Di., 21.05.2019

Dachstuhlbrand in Delbrücker Pfarrkirche entpuppt sich als Fehlalarm Wassersauger und Tauchpumpen nach Starkregen im Dauereinsatz

Unter Wasser: Delbrücks Innenstadt war besonders betroffen.

Unter Wasser: Delbrücks Innenstadt war besonders betroffen. Foto: Axel Langer

Von Axel Langer

Delbrück (WB). Gegen 20.30 Uhr entlud sich über Delbrück ein heftiges Gewitter mit Starkregen. Binnen weniger Minuten fielen über 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das Wasser drang in Keller ein, Gullideckel wurden hochgedrückt, Verkaufsräume unter Wasser gesetzt und ganze Straßen überflutet.

»Das sah aus wie eine Seenlandschaft. Der Straßenverlauf war kaum zu erkennen«, bereichtet einer der Delbrücker Feuerwehrmänner von seiner Anfahrt zum Gerätehaus.

Gegen 21 Uhr heulte dann die Sirene, Anrufer meldeten der Leitstelle einen Dachstuhlbrand der St.-Johannes-Baptist-Pfarrkirche mitten in Delbrück. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an und kontrolliert den Kirchturm von innen und außen gründlich. Es wurde eine Blitzschlag vermutet. Allerdings wurde kein Feuer entdeckt. »Vermutlich haben Hagel, Starkregen, Blitze und Beleuchtung es nach einer Rauchentwicklung aussehen lassen. Glücklicherweise brennt es nicht«, sagte der stellvertretende Wehrführer Johannes Appelbaum an der Einsatzstelle.

Unterdessen liefen im Feuerwehrgerätehaus fast im Sekundentakt die Einsatzstellen ein. Ein örtliche Leitstelle wurde eingerichtet und Feuerwehrleute aller Löschzüge waren im Einsatz um die etwa 60 Einsatzstellen (Stand: 23.30 Uhr) abzuarbeiten. Fast überall war Wasser in Wohn- und Geschäftshäuser eingedrungen. Wassersauger und Tauchpumpen waren im Dauereinsatz um das Niederschlagswasser zu beseitigen.

Besonders stark betroffen war der nordöstliche Bereich von Delbrück-Mitte sowie die Innenstadt. Am Ellimarkt wurden mehere Gullideckel ausgehoben, das Wasser schoss hier fontänenartig aus den Gullis. Die Baustelle am »Alten Markt« stand zwischenzeitlich unter Wasser. Besonders betroffen war in der Nacht die Niederlassung der Volksbank Paderborn. Das Erdgeschoss verwandelte sich in Seenlandschaften. »Die ganze Technik steht schon erhöht, so dass es die Geräte verschont blieben. Aber das Wasser läuft durch Kabelkanäle in den Keller«, sagte Niederlassungsleiter Matthias Tepper, der in der Nacht vor Ort war. Auch hier waren Pumpen gefragt.

Nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes wurden in Bad Lippspringe binnen weniger Minuten 78 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen – so viel wie sonst in einem ganzen Monat. Die Delbrücker Feuerwehr war mit allen Löschzügen unterwegs.

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