Sa., 12.10.2019

Mehr als 150 Betriebe verfügen jetzt über einen reinen Glasfaseranschluss Höchsttempo in 14 Gewerbegebieten

Der Breitbandausbau in 14 bislang unterversorgten Gewerbegebieten der Stadt Delbrück ist abgeschlossen. Zwei weitere Gewerbegebiete waren durch das Förderprogrammraster des Landes NRW gefallen. Über den Abschluss des Ausbaues freuten sich am Freitag bei einem Termin beim Kartonagen-Hersteller Josef Schulte (vorn von links): Pascal Pöhler, Christiane Rolf sowie (hinten von links) Katja Lohr, Peter Kowalski, Raimund Winkler, Thorsten Schlichting, Lars David und Bürgermeister Werner Peitz.

Der Breitbandausbau in 14 bislang unterversorgten Gewerbegebieten der Stadt Delbrück ist abgeschlossen. Zwei weitere Gewerbegebiete waren durch das Förderprogrammraster des Landes NRW gefallen. Über den Abschluss des Ausbaues freuten sich am Freitag bei einem Termin beim Kartonagen-Hersteller Josef Schulte (vorn von links): Pascal Pöhler, Christiane Rolf sowie (hinten von links) Katja Lohr, Peter Kowalski, Raimund Winkler, Thorsten Schlichting, Lars David und Bürgermeister Werner Peitz. Foto: Jürgen Spies

Von Jürgen Spies

Delbrück (WB). In den Delbrücker Industrie- und Gewerbegebieten steht niemand mehr sprichwörtlich auf der Leitung. Ganz im Gegenteil: Mit Hilfe eines Förderprogramms der Landes NRW hat das Unternehmen »Deutsche Glasfaser« (DG) in den vergangenen Monaten 14 Gewerbegebiete zwischen Lippe und Ems mit reinen Glasfasernetzen ausgebaut. Am Freitag ist dieses große In­frastrukturprojekt seiner Bestimmung übergeben worden.

156 Delbrücker Firmen – vom bedeutenden Industrieunternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern bis zum kleinen Familienbetrieb mit nur zwei, drei Angestellten – profitieren nun vom schnellstmöglichen Datentransfer in Lichtgeschwindigkeit.

14 der 16 Gewerbegebiete erfüllten die Fördervoraussetzungen

Der Förderantrag »Breitbandausbau in den Gewerbegebieten der Stadt Delbrück« wurde im Oktober 2016 bei der Bezirksregierung Detmold gestellt. Im März 2017 erhielt die Stadt den Zuwendungsbescheid in Höhe von 2,052 Millionen Euro. 14 der 16 Gewerbegebiete im Delbrücker Land erfüllten die Fördervoraussetzungen. »Nur wenn der Nachweis der Unterversorgung von 30 Megabit erbracht wurde, konnten die Gewerbegebiete im Förderantrag aufgenommen werden«, sagte am Freitag Christiane Rolf, Glasfaser-Beauftragte der Stadt Delbrück.

Profitieren können die Unternehmen in folgenden Gewerbegebieten: Töllen Linde (Boke), Lipp­städter Straße, Wiesenweg, Bödendamm, Weststadt (alle Gewerbegebiet West, Delbrück), Hövelhofer Straße/Ost 1 und Ostenländer Straße/Ost 2 (beide Delbrück), Ostenland-Haupt und Ostenland-Wittendorf, Osterloher Feld (Lipp­ling), Kaunitzer Straße, Gewerbegebiet Schöning sowie – beide in Westenholz – Grubebachstraße und Westernwiesen.

Gefördert und gebaut wurde jeweils bis zur Grundstücksgrenze, also im öffentlichen Bereich. Die Firmen hatten und haben die Möglichkeit, den Anschluss individuell für ihren Betrieb zu buchen und die Glasfaser bis in das Gebäude zu führen. Die Kosten für den Anschluss und für die Verlegung auf privater Fläche trugen und tragen auch künftig die Unternehmen. Die Glasfaserstränge, die die DG verlegt hat, werden nicht durch Kupferkabel wieder im Tempo ausgebremst.

