Do., 23.05.2019

Tierschützer befürchten unzureichende Brandschutzmaßnahmen in Steinhorst Peta erstattet Anzeige nach Feuer in Gänsestall

Bei dem Feuer in Steinhorst starben am 14. Mai etwa 4000 Gänseküken. 2000 Tiere konnte die Feuerwehr retten.

Bei dem Feuer in Steinhorst starben am 14. Mai etwa 4000 Gänseküken. 2000 Tiere konnte die Feuerwehr retten. Foto: Axel Langer

Delbrück (WB/mobl). Die Tierschutz-Organisation Peta hat nach dem Brand eines Gänsestalls am 14. Mai in Steinhorst Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Paderborn wegen des Verdachts auf mutmaßlich unzureichende Brandschutzmaßnahmen erstattet. Bei dem Feuer waren wie berichtet etwa 4000 Gänseküken ums Leben gekommen.

»Aufgrund mutmaßlich unzureichender Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Gänse qualvoll ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen«, schreibt Peta in einer Pressemitteilung. Die Tierschutzorganisation bedanke sich bei den am Einsatz beteiligten Feuerwehrleuten und allen Helfern, die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.

»Soforthilfe für eingesperrte Tiere ist schlicht unmöglich«

»Jedes Tier, das bei einem Stallbrand stirbt, wird grob fahrlässig getötet«, sagt Lisa Kainz, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei Peta. »Der Brandschutz wird bei vielen Tierställen nicht ernst genommen. Außerdem: Wenn Tausende Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten. Dieses Risiko ist den Betreibern bewusst.«

Peta kritisierte in der Vergangenheit wiederholt die bestehenden Brandschutzverordnungen, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt sei. Zudem würden in der Praxis meist selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen nicht umgesetzt. Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung komme es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die die Rettung der Tiere verhindern, bilanziert die Organisation. Es sei noch zu ermitteln, ob dies auch beim aktuellen Einsatz der Fall war.

Technischer Defekt als Ursache

Die Untersuchungen von Brandsachverständigen hatten ergeben, dass ein technischer Defekt Ursache des Feuers in Steinhorst war. Der Sachschaden wurde auf 150.000 Euro geschätzt. 2000 Tiere konnte die Feuerwehr retten, indem sie diese in Richtung einer Freilauffläche nach außen trieb. Für etwa 4000 Tiere aber kam jede Hilfe zu spät. Der rund 375 Quadratmeter große Stall fiel den Flammen fast vollständig zum Opfer.

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