Fr., 13.03.2020

Explosionsartige Reaktion in einem Ofen – zwei Mitarbeiter vorsorglich untersucht Verpuffung im Paragon-Labor

Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei war am Freitag zur Zentrale der Paragon AG ausgerückt. In einem Labor war es zu einer Verpuffung gekommen.

Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei war am Freitag zur Zentrale der Paragon AG ausgerückt. In einem Labor war es zu einer Verpuffung gekommen. Foto: Jürgen Spies

Von Jürgen Spies

Delbrück (WB). Bei einem Versuch in einem Labor des Automobilzulieferers Paragon AG ist es am Freitagvormittag zu einer Verpuffung gekommen. Dabei wurde in einer explosionsartigen Verpuffung in einem Ofen der Stoff Hexamethyldisoloxan freigesetzt.

Zum Zeitpunkt der chemischen Reaktion, verbunden mit einem Knall, hielt sich in dem etwa 16 Quadratmeter großen Labor niemand auf. Zwei Mitarbeiter öffneten für einen Moment die Labortür und drückten den Notschalter.

Die beiden Mitarbeiter blieben unverletzt. Sie wurden zur Untersuchung

vorsichtshalber aber in ein Krankenhaus gebracht, konnten das Hospital aber schon wenig später wieder verlassen. Kurzzeitig hatte es die Befürchtung gegeben, dass die Mitarbeiter freigesetzte Dämpfe eingeatmet hatten. Ausgeschlossen werden konnten bei der Untersuchung dann auch andere mögliche gesundheitliche Schädigungen.

Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei traf wenige Minuten nach der Verpuffung am Paragon-Technologiezentrum am Schwalbenweg ein. Im Einsatz waren unter anderem etwa 80 bis 90 Einsatzkräfte sowie Spezialisten der Feuerwehr (Löschzug Delbrück, der bei der Feuerwehr Delbrück stationierte ABC-Zug des Kreises Paderborn, Kräfte der Kreisfeuerwehrzentrale, Löschzug Westenholz, Einsatzkräfte der Feuerwehr Paderborn). Ausgerückt waren ferner Rettungswagenteams und ein Notarzt. Die Polizei sperrte den Einsatzbereich am Schwalbenweg sowie Teile des Bösendamms weiträumig ab.

Trupps der Feuerwehr legten Chemieschutzanzüge an und riegelten den Labortrakt ab. Nach Angaben der Einsatzleitung der Feuerwehr (Wehrführer Johannes Grothoff sowie Stellvertreter Johannes Appelbaum) stellte sich alsbald heraus, sich sich der chemische Stoff durch die Verpuffung zersetzt hatte und keine Hexamethyldisoloxan-Konzentrationen festgestellt werden konnten.

Grothoff geht davon aus, dass zuvor schon die Absauganlage des Labors gute Dienste geleistet hatte. Zur Sicherheit nahm die Feuerwehr außerdem noch eine Wärmebildkamera vor – alles blieb ohne Befund.

Wie Johannes Appelbaum erläuterte, hatte die Feuerwehr Kontakt zur Werksfeuerwehr des Unternehmens Merck in Darmstadt aufgenommen, um sich über den im Paragon-Labor eingesetzten und bei Merck hergestellten Stoff sowie dessen Gefährdungspotenzial aus erster Hand informieren zu können. Dabei bekamen die Einsatzkräfte auch Hinweise zur Dekontamination, also zur Entgiftung, der getragenen Schutzanzüge.

Der Arbeitsschutz ist eingeschaltet worden. Der Laborraum wurde luftdicht verschlossen.

Klaus-Dieter Frers, Gründer und Vorsitzender der Paragon-Geschäftsführung, hatte sich während des Feuerwehreinsatzes über die Lage vor Ort informiert.

 

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