Do., 08.11.2018

Laienspielschar Westenholz feiert gelungene Premiere Doktor wider Willen

Nach einem Bankraub flüchtet Bert van der Sand (Markus Franz, Zweiter von rechts) in das Dorfkrankenhaus und schlüpft in die Rolle des neuen Stationsarztes. Als sich dann Kommissar Edwin Müller (links) wegen Prostataproblemen in das Krankenhaus einweisen lässt, fühlt sich der falsche Doc in die Ecke gedrängt. Hauptschwester Gerda (Sonja Müller, Zweite von links) und dem von der Modelleisenbahn angefahrenen Chris (Volker Mathiasch, rechts) kommt das Verhalten merkwürdig vor.

Nach einem Bankraub flüchtet Bert van der Sand (Markus Franz, Zweiter von rechts) in das Dorfkrankenhaus und schlüpft in die Rolle des neuen Stationsarztes. Als sich dann Kommissar Edwin Müller (links) wegen Prostataproblemen in das Krankenhaus einweisen lässt, fühlt sich der falsche Doc in die Ecke gedrängt. Hauptschwester Gerda (Sonja Müller, Zweite von links) und dem von der Modelleisenbahn angefahrenen Chris (Volker Mathiasch, rechts) kommt das Verhalten merkwürdig vor. Foto: Axel Langer

Delbrück (WB/al). Witzige Dialoge, ungewöhnliche Charaktere, überraschende Wendungen und überzeugende Darsteller – so könnte man in dieser Spielzeit die Aufführung von »Doktor wider Willen« der Laienspielschar Westenholz auf den Punkt bringen. Dabei läuft das Ensemble zur Höchstform auf.

In dem Dreiakter von Karl Slotboom dreht sich alles um Bankräuber Bert van der Sand (Markus Franz). Nach einem Bankraub befindet er sich auf der Flucht, stürmt in ein Krankenhaus, schlüpft in einen weißen Kittel und wird prompt von Hauptschwester Gerda (Sonja Müller) für den neuen Stationsarzt, Doktor van Vliet, gehalten. Da vor dem kleinen Dorfkrankenhaus reichlich Polizei nach dem wie vom Erdboden verschluckten Bankräuber sucht, spielt van der Sand mit. Wohl ist ihm dabei nicht. »Ich wollte ja gar nicht und bin selber Opfer«, gesteht er der Aushilfe Maike (Sabrina Howe), die van der Sand aufgrund seiner merkwürdigen Diagnosemethoden enttarnt, aber ihr Wissen für sich behält. Sie hofft ihr Wissen gewinnbringend einsetzen zu können.

Weitere Termine

Noch vier Mal versucht sich Bankräuber Bert van der Sand auf der Bühne im Haus Lütkewitte als Doktor van Vliet. Der Vorhang öffnet sich am Sonntag, 11. November, ab 16 Uhr, Sonntag, 18. November, ab 16 Uhr, Samstag, 24. November, ab 20 Uhr sowie letztmalig am Sonntag, 25. November, um 16 Uhr. Im Vorfeld der Sonntagsvorstellungen öffnet jeweils ab 14.30 Uhr das Theatercafé.

Schwerverletzte Patienten wie Hypochonder Chris (Volker Mathiasch) werden aus dem Krankenhaus entlassen – aus heiterem Himmel. Andere Patienten, wie Kommissar Edwin (Martin Schulte), werden erst gar nicht zum Stationsarzt vorgelassen und bekommen stattdessen eine Narkose verordnet. »Vollnarkose, die stärkste, die wie haben«, ordnet der vermeintliche Stationsarzt an, fürchtet er doch, dass die Polizei ihn entdecken könnte. Dafür kümmert sich der Stationsarzt lieber um die hochschwangere Anni (Mareike Horst), die er stundenlang untersucht.

»Och, keine Sorge, wird gehen sehr sorgsam mit unserer Patienten um, nach jeder Untersuchung gucken wir, ob noch alles da ist«, rüpelt Maike herum. »Dies ist ein komisches Krankenhaus«, entgegnet Edwin Müller. »Gerade erst drin und schon beschweren?«, motzt Maike zurück.

Schwuler Pfleger als Seele des Krankenhauses

Für turbulente und durchaus liebenswerte Szenen sorgt auch Pfleger Bob (Simon Jakobi). Bei seiner Premiere spielt Simon Jakobi die schwierige Rolle absolut überzeugend. Der schwule Pfleger ist die Seele des Krankenhauses und kümmert sich um große und kleine Probleme, wie beispielsweise um Nonne Petronella (Iris Rennemeier). Der naiven Nonne lösen ein paar Tropfen Hochprozentiges die Zunge. »Hast du eigentlich eine Frau?«, wird sie mutig und fragt Bob, der völlig entsetzt, aber glaubwürdig antwortet: »Ihhhh, so was Ekelhaftes! Nein!«

Unter der Regie von Gerard Brouwer-Dirksmeier und Gisela Tölle-Hillemeier entwickelt sich ein echtes Theatervergnügen. Das Publikum in der fast ausverkauften Premiere ging begeistert mit. Szenenapplaus und so mancher Lacher begleiteten die Aufführung. Immer wieder sorgten unerwartete Wendungen für Schmunzeln im Publikum. »Die Darsteller schlüpfen in die Charaktere, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Wirklich sehenswert«, urteilte eine Premierenbesucherin.

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