Sander-Gruppe in Büren besteht seit 40 Jahren und will wachsen
Corona kurbelt Umsatz an

Büren (WB). Als im Frühjahr das Coronavirus binnen Tagen das ganze Land lahmlegte, gab es nicht wenige Unternehmen, die in Existenznot gerieten. Aufträge brachen von heute auf morgen weg, viele nutzten die Kurzarbeit. Ganz andere Auswirkungen dagegen hatte (und hat) die Pandemie auf die Bürener Firmengruppe Sander, die unter anderem Fenster, Türen, Fassaden und Insektenschutzgitter herstellt: Die Nachfrage wuchs, die Umsätze stiegen, für die rund 80 Mitarbeiter gab es reichlich zu tun.

Mittwoch, 16.09.2020, 06:00 Uhr
Die Bürener Firmengruppe feiert ihr 40-jähriges Bestehen und kann von den Herausforderungen der Corona-Pandemie profitieren. Geschäftsführer sind Rüdiger und Edeltraud Sander; Dennis Sander (rechts) ist Prokurist. Foto: Hanne Hagelgans
Die Bürener Firmengruppe feiert ihr 40-jähriges Bestehen und kann von den Herausforderungen der Corona-Pandemie profitieren. Geschäftsführer sind Rüdiger und Edeltraud Sander; Dennis Sander (rechts) ist Prokurist. Foto: Hanne Hagelgans

„Die Menschen können nicht in den Urlaub fahren und auch sonst weniger unternehmen – da machen sie es sich eben zu Hause schön und investieren dort“, ist die Erklärung von Geschäftsführer Rüdiger Sander (42).

Verkaufsschlager Virenschutz-Wände

Doch auch der Corona-Schutz selbst sorgt für gute Geschäfte und volle Auftragsbücher am Firmensitz im Bürener Industriegebiet West. Denn Sander fertigt auch die transparenten Virenschutz-Wände an, die mittlerweile an fast jeder Kasse im Einzelhandel zu sehen sind. Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow sei gleich zu Beginn der Pandemie mit dem Anliegen auf ihn zugekommen, solche Schutzwände anzufertigen, erzählt Rüdiger Sander. Mittlerweile hat das Unternehmen schon mehrere Rathäuser und andere öffentliche Gebäude und Schulen im Altkreis damit ausgestattet. Die Nachfrage sei heute nicht mehr so hoch wie im Frühjahr, aber nach wie vor vorhanden, berichtet Rüdiger Sander.

Er führt das Unternehmen, das in diesem Jahr 40-jähriges Bestehen feiert, gemeinsam mit seiner Mutter Edeltraud Sander; sein jüngerer Bruder Dennis übernimmt als Prokurist Verantwortung. Gegründet hat es Vater Hans-Dieter Sander in Altenbergen im Kreis Höxter. Im Jahr 1995 – Rüdiger Sander war damals 17 Jahre alt – kam sein Vater bei einem Unfall ums Leben.

Wurden in den Anfangsjahren noch Kunststofffenster hergestellt, setzt man bei Sander heute ganz auf Aluminium. Zu den Kunden zählen Bauelemente-Händler, Architekten, Baugesellschaften und Privatleute.

Zur Firmengruppe gehören die FTF Sander GmbH, die mit 40 Mitarbeitern Fenster, Türen und Fassaden aus Aluminium herstellt und vertreibt. Dabei reicht das Angebot von der klassischen Haustür bis zur Brandschutz- und Fluchttür. Rund 2500 Haustüren pro Jahr verlassen die Fertigung.

Infektionsschutzlösungen und Aludesign-Möbel

Als zweiter großer Unternehmensbereich hat sich die m&s Sprossenelemente GmbH ganz auf Insektenschutzlösungen und Vorsatzsprossen spezialisiert. Mit ebenfalls 40 Mitarbeitern werden pro Jahr etwa 75.000 Fliegengitter hergestellt. Befestigt werden sie im patentierten Easy-Verfahren, das das einfache Einhängen in den Fensterrahmen ermöglicht. In Deutschland befindet sich der Hauptmarkt des Unternehmens. Aber auch weit darüber hinaus kommen Produkte aus dem Hause Sander zum Einsatz. So sorgen etwa Fliegengitter aus Büren auch in Dubai und in der Sommerresidenz des aserbaidschanischen Präsidenten für Ungestörtheit und Hygiene.

Jüngste Tochter der Sander-Firmengruppe ist die Aludesign-Möbel-Manufaktur. Aus Aluminium werden wetterbeständige Gartenmöbel hergestellt: Liegen, Relaxliegen, Stühle, Tische und sogar Hängematten in bunten Farben und auf Wunsch auch mit eingelasertem Motiv oder Firmenlogo. „Entstanden ist die Idee eigentlich, weil wir eine vernünftige Lösung für unseren Pausenbereich im Freien gesucht haben“, erinnert sich Rüdiger Sander. Tisch und Bänke aus Alu-Elementen kamen so gut an, dass sie in Serie gingen.

Als Familienunternehmen setzt Sander auf flache Hierarchien und einen im wahrsten Sinne des Wortes gesunden Kollegenstamm: Betriebliche Gesundheitsangebote wie ein eigener Trainingsraum am Firmensitz gehören dazu. Wie vielen Betrieben macht auch Sander der Fachkräftemangel Sorgen. „Wir suchen gerne noch Verstärkung“, sagt Rüdiger Sander. Aber auch mehr Platz wird gebraucht. Um den zu schaffen, sollen schon bald die Bauarbeiten für ein weiteres Firmengebäude beginnen. Es befindet sich ebenfalls im Industriegebiet West, wenige hundert Meter neben dem Stammsitz im Westring.

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