So., 11.02.2018

Von wachsenden Stiften und Karnevalshassern am Marterpfahl 2100 Jecken beim Delbrücker Kinderumzug

»Die Gesamtschule reitet als Kranzreiter voran, wir nehmen jeden mit, so wie er kann.« Unter diesem Motto nahm die Gesamtschule am Kinderumzug teil und wies damit auf die Inklusion hin.

»Die Gesamtschule reitet als Kranzreiter voran, wir nehmen jeden mit, so wie er kann.« Unter diesem Motto nahm die Gesamtschule am Kinderumzug teil und wies damit auf die Inklusion hin. Foto: Besim Mazhiqi

Von Meike Oblau

Delbrück (WB). Was sich nicht alles eignet, um daraus Karnevalskostüme herzustellen! Plantschbecken, Taucherbrillen und sogar alte Ausgaben des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES für Maler-Hüte aus Zeitungspapier. Das alles gab es im Delbrücker Kinderumzug zu sehen – die Fantasie der heimischen Kindergartengruppen, Schulklassen und Karnevalsvereine kannte keine Grenzen.

Zum 46. Mal schlängelte sich der Umzug mit 2100 Teilnehmern und 14 Musikgruppen am Sonntag durch die Delbrücker Innenstadt. Die Helden der Kinder spielten dabei eine große Rolle: Die Maus und der Elefant aus »Die Sendung mit der Maus«, das Krümelmonster aus der Sesamstraße, Peter Pan und Tinkerbell, Robin Hood samt Pfeil und Bogen – sie alle tummelten sich in der gut gelaunten Narrenschar, und niemand war böse, dass die mit Plantschbecken verkleideten Zweitklässler aus der Marienschule beklagten, »auf dem Trockenen« zu sitzen. Im übertragenen Sinne freute das die Narren nämlich, nachdem das Online-Regenradar eigentlich schlechteres Wetter für den Sonntagnachmittag vorhergesagt hatte und es kurz vor dem Abmarsch vom Wiemenkamp aus tatsächlich kurz zu regnen begann. Dann aber entschied sich Petrus doch, das Spielverderber-Kostüm wieder auszuziehen.

»Spielend, spannend, überraschend«: die 2b der Johannesschule

Erstmals mit dabei waren die Kinder aus der neuen Kita Lärchennest, als Holzfäller verkleidet. Gleich zwei Schulgruppen kritisierten zu wenig Platz für den Sportunterricht in heimischen Turnhallen und wünschten sich, diesen Missstand unter anderem mit Hexenkraut und Zauberei beheben zu können. »Spielend, spannend, überraschend« war die 2b der Johannesschule am Start – als Überraschungseier. Die Älteren aus der 4c blickten schon mal auf den im Sommer anstehenden Schulwechsel, als »Ausbrecher«, das Datum ihres letzten Schultages auf dem gestreiften »Knast-Shirt«.

In die Gefangenschaft der Kleinsten

Wie aus einem kleinen Jeck ein großer Karnevalist wird, erklärten die bunten »Wachsmalstifte« aus der Kita Pusteblume mit einem Wortspiel: »Sagt der kleine Stift zum großen Stift: Wachs mal, Stift!« Und wer bei all dem närrischen Treiben immer noch keinen Gefallen am Karneval gefunden hatte, nahmen die Indianer der 3a aus der Johannesschule kurzerhand in Gefangenschaft: »Ist Karneval für dich eine Qual, kommst du an unseren Marterpfahl!« Jeglicher Fluchtversuch im jecken Delbrück völlig zwecklos.

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