Mo., 21.10.2019

Leiche bei Löscharbeiten in Delbrück-Westenholz gefunden – 48-Jähriger unter Tatverdacht Rentner wurde Opfer eines Verbrechens

Ermittler der Spurensicherung untersuchen den Bauernhof in Delbrück.

Ermittler der Spurensicherung untersuchen den Bauernhof in Delbrück. Foto: Ralf Meier

Von Axel Langer und Ingo Schmitz

Delbrück (WB). Ein Leichenfund erschüttert die Menschen im Delbrücker Ortsteil Westenholz (Kreis Paderborn). Der 84-jährige Johannes B., der im Ort bekannt war, wurde am Samstag von der Feuerwehr bei Löscharbeiten im eigenen Haus entdeckt. Eine Obduktion ergab, dass der Rentner Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Ein 48 Jahre alter Mann sitzt – wie berichtet – seit Sonntag in Untersuchungshaft.

Auch am Sonntag – einen Tag nach dem Fund – gab es noch mehr Fragen als Antworten in diesem mysteriösen Fall. Um 8.25 Uhr am Samstag hatte eine Anwohnerin der Grubebachstraße in dem 3800 Einwohner großen Stadtteil starken Rauch in dem Nachbargebäude entdeckt. Die alarmierte Feuerwehr rückte sofort zu dem schmucken Bauernhaus aus. Zu dem Zeitpunkt sei bereits offenes Feuer im Erdgeschoss zu sehen gewesen, berichtete Einsatzleiter Johannes Grothoff von der Feuerwehr Delbrück.

Als die Löscharbeiten begannen, sei im Obergeschoss ein 48-jähriger Bewohner zum Vorschein gekommen, berichteten Zeugen. Er sei auf ein Vordach des Bauernhauses geklettert. Von dort sei er von der Feuerwehr in Sicherheit und schließlich ins Krankenhaus gebracht worden.

Währenddessen machten die Feuerwehrleute beim Angriff auf das Feuer im Gebäude einen fürchterlichen Fund: Im Erdgeschoss habe vor einem Ofen die zum Teil verbrannte Leiche des 84-jährigen Hausbesitzers gelegen, der seit knapp zwei Jahren verwitwet gewesen sein soll. Weil die gesamte Auffindesituation des 84-Jährigen den Feuerwehrleuten merkwürdig vorkam, wurden die weiteren Löscharbeiten mit der Polizei abgestimmt, berichtete der Wehrführer. Die Feuerwehr habe sich weiter auf die Brandbekämpfung konzentriert und habe bei den Löscharbeiten versucht, nichts im Gebäude zu verändern. Bei der Suche nach Glutnestern sei man mit der Wärmebildkamera vorgegangen, um gezielt möglichst wenig zu berühren, hieß es.

Für die Kameraden sei es kein einfacher Einsatz gewesen, sagte Grothoff: Das Opfer soll Gründungsmitglied des Löschzugs Westenholz und Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung gewesen sein. Die Feuerwehrleute wurden nach dem Einsatz von einer Notfallseelsorgerin betreut. Nachbarn beschrieben den 84-Jährigen als sehr sachlichen, ruhigen und hilfsbereiten Menschen.

48-Jähriger dringend tatverdächtig

Die am Sonntag durchgeführte Obduktion des Toten bestätigte den Verdacht eines Gewaltverbrechens. »Ob eine festgestellte Gewalteinwirkung oder die Folgen des Verbrennens todesursächlich waren, muss durch weitere Untersuchungen geklärt werden«, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Paderborn und der Polizei Bielefeld. Nach derzeitigen Ermittlungen der Mordkommission »Grube« ist der 48-jährige Mitbewohner dringend tatverdächtig. Er sitzt in Untersuchungshaft und schweigt zum Tatvorwurf.

Nach Angaben von Anwohnern soll es sich bei dem 48-Jährigen um einen Pflegesohn des Witwers handeln, zu dem der Westenholzer offenbar mehrere Jahre keinen Kontakt hatte. Erst als vor zwei Jahren die Frau des Opfers verstarb, sei der Mann wieder aufgetaucht. Vor rund einem halben Jahr sei er in das Bauernhaus eingezogen und habe sich um den Rentner gekümmert. Es soll häufiger zu lautstarken Streitigkeiten gekommen sein, hieß es.

Das Gebäude ist bis auf Weiteres nicht bewohnbar. Zur Schadenshöhe machte die Feuerwehr bislang keine Angaben.

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