Totes Baby: Mordkommission richtet sich in Delbrücker Polizeiwache ein
Hinweise, aber keine heiße Spur

Delbrück (WB). Nach dem Fund des toten Babys in Delbrück hat sich die Mordkommission Bielefeld in der Polizeiwache in Delbrück eingerichtet. Von der Mutter des Säuglings fehlt weiterhin jede Spur. Ein Spaziergänger hatte am Samstagvormittag in einem Dickicht hinter der alten Dreifachsporthalle des Delbrücker Schulzentrums die Leiche eines neugeborenen Mädchens gefunden.

Dienstag, 21.04.2015, 10:58 Uhr aktualisiert: 21.04.2015, 11:03 Uhr
Totes Baby: Mordkommission richtet sich in Delbrücker Polizeiwache ein : Hinweise, aber keine heiße Spur
Nachdem ein Spaziergänger eine Babyleiche in der Nähe einer Delbrücker Sporthalle gefunden hatte, sucht die Polizei weiter nach Zeugen und der Mutter des Kindes. Foto: Jörn Hannemann

Etwa zehn Hinweise seien nach dem Leichenfund bei der Polizei eingegangen, sagte Polizeisprecher Ulrich Krawinkel. Über deren Inhalt machte er keine Angaben. Angeblich kamen auch Hinweise aus anderen Bundesländern.

Beamte der Mordkommission Bielefeld unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Ralf Gelhot haben gestern nochmals den Fundort nach Spuren abgesucht. Die Polizei sucht weiterhin Zeugen, die seit dem 13. April im Umfeld des Fundortes auffällige Beobachtungen gemacht haben. Die Polizei appelliert auch an die Mutter beziehungsweise Eltern des toten Babys, sich zu melden. Die Polizei verspricht einen behutsamen Umgang mit dem Fall. Sie geht davon aus, dass sich die Mutter in einer verzweifelten Notlage befunden hat.

Die Gerichtsmedizin hatte an dem Mädchen, das vor wenigen Tagen geboren sein soll, keine Anzeichen für Gewalteinwirkung, Verletzungen oder Krankheit festgestellt. Das normal entwickelte Kind sei lebensfähig gewesen, sagte Krawinkel.

Der Fund des toten Babys hat in Delbrück große Betroffenheit ausgelöst. In den Schulen rund um das Schulzentrum sprachen Lehrer mit Schülern über die Ereignisse vom Wochenende. Ein Schulhausmeister, dem bei seinen regelmäßigen Rundgängen auf dem Schulgelände nichts aufgefallen war, ist froh, dass nicht ein Schüler das Baby gefunden hat. Am Fundort stellte ein Unbekannter eine Kerze auf und legte Blumen nieder.

»Es schockiert uns, es ist eine Katastrophe«, äußerte sich gestern der Delbrücker Bürgermeister Werner Peitz. »So was kennen wir doch sonst nur aus dem Fernseher, und das jetzt in unserer Stadt«, sagte er. Er wisse zwar nicht, in welcher Notlage die Mutter oder Eltern des Kindes gehandelt hätten, aber er könne diesen fürchterlichen Schritt nicht nachvollziehen. Es gebe doch Babyklappen oder die Möglichkeit der Adoption, um dem Kind ein Leben zu schenken.

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