Di., 13.08.2019

Cateringfirma der Delbrücker Gesamtschule sorgt für Genuss und Lerneffekt So macht sogar Dreisatz Spaß

Amela und Adela arbeiten in der Schülerfirma der Gesamtschule mit. Die Firma nimmt Cateringaufträge an, zum Beispiel für Geburtstagsfeiern oder Jubiläen.

Amela und Adela arbeiten in der Schülerfirma der Gesamtschule mit. Die Firma nimmt Cateringaufträge an, zum Beispiel für Geburtstagsfeiern oder Jubiläen. Foto: Meike Oblau

Von Meike Oblau

Delbrück (WB). Auf dem Stundenplan stehen Lachs-Canapés und Frischkäseröllchen statt englischer Vokabeln oder Geometrie: An der Delbrücker Gesamtschule gibt es seit zwei Jahren eine Catering-Schülerfirma. Wenn ein Kind Geburtstag hat, ein Lehrer Dienstjubiläum feiert oder verabschiedet wird, sorgen die Schüler für das leibliche Wohl.

»Angedeckt« heißt die Firma, ein Wortspiel, in dem die Abkürzung ihrer Schule (GED für Gesamtschule Delbrück) vorkommt. Die Schülerfirma ist für Achtklässler ein Wahlpflichtfach und kommt bestens an – bei Schülern ebenso wie bei Kunden. Wenn die Weisheit »Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir« irgendwo ganz besonders zutrifft, dann hier. »Es geht nicht nur ums Kochen oder um Hauswirtschaft«, erklärt Schulleiterin Theresia Diekmann-Brusche. »Die Schüler kümmern sich auch um die Kalkulation, die Einkäufe und die Werbung selbst. Näher dran an der Alltagspraxis kann man lesen, rechnen und schreiben kaum üben. Hier macht der Dreisatz plötzlich Spaß!« Auch entsprechende Hygieneschulungen gehörten natürlich zu Beginn dazu.

Bei Großaufträgen ist Teamgeist gefragt

Zudem setzen die »Firmenleiterinnen«Heike Schröder und Judith Gubitz auf Teamgeist: »Bei Großaufträgen wird es hektisch, da muss ein Rad ins andere greifen und jeder muss sich auf den anderen verlassen können.«

Inzwischen nimmt die Schülerfirma auch externe Aufträge an, zum Beispiel für das Catering auf Familienfeiern. Gewinne darf die Firma aber nicht machen: »Das eingenommene Geld müssen wir wieder in der Schule reinvestieren«, sagt Theresia Diekmann-Brusche.

Neues Projekt »Foodsaver« zusammen mit der Bio-Deele

Aus der Schülerfirma heraus hat sich das Projekt »Foodsaver« in Zusammenarbeit mit der Delbrücker Bio-Deele entwickelt. »Wenn dort Lebensmittel nicht mehr verkauft werden können, an sich aber noch in Ordnung sind, bekommt unsere Schülerfirma einen Anruf und muss dann ad hoc überlegen, was man aus den angebotenen Zutaten herstellen könnte«, beschreibt die Schulleiterin. So manches Mal seien auf diese Weise schon frische und gesunde Smoothies aus dem Fenster der »Firmenzentrale« heraus auf dem Schulhof verkauft worden.

Und auch kleine kulinarische Mitbringsel stellt die Schülerfirma gerne her – von selbst eingekochter Marmelade mit eigens gestalteten Etiketten über verzierte Lebkuchenherzen bis hin zu Kuchen im Glas.

Weitere Firmen in Planung

Der Erfolg der Cateringfirma hat die Gesamtschule motiviert, mehr zu wagen: »Wir würden das Konzept der Schülerfirma gerne auch auf andere Bereiche, zum Beispiel im Handwerk, übertragen«, sagt Theresia Diekmann-Brusche. Die Schüler von »Angedeckt« stehen für Tipps sicher gerne zur Verfügung. Sie haben das Erfolgsrezept ausprobiert – und es mundet vorzüglich.

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