Rathausbau: Warum die Stadt Delbrück noch einige Planungsfragen klären muss
Viele Fragezeichen stecken im Boden

Delbrück (WB). Mindestens Stirnrunzeln löste in der vergangenen Woche in Delbrück die Nachricht der Stadtverwaltung aus, wonach bei der Planung zum Rathausneubau »zur Komplexität der Materie noch ungünstige Bodenverhältnisse« hinzukommen. Auch die Statik sei »sehr aufwendig«, und ferner sei eine »Änderung des Brandschutzkonzeptes« vorgesehen.

Mittwoch, 06.11.2019, 06:30 Uhr
Blick aus Richtung Himmelreichallee über die Wiese hinüber zur Kleinen Straße. In etwa hier wird das neue Rathaus gebaut. Abgerissen werden der Veranstaltungssaal der Stadtsparkasse (rechts) sowie im Foto links davon das ehemalige Haus Stroop an der Langen Straße samt Backsteingebäude zur Kleinen Straße hin. Foto: Jürgen Spies
Blick aus Richtung Himmelreichallee über die Wiese hinüber zur Kleinen Straße. In etwa hier wird das neue Rathaus gebaut. Abgerissen werden der Veranstaltungssaal der Stadtsparkasse (rechts) sowie im Foto links davon das ehemalige Haus Stroop an der Langen Straße samt Backsteingebäude zur Kleinen Straße hin. Foto: Jürgen Spies

Markus Hückelheim, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen, hatte diese Aussagen in der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses zum Schluss der Sitzung unter »Mitteilungen der Verwaltung« gemacht (das WV berichtete).

Da diese Bemerkungen für einige Fragezeichen sorgten, hat das WESTFÄLISCHE VOLKSBLATT jetzt Markus Hückelheim sowie Bürgermeister Werner Peitz befragt, wie es zum jetzigen Planungszeitpunkt noch zu solch gravierenden Anpassungen und Änderungen kommen könne.

»Noch in der Entwurfsplanungsphase«

Hückelheim erläuterte, man sei ja immer noch in der Entwurfsplanungsphase. Grund: Durch verschiedene Planungsverzögerungen, hervorgerufen durch den Planungsstopp infolge des Beschlusses, einen Ratsbürgerentscheid durchzuführen und durch die daraus resultierende erneute EU-weite Ausschreibung, sei in der allgemeinen Wahrnehmung der Öffentlichkeit offenbar der Eindruck entstanden, die Rathausplanung sei schon längst auf der Zielgeraden. Durch den untypischen Prozess sei dem aber nicht so!

Dies beantworte auch die auf den ersten Blick naheliegende Frage, warum man nicht schon längst genauere Bodenanalysen durchgeführt habe, sondern erst jetzt im Laufe der vergangenen Monate. Bürgermeister Peitz sagte zum Thema Baugrund, es sei der Stadt natürlich bekannt gewesen, dass es sich bei dem Gelände um die eiszeitliche Endmoräne ‘Delbrücker Rücken’ handelt und dass eine Standardgründung der geplanten Baukörper dort eher unwahrscheinlich sein werde.

Diese Annahme hat sich durch die Bodenanalyse eindeutig bestätigt, wie Markus Hückelheim weiter ausführt. Die Lagerungsdichte der vorgefundenen Sandschichten und der weiteren Schichten sei »auf engem Raum sehr unterschiedlich.« Das werde Auswirkungen auf die Art der erforderlichen Gründung haben. »Die durchaus anspruchsvollen Gründungsfragen werden wir jetzt sauber zu Ende bringen und auch die Kostenfrage klären.«

Fakt sei jedenfalls, dass es bautechnisch einfacher wäre, durchgängig einen schlechten Untergrund zu haben als jetzt die Mischung unterschiedlicher Bodenverhältnisse im Abstand nur weniger Meter.

Sondersitzung angekündigt

Hückelheim und Peitz kündigten eine Sondersitzung des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses und des Rates im Januar an; dabei werde dann ein ausgereifter Vorschlag zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt.

Zum Themenkomplex Brandschutz erklärte Hückelheim, auch hier handle es sich derzeit um eine Entwurfsplanung. Der Rathausbau-Siegerentwurf im Architektenwettbewerb im Herbst 2017 habe durch die räumlich kompakte Anordnung der erforderlichen Nutzfläche und insbesondere durch das Atrium (geschossübergreifender Luftraum) im Zentrum des pentagonförmigen Gebäudes Eindruck auf die Jury gemacht.

Brandschutz, bemerkt der Bauamtsleiter, »ist im wesentlichen Schutz vor Rauchgas samt der Maßgabe, Fluchtwege im Brandfall weitestgehend rauchfrei zu halten.« Vorgeschlagen war die Lösung, dies über den Einbau sogenannter Rauchschürzen auf allen Etagen sicherzustellen – die Trennung der Gänge und Fluchtwege vor dem Hohlraum, dem Atrium. »Das ist allerdings kosten­intensiv und wartungsanfällig. Deshalb ist das noch einmal hinterfragt worden«, berichtet Hückelheim. Ein Brandsachverständiger habe nun eine alternative und kreative Brandschutzlösung erarbeitet, die kostengünstiger sei, auch wenn zur Umsetzung sämtliche Bürotüren klassifizierte Brandschutztüren sein müssen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7045148?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851065%2F
Hummels genügen zwei Chancen gegen chancenlose Arminen
Mats Hummels (rechts) hebt ab, köpft und trfft zum 2:0 - die Vorentscheidung in der Schüco-Arena. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker