130 stille Lebensretter kamen zum Termin in Delbrück-Ostenland
Gerade jetzt ist Blut spenden wichtig

Delbrück (WB). ”Wir rechnen mit rund 100 Blutspenden. Alles was darüber liegt, wäre ein tolles Zeichen des Zusammenhalts.“ Meinolf Kesselmeier, der Blutspendebeauftragte des DRK-Stadtverbandes Delbrück, konnte am Samstag zunächst überhaupt nicht einschätzen, wie der Blutspendetermin in der früheren Hauptschule in Delbrück-Ostenland in Zeiten von Corona angenommen wird.

Sonntag, 22.03.2020, 21:21 Uhr aktualisiert: 22.03.2020, 22:00 Uhr
Für Edmund Austerschmidt (links) war es keine Frage, zu seiner 77. Blutspende auch in der Coronakrise in die ehemalige Hauptschule nach Delbrück.Ostenland zu kommen. Hilal Yilmaz vom DRK-Blutspendedienst führte die Spende durch. Foto: Axel Langer
Für Edmund Austerschmidt (links) war es keine Frage, zu seiner 77. Blutspende auch in der Coronakrise in die ehemalige Hauptschule nach Delbrück.Ostenland zu kommen. Hilal Yilmaz vom DRK-Blutspendedienst führte die Spende durch. Foto: Axel Langer

Wie sich später herausstellte, war die Beteiligung ausgesprochen gut. Die 100er-Marke wurde klar übertroffen..

Viele Telefonate waren im Vorfeld nötig, damit der Termin überhaupt stattfinden konnte, schließlich mussten möglichst alle Ansteckungsrisiken ausgeschlossen werden. „Abstand und Hygiene sind die wichtigsten Punkte, auf die wir sehr genau achten werden“, sagte DRK-Teamleiter Thomas Lindemann. Der Blutspendetermin in Ostenland war der erste im Delbrücker Land unter den verschärften Hygienebedingungen auf Grund der Corona-Pandemie.

“Die Vorräte an Blutpräparaten sind in den vergangenen Wochen stark zusammengeschmolzen“, erklärte der Öffentlichkeitsreferent des DRK-Blutspendedienstes, Frank Goersmeier, die Notwendigkeit, an den langfristig geplanten Blutspendeterminen festzuhalten. Dazu wurde unter der Maßgabe, die Sicherheitsabstände zu erhöhen, ein Konzept entwickelt. „Der Ablauf der Blutspende hat sich verändert. Direkt nach dem Eintreten in die Räumlichkeiten müssen die Hände desinfiziert werden, außerdem wird die Temperatur gemessen“, erläutert DRK-Helferin Anita Papenheinrich den geänderten Ablauf.

Selbstverständlich wurde auch bei allen Helfern die Temperatur gemessen. Hier verzichtete das DRK auf alle Risikopersonen, so dass Helfer des Jugendrotkreuzes oder der Einsatzgruppe die Blutspender betreuten.

Möglichst alle Schritte kontaktlos

Peter Niebäumer führte eine erste Befragung der potenziellen Blutspender durch. Personen, die sich in den vergangenen vier Wochen in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben, wurden nicht zur Blutspende zugelassen. Erst danach ging es zur Anmeldung. Auch hier galt es, möglichst alle Schritte kontaktlos zu bewältigen. Durch ein großes Visier geschützt nahm Anita Papenheinrich die Anmeldung entgegen. Auf dem Fußboden klebte – wie in allen für die Blutspende genutzten Räumen – rot-weißes Flatterband, das den den Mindestabstand von zwei Metern markierte. Selbst in der Schlange vor den Spenderäumlichkeiten achteten die Blutspender sehr diszipliniert und achtsam auf den Mindestabstand.

Abstand halten hieß es auch beim Ausfüllen des Fragebogens, bevor es dann zum Arztgespräch gingt. „Überall, wo es Wartezeiten geben könnte, stehen Stühle mit ausreichendem Sicherheitsabstand. Aber wir versuchen von vornherein, nicht mehr Personen einzulassen als ohne Rückstau betreut werden können”, unterstreicht Teamleiter Thomas Lindemann.

Voruntersuchung und die Blutspende liefen dann wie gewohnt. Die Zahl der Spenderbetten wurde reduziert, und um keine zusätzlichen Laufwege zu bekommen, wurde auf einen getrennten Ruheraum verzichtet. „Zwischen den Betten sind immer zwei Meter Platz und die Mitarbeiter des Blutspendedienstes tragen alle Mundschutz“, erläutert Thomas Lindemann die Vorsichtsmaßnahmen.

„Für mich war es keine Frage, zur Blutspende zu kommen. Die Präparate werden dringend benötigt. In Krisenzeiten sind Blutspenden um so wichtiger. Es wird gut auf uns Blutspender geachtet“, sagte jetzt Edmund Austerschmidt, der seine 77. Blutspende absolvierte.

Statt eines abschließenden Essens, erhielten alle Blutspender diesmal ein Lunchpaket ausgehändigt. Einer Einbahnstraße gleich verließen die Blutspender die ehemalige Hauptschule durch einen Nebeneingang, so dass unnötige Begegnungen auf den Gängen vermieden wurden.

Hohe Erstspender-Quote

Am Abend stand fest: 130 Blutspender hatten sich am Samstag in Ostenland als stille Lebensretter zur Verfügung gestellt. Es gab 13 Erstspender – eine erstaunlich hohe Quote. „Ein tolles Zeichen der Solidarität, das in schlimmen Zeiten Mut macht“, zog Anita Papenheinrich Bilanz und dankt allen Blutspendern, Helfern und dem DRK-Blutspendedienst-Team.

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