Delbrücker Eltern kämpfen für eine neue Realschule
Initiative schaltet Anwalt ein

Delbrück (WB/spi). Die Elterninitiative »Eine Realschule für Delbrück« sieht nach Worten ihrer Sprecherin Katja Krämer die Neugründung einer städtischen Realschule »sehr wohl als möglich« an. Um diese Auffassung, die die Initiative aus dem Schulgesetz NRW ableitet, untermauern zu lassen, wollen die Fürsprecher einer Realschule jetzt einen Fachanwalt aus dem Verwaltungsrecht einschalten.

Donnerstag, 29.11.2018, 07:30 Uhr
Im Betrieb von Uwe Erkelenz (links) trafen sich Vertreter der Elterninitiative »Eine Realschule für Delbrück« mit heimischen Unternehmern. Dabei ging es auch um das Thema Fachkräftemangel im handwerklichen Bereich. Foto: Jürgen Spies
Im Betrieb von Uwe Erkelenz (links) trafen sich Vertreter der Elterninitiative »Eine Realschule für Delbrück« mit heimischen Unternehmern. Dabei ging es auch um das Thema Fachkräftemangel im handwerklichen Bereich.

Das wurde am Dienstagabend bei einem Treffen der Initiative mit einer Reihe von Vertretern heimischer Wirtschaftsbetriebe in den Räumlichkeiten des Unternehmens »Erkelenz Glas« in Westenholz bekannt. Außerdem kündigte die Initiative an, voraussichtlich im Frühjahr einen Informationsabend mit Experten – Juristen und Pädagogen – in Delbrück zu veranstalten. Martin Müller, neben Sascha Zavoral ein weiterer Sprecher der Initiative, sagte, Ziel sei es an diesem Abend, dass Fachleute zur Situation in der Schullandschaft »Stellung beziehen und Möglichkeiten und Chancen für die Neugründung einer Realschule in Delbrück aufzeigen«.

Elternbefragung im vergangenen Herbst

Zur Erinnerung: Im Herbst vergangenen Jahres hatte es im Delbrücker Land eine Elternbefragung gegeben, in der sich zahlreiche Eltern recht deutlich für eine Realschule zur Ergänzung des bestehenden Schulangebotes (Gymnasium, Gesamtschule) ausgesprochen hatten.

Katja Krämer: »Wir möchten, dass Rat und Verwaltung die Ergebnisse der Befragung endlich berücksichtigen. Der jetzt eingeleitete Schulterschluss mit der heimischen Wirtschaft, das Einschalten eines Fachanwaltes und der Infoabend dienen dazu, in dieser Angelegenheit den ›Ball in der Luft‹ zu halten sowie Rat und Verwaltung zu verdeutlichen, dass hinter unserer Forderung mehrere hundert Eltern stehen und eben nicht nur eine Handvoll. Der Elternwille ist laut Schulgesetz bei der Feststellung des Bedürfnisses zu berücksichtigen.«

Rat müsste erste Schritte einleiten

Es sei zunächst die Aufgabe des Schul- und Kulturausschusses und des Rates der Stadt Delbrück, die entsprechenden rechtlichen Schritte auf den Weg zu bringen; erst dann könne die Bezirksregierung aufgrund der aktuellen Gegebenheiten erneut prüfen. »Das geht – wenn man will. Wenn man den erkennbaren und schon einmal belegten Wunsch vieler Eltern nach einem Alternativangebot nicht nur zur Kenntnis nimmt, sondern auch den nächsten Schritt macht«, ergänzte Martin Müller. Katja Krämer drückte es forscher aus: »Wir haben noch eine Patrone im Magazin.«

Einige der anwesenden Eltern wiesen darauf hin, dass sie sich für ihre Kinder eine Schule im Halbtagesbetrieb wünschen; ein überschaubares System und »ausdrücklich keine Mammutschule«. Eine dritte weiterführende Schule im Raum Delbrück würde aufgrund der hohen Schülerzahl insgesamt, etwa 320 pro Jahrgang, die bestehenden Schulen »keinesfalls gefährden«.

Unternehmer unterstützen Initiative

Verschiedene heimische Unternehmer, darunter Fritz-Wilhelm Pahl, Uwe Erkelenz, Bernfried Hansel, Thomas Austerjost, Andreas Böckmann, Christoph Lübbers sowie Christine Gertkämper, bedauerten am Dienstagabend unisono den Wegfall klassischer Schulformen wie Hauptschule und Realschule.

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