
Pfarrerin Almuth Reihs-Vetter und Pfarrer Peter Gede zelebrierten einen bewegenden ökumenischen Gottesdienst. Kantor Stefan Wenzel und Sängerin Carla Scharfen sorgten für die Lieder. Foto: Hanne Hagelgans

Eingewiesen von den Mitgliedern des Oldtimerclubs Büren, stellten rund 350 Autofahrer ihre Wagen auf einem Großparkplatz am Flughafen Paderborn-Lippstadt ab.

Vor dem Quax-Hangar feierten der Leiter des katholischen Pastoralverbunds Büren, Pfarrer Peter Gede, und seine evangelische Amtskollegin Pfarrerin Almuth Reihs-Vetter gemeinsam einen bewegenden ökumenischen Gottesdienst, dem die Teilnehmer durch das geöffnete Autofenster lauschen konnten. Und auch das Mitsingen der von Kantor Stefan Wenzel und Sängerin Carla Scharfen vorgetragenen Lieder war ausdrücklich erwünscht, dazu wurden Liedzettel an die Besucher verteilt.

„Ich hatte schon damit gerechnet, dass es voll wird – aber das ist wirklich eine tolle Resonanz“, freute sich Almuth Reihs Vetter. „Überwältigend“, meinte auch Peter Gede begeistert, „die Menschen haben offenbar einen großen Nachholbedarf“.

Aus dem gesamten Kreisgebiet und auch darüber hinaus reisten die Besucher an. Lange Autoschlangen stauten sich zeitweise bis ins Dorf Ahden und halbwegs nach Tudorf zurück und erforderten von allen Beteiligten Geduld und Rücksichtnahme. 350 Autos fanden nach Angaben der Polizei schließlich einen Platz auf dem Gelände. 150 allerdings mussten abgewiesen werden, weil einfach kein Platz mehr vorhanden war.

Mit dabei sein konnten Jana (9 Jahre alt) und die achtjährige Luca-Marie aus Büren. Die beiden Mädchen hätten am Weißen Sonntag eigentlich ihre Erstkommunion gefeiert. Doch wegen des Coronavirus musste ihr großer Tag verschoben werden – wahrscheinlich bis ins nächste Jahr.

Zuerst flossen die Tränen, doch dann machten Jana und Luca-Marie einfach das Beste aus der Situation und zogen ihre prächtigen weißen Kommunionkleider eben zum Open-Air-Gottesdienst am Flughafen an. Denn schließlich wachsen Kinder, und wer weiß, ob die schönen Kleider dann im kommenden Jahr noch passen.

Am Sonntag nach Ostern, so Pfarrerin Almuth Reihs-Vetter, werde die Auferstehung und die Osterbotschaft gefeiert, „die gegen alles spricht, was wir im Moment vor Augen haben“, und die dennoch von belebender Kraft sein könne. „Corona lehrt uns, dass wir nicht alles im Griff haben“, sagte Pfarrer Peter Gede in seiner Predigt. Zugleich aber lade die Krise auch dazu ein, über sich selbst hinaus zu denken: „Sie lässt uns erahnen, dass es mehr gibt als ich sehen und fühlen kann.“

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7375914?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851064%2F
SPD macht Scholz zum Kanzlerkandidaten
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) in einer Sitzung des Deutschen Bundestages.
Nachrichten-Ticker