Mi., 17.04.2019

Eigenmarke Kikok des Unternehmens Borgmeier steht für gehobene Ansprüche »Ein Hähnchen, das wie früher schmeckt«

Die Brüder Werner Borgmeier und Heiner Borgmeier (von links) leiten als Geschäftsführer den Familienbetrieb H. Borgmeier GmbH & Co. KG und werden unterstützt von Manuel Eickelbaum (Teamleiter Verkauf) sowie Sebastian Borgmeier (Assistent der Geschäftsführung).

Die Brüder Werner Borgmeier und Heiner Borgmeier (von links) leiten als Geschäftsführer den Familienbetrieb H. Borgmeier GmbH & Co. KG und werden unterstützt von Manuel Eickelbaum (Teamleiter Verkauf) sowie Sebastian Borgmeier (Assistent der Geschäftsführung). Foto: Duefelsik

Delbrück (WB/spi). Hähnchenfleisch ist bei den Deutschen beliebt wie nie zuvor. 13,8 Kilogramm verzehrt jeder pro Jahr – das sind nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung rund vier Kilogramm mehr als noch vor 20 Jahren. Und das, obwohl der Fleischkonsum in Deutschland eigentlich zurückgeht. In der Branche und bei den Verbrauchern genießen Frischgefügelprodukte des Familienunternehmens Borgmeier aus Delbrück-Schöning einen ausgezeichneten Ruf.

Rund 400 Mitarbeiter beschäftigt die H. Borgmeier GmbH & Co. KG aktuell. Das bekannteste ihrer Produkte ist das Maishähnchen der Eigenmarke Kikok.

Vor 25 Jahren waren sich die Brüder Heiner und Werner Borgmeier als Geschäftsführer einig: »Lasst uns ein Hähnchen auf den Markt bringen, das wie früher schmeckt. Saftig, aromatisch, einfach lecker!« Aus der Idee, zum immer schneller wachsenden Hähnchen eine Alternative zu schaffen, wurde eine Erfolgsgeschichte: Ein traditionell mit Getreide gefüttertes Hähnchen, das mehr Zeit zum Wachsen hat und dadurch den typischen Hähnchengeschmack entwickeln kann. 1994 wurde mit einer Brüterei, verschiedenen Aufzuchtbetrieben, dem Hause Borgmeier, der damaligen CMA, dem Land NRW und der Landwirtschaftskammer schließlich dieses Markenhähnchen entwickelt.

Spezielle Futtermischung

Der besondere Geschmack des Kikoks wird durch eine spezielle Futtermischung erzielt, wodurch die Hähnchen langsamer wachsen. Das Kikok-Fleisch hat eine festere Konsistenz und einen intensiveren Geschmack. Dieses wird auch durch mehr Bewegungsfreiheit für die Hähnchen erreicht, die im Stall frei laufen können.

»Im Vergleich zu den konventionellen Hähnchen leben die Kikok-Hähnchen auch etwa zwei Wochen länger«. berichten Werner und Heiner Borgmeier.

Aufgezogen werden Kikok-Hähnchen überwiegend in der heimischen Region in etwa 20 Betrieben der Kikok-Erzeugergemeinschaft. Das eingesetzte Sojaschrot und der Mais stammen aus nicht gen­manipuliertem Anbau. Ihre gelbe Hautfarbe bekommen die Hähnchen durch das Carotin aus dem Mais, aus dem das Futter zu mindestens 50 Prozent besteht. Die Maishähnchen wachsen ohne Antibiotika auf. Verschiedene Aspekte sind also der Grund dafür, dass Kikok-Hähnchen aus dem Haus Borgmeier teurer sind als anderes Frischgeflügel.

Die Frage, ob Kikok-Hähnchen Bio-Hähnchen sind, beantwortet Borgmeier indes mit Nein. Laut Firmenangaben werden Kikok-Hähnchen nach den Kikok-Regeln aufgezogen, die sich von denen für konventionelle Hähnchen unterscheiden. Sie fallen nicht unter die Bio-Norm, weil das Futter nicht aus ökologischem Anbau kommt und die Betriebe keine Bio-Betriebe sind.

Ein weiter Blick zurück

Alles begann im Jahre 1903, als Heinrich Borgmeier, der Großvater der heutigen Firmeninhaber, in Schöning Gebäude und Ackerland kaufte und den Firmengrundstein legte. Der Gründer setzte schon Anfang des 20. Jahrhunderts auf das, was man heute Direktvermarktung nennt: Oft stieg er mit vollgepackter Kiepe in den Zug nach Dortmund, um sein westfälisches Qualitätsgeflügel direkt an den Haustüren zu verkaufen. 1948 übernahm Sohn Heinrich den kleinen landwirtschaftlichen Betrieb von den Eltern. Konsequent entwickelte er das ländlich geprägte Familienunternehmen zu einem mittelständischen Spezialisten für Geflügelschlachtung und -verarbeitung. 1958 errichtete das Unternehmen sein erstes Schlachtgebäude mit Kühleinrichtungen, denn schon zu dieser Zeit verarbeitete das Unternehmen Borgmeier manuell wöchentlich bis zu tausend Tiere. Weitere, umfangreiche Investitionen vergrößerten die Kapazitäten kontinuierlich.

Expandierendes Unternehmen

Seit den 80er-Jahren liegt die Verantwortung für das Unternehmen in den Händen der Söhne Heiner und Werner Borgmeier. Ganz der Tradition von Vater und Großvater verpflichtet, entwickeln sie den Frischgeflügel-Spezialbetrieb weiter gemäß den eigenen Leitlinien, Tierwohl, Qualität, Nachhaltigkeit und die Ansprüche von Kunden und Endverbrauchern an Geflügelfleisch miteinander zu verknüpfen.

Das expandierende Unternehmen Borgmeier investiert sukzessive in moderne, effiziente Anlagen zur Verarbeitung von Geflügel, um die Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu verbessern sowie Energie und Wasser einzusparen. Mittlerweile schlachtet, zerlegt und verarbeitet Borgmeier mehrere hunderttausend Tiere pro Woche.

Namenskombination aus Kikeriki und Coq

Hähnchen, Hühner, Gänse, Puten, Flugenten, Geflügelwurst, französische Geflügelspezialitäten und vieles anderes mehr sind Schwerpunkte im Sortiment der Firma Borgmeier.

Kikok ist übrigens ein Phantasiename, eine Kombination aus dem »Kikeriki« eines vitalen Hahnes und dem »Coq« eines fleischigen Feinschmeckerhähnchens aus Frankreich.

Borgmeier wendet zur Betäubung und Schlachtung ein neues, fünfstufiges Verfahren an: Es wirkt in den ersten drei Stufen mit einem geringen, langsam steigenden CO2-Gehalt, der die Tiere einschlafen lässt, ehe die geschlachtet werden.

Borgmeier bildet im Betrieb Fachkräfte für Lebensmitteltechnik sowie ferner Mechatroniker aus. Aktuell werden zum 1. August 2019 noch Auszubildene gesucht.

Der firmeneigene Fuhrpark umfasst gut 20 System-LKW für den Antransport der lebenden Tiere und den Abtransport der gekühlten Frischware.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6548502?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851065%2F