Di., 18.02.2020

Anlieger und Passanten kritisieren Stadt Delbrück wegen „Tabula-rasa“-Methode An der Hövelhofer Straße kreischen die Sägen

Einem großen Teil des Gehölzbestandes wird an der Hövelhofer straße derzeit “ins Genick geschlagen”.

Einem großen Teil des Gehölzbestandes wird an der Hövelhofer straße derzeit “ins Genick geschlagen”. Foto: Jürgen Spies

Delbrück (WB/spi). Im Auftrag der Stadt Delbrück werden aktuell Büsche und Bäume entlang des unteren Teils der Hövelhofer Straße abgeholzt; Motorsägen kreischen auch weiter Richtung Fußgängerbrücke im angrenzenden Wäldchen zum Ostring rüber.

Es handelt sich nicht um jahreszeitlich übliche Ausdünnungsmaßnahmen, sondern insbesondere im unteren Abschnitt zur Kreuzung Oststraße/Wasmannsweg hin „um eine Art Tabula rasa“, formulierten Anlieger und besorgte Passanten in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Ein junger Vater, der am Samstag die Abholzungsaktion zusammen mit seinen Kindern beobachtet hatte, sagte: „Meine Kinder und ich können nicht verstehen, warum hier auch kerngesunde stattliche Bäume abgesagt werden!“

Stadt verweist auf Verkehrssicherheitspflicht

Auf Anfrage des WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATTES sagte Heinz Börnemeier, Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste, zu diesem Sachverhalt, die Stadt habe vor einiger Zeit Hinweise von mehreren Anliegern bekommen, die „darauf aufmerksam gemacht haben, dass es in dem Wäldchen jede Menge Totholz gibt“ und dass auch schon dickere Äste heruntergefallen sind“, so Börnemeier. Deshalb habe die Stadt als Grundstückseigentümerin einen Fachmann damit beauftragt, das Wäldchen nach Gefahrenstellen zu untersuchen und das Gebiet zu durchforsten. „Die Stadt hat hier die Verkehrssicherheitspflicht“, verweist Börnemeier auf die Rechtslage und auch darauf, dass die Stadt als Eigentümerin Bäume nun mal fällen dürfe. Es sei nicht auszuschließen, dass beim Durchforsten auch gesunde Bäume mal fallen. Weiter sagte Börnemeier, die Stadt habe in diesem Wäldchen „in den vergangenen 30, 35 Jahren unverhältnismäßig wenige Pflegemaßnahmen durchgeführt.“ Bei Baumfällarbeiten sei es in aller Regel immer so, dass es „Anlieger gibt, die das befürworten, aber eben auch Anwohner, die dagegen sind.”

Zum Fast-Kahlschlag an der Straße und auf dem Erdwall gestand Börnemeier, dass es dort aktuell „ziemlich böse aussieht.“ Man könne aber davon ausgehen, dass die Böschung „schon im Herbst wieder grün aussieht.“

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