Do., 21.03.2019

Bekannter Möbelhersteller meldet Insolvenz an – 34 Mitarbeiter bangen um Arbeitsplätze Flötotto in Schieflage

Die Flötotto-Verwaltung in Varensell: Ob das Unternehmen eine Zukunft hat, ist derzeit ungewiss.

Die Flötotto-Verwaltung in Varensell: Ob das Unternehmen eine Zukunft hat, ist derzeit ungewiss. Foto: Wolfgang Wotke

Gütersloh/Rietberg/Delbrück (WB). Flöt­otto zählt zu den bekanntesten deutschen Möbelmarken. Nachdem der Möbelhersteller in den 2000er Jahren mehrfach in Turbulenzen geraten war, wagten Frederik Flötotto und sein Vater Elmar Flötotto vor rund zehn Jahren den Neuanfang. Nun hat es auch das Nachfolgeunternehmen erwischt. Die Flötotto Systemmöbel GmbH musste Insolvenz anmelden. Davon betroffen sind 34 Mitarbeiter.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht den Verler Rechtsanwalt Dr. Norbert Küpper bestellt. In der Flötotto-Hauptverwaltung an der Hauptstraße in Rietberg-Varensell hat der Insolvenzexperte am Mittwochmorgen erste Gespräche geführt und Akten gesichtet. Zu den Zukunftsaussuchten wollte Dr. Küpper noch keine Angaben machen.

»Wir stehen ganz am Anfang des Verfahrens. Vielleicht kann man in zwei bis drei Wochen Näheres sagen«, erklärte er im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Eine Mitarbeiterversammlung wird voraussichtlich am kommenden Montag stattfinden.

Aufträge bleiben hinter den Erwartungen zurück

Die Produktion der Flötotto Systemmöbel GmbH befindet sich in Delbrück-Westenholz. Verschwisterte Unternehmen sind die Authentics GmbH (Alltagsgegenstände) und die Soft Seating GmbH (Sitzsäcke). Sie sind nach Angaben von Dr. Küpper von der Insolvenz nicht betroffen.

Die Elmar Flötotto Holding hatte die Produkt- und Markenrechte im Jahr 2007 erworben. Unter dem Holding-Dach agiert sei 2008 auch die Flötotto Systemmöbel GmbH. Der Neustart gelang. Im Jahr 2013 vermeldeten Geschäftsführer Frederik Flötotto und sein Vater Elmar ein Umsatzwachstum von 30 Prozent. Stolz verwiesen sie damals auf den neuen Flötotto-Stuhl »Pro«, der wie der legendäre Flötotto-Schalensitz immer häufiger von Schulen geordert werde.

In den Folgejahren wurde das Geschäft offenbar schwieriger. Die letzte im Bundesanzeiger einsehbare Bilanz stammt aus dem Jahr 2017. Sie weist einen Verlust und einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Zur aktuellen Geschäftslage erklärt Dr. Küpper nach dem ersten Aktenstudium, dass die Aufträge im Objektgeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

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