Fr., 17.05.2019

Wolfgang Bosbach spricht auf Einladung der Senioren Union in Delbrück »Europa muss stark und stabil bleiben«

Wolfgang Bosbach (3. von rechts) hielt am Freitagnachmittag auf Einladung der Senioren Union Delbrück einen Vortrag im Hotel Waldkrug. Den prominenten Gast begrüßten (von rechts) SU-Vorsitzender Günter Knoche, Bürgermeister Werner Peitz sowie (von links) SU-Kreis- und Bezirksvorsitzender Peter Fröhlingsdorf, CDU-Kreisvorsitzender Christoph Rüther sowie die CDU-Kandidatin in Ostwestfalen-Lippe für das Europäische Parlament, Birgit Ernst, die einen Kurzvortrag hielt.

Wolfgang Bosbach (3. von rechts) hielt am Freitagnachmittag auf Einladung der Senioren Union Delbrück einen Vortrag im Hotel Waldkrug. Den prominenten Gast begrüßten (von rechts) SU-Vorsitzender Günter Knoche, Bürgermeister Werner Peitz sowie (von links) SU-Kreis- und Bezirksvorsitzender Peter Fröhlingsdorf, CDU-Kreisvorsitzender Christoph Rüther sowie die CDU-Kandidatin in Ostwestfalen-Lippe für das Europäische Parlament, Birgit Ernst, die einen Kurzvortrag hielt.

Von Jürgen Spies

Delbrück (WB). Sein Bekanntheitsgrad ist so groß, dass man meinen könnte, Wolfgang Bosbach sei mindestens 20 Jahre lang Minister gewesen oder gar Bundestagspräsident. Doch nichts von alldem. Bosbach war »nur« 23 Jahre lang Bundestagsabgeordneter. Warum der 66-Jährige dennoch eine derart populäre Persönlichkeit in Deutschland ist, erlebten am Freitag die Besucher einer Veranstaltung der Senioren Union Delbrück direkt und hautnah.

»Das hätten Sie nicht gedacht, was? Ein Rheinländer, der pünktlich ist«. Mit diesem ersten Satz und einem Augenzwinkern stellte sich Wolfgang Bosbach im nahezu voll besetzten Saal des Hotels Waldkrug ans Rednerpult. Ehe er etwa 80 Minuten lang im Plauderton seinen Vortrag hielt, dabei einen weiten politischen Bogen spannte und einen Schwerpunkt auf die bevorstehende Europawahl legte, war es dem Familienvater aus Bergisch Gladbach ein Anliegen, der Senioren Union Delbrück und namentlich dem SU-Vorsitzenden Günter Knoche Anerkennung für die Organisation des Nachmittages auszusprechen.

Graben zwischen Wählern und Gewählten

Bosbach hat die offenbar angeborene Gabe, Seriosität und Ernsthaftigkeit einerseits sowie Lockerheit und Humor andererseits so authentisch verschmelzen zu lassen, dass man ihm gern zuhört. Und: Er spricht verständlich und Klartext obendrein. »Jeder, der heute hier in den Saal gekommen ist, widerlegt die These der Politikverdrossenheit. Es ist leider so, dass der Graben zwischen Wählern und Gewählten über die Jahre hinweg breiter geworden ist, so dass man heute vielmehr von einem hohen Maß an Politikerverdrossenheit spricht«, sagte Bosbach.

Etwa 30 Prozent der Bundesbürger seien einer jüngeren Umfrage zufolge »an Politik interessiert«, vielfach sogar »sehr interessiert«, bemerkte der ehemalige Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, der von seinen Zuhörern in Delbrück wissen wollte, wie hoch wohl der Prozentsatz derer in Deutschland sei, die einer politischen Partei angehören. Die Antwort wusste niemand. »Es sind gerade mal 1,8 Prozent«, erläuterte Wolfgang Bosbach. Dabei sei Deutschland ein »tolles Land, für das es sich lohnt, zu arbeiten.«

Bosbach bedauert es, dass auch im Jahr 2019 noch immer von »neuen und alten« Bundesländern die Rede sei, von Wessis und Ossis. Damit sollte 30 Jahre nach der Wiedervereinigung endlich Schluss sein. Es sei überfällig, die Einheit auch gedanklich zu voll­enden.

Wenige Tage vor der Europawahl sagte Bosbach, ein stabiles Deutschland sei wichtig für die Stabilität Europas. Es sei dabei kein Widerspruch, ein guter Europäer und gleichzeitig ein überzeugter Patriot zu sein. Gesunder Patriotismus sei Vaterlandsliebe – und das sei eben etwas anderes als Nationalismus.

Europa dürfe sich »nicht aus­einanderdividieren lassen« und müsse »eine relevante Größe in der Welt bleiben«, warb der prominente Gast dafür, am 26. Mai zur Wahl zu gehen.

Zur Flüchtlingspolitik unter Bundeskanzlerin Merkel hatte Bosbach schon vor Jahren kritisch Stellung bezogen. Eine seiner Kernaussagen wiederholte er am Freitag im Waldkrug. Wer wirklich schutzbedürftig sei, werde in Deutschland Schutz bekommen. Wer hier aber herkomme, müsse sich daran halten, dass »für alle die gleiche Rechts- und Werteordnung maßgebend ist.«

Sorge bereitet Bosbach ferner, dass in Deutschland mittlerweile etwa 30.000 Islamisten leben und dass – etwa durch Clans – in Ballungsgebieten, etwa im Ruhrgebiet, eine Art Paralleljustiz entstanden sei. Dies dürfe nicht geduldet werden.

 

 

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