Do., 29.03.2018

Subunternehmer der Deutschen Glasfaser schickt Delbrückern dubiose E-Mails Datenpanne schreckt Kunden auf

Eine Mail aus Spanien, hier in der Fotomontage zu sehen, sorgte bei Delbrücker Kunden der Deutschen Glasfaser nicht nur wegen mangelhafter Rechtschreibung für Ärger, sondern vor allem deshalb, weil mehr als 400 Mailadressen für jeden Empfänger sichtbar waren.

Eine Mail aus Spanien, hier in der Fotomontage zu sehen, sorgte bei Delbrücker Kunden der Deutschen Glasfaser nicht nur wegen mangelhafter Rechtschreibung für Ärger, sondern vor allem deshalb, weil mehr als 400 Mailadressen für jeden Empfänger sichtbar waren. Foto: Jörn Hannemann

Von Meike Oblau

Delbrück (WB). Herr Gonzáles aus der Nähe von Barcelona hat am Dienstag hunderte Delbrücker Kunden der Firma Deutsche Glasfaser verunsichert und eine immense Datenpanne verursacht: Das deutsche Telekommunikationsunternehmen hatte eine spanische Firma mit der Kundenbetreuung in Delbrück beauftragt – doch das ging mächtig schief.

Die Deutsche Glasfaser startet bekanntlich Mitte April mit der Versorgung aller Delbrücker Ortsteile mit schnellem Internet. Bei vielen Kunden sind im Vorfeld Hausbesuche nötig, um die nötigen Bau- und Installationsarbeiten zu planen. Diese Hausbesuche nun sollte ein spanischer Subunternehmer organisieren. Und Herr Gonzáles legte los.

Kunden sollten mögliche Termine für Hausbesuche nennen

Besonders Kunden aus Westenholz und Anreppen wunderten sich am Dienstag über eine aus ihrer Sicht dubios klingende Mail einer ihnen unbekannten spanischen Firma in holprigem Deutsch. »Unsere Firma wurde im Auftrag gegeben, an der Installation des Glasfaseranschlusses für Deutsche Glassfaser bei Ihnen zu Hause teilzunehmen«, teilte Herr Gonzáles mit – und schrieb sogar den Namen Deutsche Glasfaser falsch. Als Absender war eine spanische Mailadresse eines »Departamento de Ingeniería« und eine spanische Telefonnummer ohne Ländervorwahl angegeben. Die Kunden wurden aufgefordert, drei Termine zur Auswahl vorzuschlagen, an denen ein Hausbesuch möglich wäre.

Endgültig den Zorn seiner Kunden zog sich das Unternehmen aber zu, weil diese Mail gleichzeitig an fast 450 Adressaten ging und deren Daten (E-Mail-Adressen) für alle Empfänger sichtbar waren – darunter auch große Firmen und Bürgermeister Werner Peitz, der in den vergangenen Monaten massiv dafür »getrommelt« hatte, Verträge bei der Deutschen Glasfaser abzuschließen. Peitz zeigte sich im Gespräch mit dem WV entsprechend schockiert über das unprofessionelle Vorgehen: »Die Veröffentlichung sensibler Adressdaten in einer Rundmail geht gar nicht. Darüber werden wir mit der Deutschen Glasfaser auch noch hart diskutieren«, sagte der Bürgermeister.

Deutsche Glasfaser verschickt Entschuldigungs-Mails

Die Deutsche Glasfaser selbst wurde erst durch einen Anruf des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES auf die Datenpanne und die schlecht formulierte E-Mail aus Spanien aufmerksam.

In einer Stellungnahme teilte die Pressestelle mit: »Ein von Deutsche Glasfaser beauftragtes Unternehmen, die spanische Firma Insyte, hat im Ausbaugebiet Delbrück diverse Kunden fehlerhaft per E-Mail über geplante Schritte für ihren technischen Hausanschluss informiert. Diese irritierende E-Mail kam etlichen Kunden zu Recht ziemlich spanisch vor – vor allem wegen vieler Sprach-, Grammatik- und Rechtschreibfehler. Deutsche Glasfaser hat daher umgehend eingegriffen. Die Firma Insyte ist erstmalig von Deutsche Glasfaser beauftragt und wurde eingehend für die Kundenkommunikation geschult. Dazu gehören präzise Datenschutz-Vorgaben und vorformulierte Textvorlagen für die Kundenanschreiben. Offenbar ist abweichend unserer vorgegebenen Verfahren und Anweisungen gehandelt worden, das bedauern wir sehr. Wir prüfen nun, wie es zu diesem fehlerhaften E-Mail-Rundschreiben kommen konnte. Wir werden die betroffenen Kunden aufklären und uns entschuldigen.«

Am Nachmittag verschickte die Deutsche Glasfaser dann eine Entschuldigungs-Mail an ihre Kunden.

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