Unter Regie des Tambourcorps entsteht in Steinhausen ein Mehrfunktionshaus
Ein Zuhause fürs ganze Dorf

Büren-Steinhausen (WB). In Steinhausen entsteht ein Mehrfunktionshaus. Unter der Federführung des Tambourcorps wächst der Neubau in der Nähe der Schützenhalle. Doch nicht nur die Musiker, sondern viele Vereine und Gruppen sollen ihn nutzen können.

Dienstag, 18.08.2020, 11:51 Uhr aktualisiert: 18.08.2020, 11:54 Uhr
Torsten Karthaus, Rene Ortmann, Tobias Pohler, Hendrik Vollmer, Josef Kneer, Oliver Nillies, Dominik Vollmer (von vorn) packen in ihrer Freizeit tüchtig auf der Baustelle an. Unter der Federführung des Tambourcorps Steinhausen entsteht in der Nähe der Schützenhalle ein Multifunktionsgebäude. Die Musiker nutzen es zum Proben, doch auch die weiteren Vereine profitieren. Foto: Hans Büttner
Torsten Karthaus, Rene Ortmann, Tobias Pohler, Hendrik Vollmer, Josef Kneer, Oliver Nillies, Dominik Vollmer (von vorn) packen in ihrer Freizeit tüchtig auf der Baustelle an. Unter der Federführung des Tambourcorps Steinhausen entsteht in der Nähe der Schützenhalle ein Multifunktionsgebäude. Die Musiker nutzen es zum Proben, doch auch die weiteren Vereine profitieren. Foto: Hans Büttner

Die Schubkarre ist voll mit Beton, zu schwer für Oliver Nillies, um sie allein auf die Palette zu ziehen. Einen Hilferuf braucht der Erste Tambourmajor aber nicht abzusetzen. Denn einen Augenblick später ist die helfende Hand von Tobias Pohler schon zur Stelle. Sinnbildlich steht diese Szene für das, was sich seit Wochen auf der Baustelle abspielt: In einem beispielhaften Teamwork bauen die Mitglieder des Tambourcorps Steinhausen ein Haus für die ganze Dorfgemeinschaft.

Alle Vereine werden Nutznießer sein

Die KFD Frauengemeinschaft, die Theatergruppe, die Showtrommlerband Drummers & more, der Damenchor St. Antonius, die Kinder der Gesamtschule und der beiden Steinhäuser Kindergärten, die Karnevalsgruppe der Frauengemeinschaft und natürlich die Spielleute: Sie alle werden nach der Fertigstellung Nutznießer des Mehrfunktionshauses sein. Die Federführung hat das Tambourcorps Steinhausen übernommen. Die Musiker sind es, die das Projekt verwirklichen und unter ihrer Regie soll es zukünftig auch betrieben werden.

Alles begann damit, dass der Schützenverein die Schützenhalle von der Stadt übernommen hat. „Bis dahin konnten wir kostenfrei im Speiseraum proben“, schaut Tobias Pohler, Schriftführer des TC Steinhausen, zurück. Dass die Schützen Miete gefordert haben, sei vollkommen verständlich, denn schließlich müsse der Schützenverein auch seine Kosten decken, hat Pohler Verständnis. Dennoch machten sich die Musiker Gedanken über eine andere Option. Es wurden Gespräche mit der Stadt geführt, Vereine nach einer Nutzungsbeteiligung befragt, es gab eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Tambourcorps, es wurde viel überlegt und Kosten ermittelt.

Heraus kam, so Pohler, dass die Mitglieder einstimmig für einen Neubau waren und sich die Stadt bereit erklärte, ein Mehrfunktionshaus auf einem städtischen Grundstück nahe der Schützenhalle, Grundschule, Turnhalle und dem Haus der Kultur zu bauen. Das Tambourcorps erklärte sich bereit, nicht nur zentraler Pächter zu werden, sondern auch 100.000 Euro der Baukosten in Form von Eigenleistung einzubringen. Die restlichen Kosten des mit 366.000 Euro kalkulierten Baus werden durch Zuwendungen aus den Leader-Fördermaßnahmen und einen städtischen Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro gedeckt.

Richtfest wurde bereits gefeiert

Nachdem im Juni mit dem Bau begonnen wurde, konnte bereits das Richtfest gefeiert werden. „Da wir zahlreiche Handwerker in unseren Reihen haben, konnten wir bisher alle Arbeiten in Eigenleistung erbringen“, freut sich Tobias Pohler. Mehr als 1200 Arbeitsstunden wurden bisher geleistet. Dankbar sind die Musiker auch für die Unterstützung aus der Unternehmerschaft. „Es ist großartig, wie Firmen aus Büren, Geseke und Steinhausen uns ihr Equipment zur Verfügung stellen“, sagt Tobias Pohler.

Proberaum wird Herzstück

Herzstück wird der große Proberaum. Rund 100 Quadratmeter groß und vom Fußboden bis zum Dach offen, bietet er optimale Möglichkeiten. Zudem gibt es noch einen weiteren, 55 Quadratmeter großen Proberaum. Sanitär-, Neben- und Abstellräume vervollständigen das Haus. Als Schmuckstück wird in der Giebelwand des großen Proberaums ein Fenster mit dem Wappen des Tambourcorps eingebaut.

Auch an den Lärmschutz wurde gedacht. Die Wände bestehen aus 42 Zentimeter dickem Mauerwerk, die Decken erhalten einen Schallschutz und die Fenster eine Dreifachverglasung. Aktuell zählt das Tambourcorps Steinhausen 60 aktive Mitglieder und 13 Ehrenmitglieder. Das Corps wurde 1903 gegründet und ist nach eigenen Angaben der größte Spielmannszug im Stadtgebiet Büren.

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