Fr., 13.09.2019

Stadt Delbrück wird Planung eines Regenrückhaltebeckens nicht weiter verfolgen Wald bleibt unangetastet

Unmittelbar neben dem Kindergarten und Familenzentrum Purzelbaum an der Kettelerstraße beginnt das Waldstück Pastorsbusch.

Unmittelbar neben dem Kindergarten und Familenzentrum Purzelbaum an der Kettelerstraße beginnt das Waldstück Pastorsbusch. Foto: Jürgen Spies

Von Jürgen Spies

Delbrück (WB). Der in den vergangenen Monaten vieldiskutierte Bau eines Regenrückhaltebeckens – angelegt als Erdmulde im Waldstück Pastorsbusch – ist nun »vom Tisch«. Der Delbrücker Rat bestätigte am Donnerstagabend bei zehn Enthaltungen die Empfehlung des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses aus der Vorwoche, von einer Weiterführung der Planungen und einer Änderung des Flächennutzungsplanes an dieser Stelle abzusehen.

Das hatte auch die Stadtverwaltung nicht zuletzt aufgrund des massiven Protests der Interessengemeinschaft (IG) Pastorsbusch zum Erhalt des kompletten Waldes so empfohlen. Die IG hatte mehr als 4300 Unterschriften gesammelt (das WB berichtete mehrfach).

In der Ratssitzung bemerkte Marion Lange (Grüne), es wäre ihrer Ansicht nach sinnvoller gewesen, wenn das Gesamtkonzept »Überflutungsschutz Innenstadt« schon vor Monaten nicht nur im Fachausschuss, sondern auf breiterer Basis dem ganzen Rat vorgestellt worden wäre. Sie sprach der IG Dank für den Einsatz zum Erhalt des Waldes aus und erinnerte daran, dass die Stadt Delbrück zu den waldärmsten Kommunen (nur fünf Prozent) in der weiten Region gehöre. Nun müsse die Stadt Alternativen finden.

Auch Sprecher anderer Fraktionen dankten der IG für den Einsatz und für den sachlich-fair geführten Protest.

Frank Drake (SPD) erwähnte, dass sich bei der Abstimmung vor einer Woche in der Bauausschusssitzung gleich sieben Ausschussmitglieder der Stimme enthalten hatten und fragte nun nach dem Grund für dieses Abstimmungsverhalten.

Hintergrund: In Delbrück ist in den vergangenen Tagen das Gerücht zu hören gewesen, diese Enthaltungen seien eventuell der erste Schritt dahin, die Planung zum des Regenrückhaltebeckens am Pastorsbusch nach der Kommunalwahl am 13. September 2020 doch wieder hervorzukramen.

Bürgermeister Werner Peitz sagte, die vielen Enthaltungen seien ein Indiz dafür, dass mit dem Verzicht auf das Becken im Pastorsbusch dennoch die Notwendigkeit gesehen werde und zum Ausdruck gebracht, die Stadt müsse im Nordwesten der Kernstadt nach wie vor ein Regenrückhaltebecken bauen. »Nur eben nicht im Pastorsbusch. Im Moment haben wir in diesem Bereich leider noch keine realisierbare Alternative gefunden.« Weiter bemerkte Peitz, er glaube nicht, dass nach der Kommunalwahl das Becken im Waldstück noch einmal zum Thema werde: »Da lehne ich mich jetzt mal weit aus dem Fenster.«

Reinhold Hansmeier (CDU) sagte, für die Anlage eines Regenrückhaltebeckens am Pastorsbusch habe es sachliche Argumente gegeben. Gleichwohl sei der Bürgerwille gegen das Vorhaben aber so deutlich gewesen, dass dies auch die CDU nicht unbeeindruckt gelassen habe. Mit Blick in die Zukunft sagte Hansmeier: »Die Meinung der CDU steht: Auch wir lehnen eine Wiederaufnahme der Planungen dort dauerhaft ab.«

Mitglieder der Interessengemeinschaft, die die Ratssitzung auf den Zuschauerplätzen verfolgten, nahmen dies und das Abstimmungserhebnis zufrieden zur Kenntnis.

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