Auch die Außenbereiche sollen mit Glasfaser erschlossen werden

Die DG hatte bei der Ausschreibung das wirtschaftlichste Angebot abgegeben und daraufhin den Zuschlag zum Ausbau erhalten. »Dieses Förderprojekt war damals unser allererstes Projekt im Kreis Paderborn, sozusagen der Startpunkt unseres kreisweiten auch privatwirtschaftlichen Engagements«, sagte Raimund Winkler, DG-Geschäftsführer, am Freitag bei einem Ortstermin im Delbrücker Unternehmen »Josef Schulte GmbH – Verpackungen aus Wellpappe« an der Industriestraße. Schulte wurde für den Abschlussbericht des Breitbandausbaues in den Gewerbegebieten nicht zufällig ausgewählt.

Pascal Pöhler, Assistent der Schulte-Geschäftsführung, machte beispielhaft deutlich, dass ein hochmodernes Unternehmen heutzutage quasi darauf angewiesen ist, über schnellstmöglichen Datentransfer per Glasfaser verfügen zu können. Anforderungs- und Prozessanalysen im Zusammenspiel mit den Kunden, weitreichende Vernetzungen bis hinein in die eigene Lkw-Flotte, kurze Reaktionszeiten und vieles mehr sind »bares Geld wert, denn die Konkurrenzt schläft nicht«, unterstrich Pöhler.

Schulte (überdachte Betriebs- und Produktionsfläche: 25.000 Quadratmeter) beschäftigt derzeit 110 Mitarbeiter. Das Familienunternehmen kann auf ein Produktportfolio von mehr als 10.000 verschiedene Kartonagen verweisen und denkt an weitere Expansionen.

Bürgermeister Werner Peitz erinnerte beim Ortstermin daran, dass die Stadt konsequent einen dreigeteilten Glasfaser-Strategieplan verfolge: Anschluss der Gewerbegebiete (jetzt abgeschlossen), Breitbandausbau in allen Ortskernen des Delbrücker Landes (weitgehend abgeschlossen), Erschließung der Außenbereiche bis zum entlegendsten Gehöft in der Feldflur (geplant; Entscheidung darüber fällt im Frühjahr 2020).

Breitbandausbau der Gewerbegebiete hat Vorrang

Vorrang habe der Breitbandausbau der Gewerbegebiete gehabt. »Etliche Betriebe hatten schon händeringend darauf gewartet«, deutete Peitz an, dass schnellstmögliche Datenübermittlung zur Stärkung der Unternehmen und letztlich zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitrage.

Christiane Rolf hat in den vergangenen Wochen übrigens festgestellt, dass auch zumeist kleine Betriebe, die bislang noch kein Interesse an der Breitbandnutzung zeigten, signalisiert haben, nun doch auf den schnellen Glasfaserzug aufzuspringen.

In den Gewerbegebieten wurde das Glasfasernetz in geschlossener Bauweise durch horizontales Bohren verlegt. »Das hat alles sehr gut geklappt«, sind sich DG-Projektleiter Peter Kowalski sowie Thorsten Schlichting (technischer Koordinator Breitbandbandausbau, Stadt Delbrück) und sein Kollege Lars David einig. Aus Sicht eines Unternehmens bestätigte Pascal Pöhler: »Es gab beim Verlegen keine offenen Graben und somit keinerlei Beeinträchtigungen.« Bürgermeister Peitz sprach der Kreisverwaltung Paderborn Dank für die administrative Unterstützung aus, ebenso der Bezirksregierung Detmold, vertreten durch Sachbearbeiterin Katja Lohr von der Geschäftsstelle Gigabit.NRW

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