Auch das Möbelhaus Hansel in Westenholz darf am 20. April wieder öffnen
Aufatmen im Einzelhandel

Delbrück/Hövelhof (WB). Einzelhändler, deren Geschäfte kleiner als 800 Quadratmeter sind, dürfen ab Montag wieder öffnen. Während in Hövelhof die neue Lage bereits am Donnerstagmorgen relativ klar war, gab es in Delbrück noch einige Fragezeichen zu klären.

Freitag, 17.04.2020, 09:48 Uhr aktualisiert: 17.04.2020, 09:50 Uhr
Erleichterung im Möbelhaus Hansel in Westenholz: Das 18.000 Quadratmeter große Einrichtungshaus, in dem 100 Mitarbeiter beschäftigt sind, darf von kommenden Montag, 20. April, an wieder seine Türen öffnen. Foto: Oliver Schwabe
Erleichterung im Möbelhaus Hansel in Westenholz: Das 18.000 Quadratmeter große Einrichtungshaus, in dem 100 Mitarbeiter beschäftigt sind, darf von kommenden Montag, 20. April, an wieder seine Türen öffnen. Foto: Oliver Schwabe

„Nach den uns vorliegenden Informationen überschreitet kein Geschäft in Hövelhof die 800-Quadratmeter-Regel“, sagte Wirtschaftsförderer Thomas Westhof auf Anfrage des WV. „Danach dürfen alle Geschäfte ab Montag grundsätzlich wieder öffnen. Voraussetzung ist die Einhaltung entsprechender Verhaltens- und Hygienevorschriften zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen.“ Die für die Umsetzung erforderliche Rechtsverordnung des Landes NRW mit möglichen ergänzenden Details liege im Sennerathaus aber noch nicht vor.

Auf diese Rechtsverordnung wartete auch das Ordnungsamt im benachbarten Delbrück händeringend. „Hier sind schon zahlreiche Anfragen eingegangen, die ich nach aktuellem Stand der Dinge aber selbst noch nicht beantworten kann“, sagte Bernd Kerkstroer gegenüber dieser Zeitung.

Durften auch in den vergangenen Wochen öffnen, spüren aber einen deutlichen Kundenrückgang: Sandra Jüde, Cornelia Lauströer und Carsten Jüde (von links) von der Bäckerei Jüde.

Durften auch in den vergangenen Wochen öffnen, spüren aber einen deutlichen Kundenrückgang: Sandra Jüde, Cornelia Lauströer und Carsten Jüde (von links) von der Bäckerei Jüde. Foto: Meike Oblau

Unklarheit herrsche insbesondere hinsichtlich des Möbelhauses Hansel in Westenholz, ehe am frühen Donnerstagnachmittag dann für Inhaber Albert Hansel die erlösende Nachricht aus Düsseldorf kam: „Wir dürfen von Montag, 20. April, an ebenfalls wieder öffnen.“ 28 von insgesamt 100 Mitarbeitern, hauptsächlich Verkäufer und Sachbearbeiter, musste Hansel wegen der Zwangsschließung in Kurzarbeit schicken. „Für die anderen rund 70 Mitarbeiter gab es noch genügend Aufträge abzuarbeiten“, sagt der Chef des 18.000 Quadratmeter großen Möbelhauses. Er sei froh, wieder öffnen zu können, da auch der Online-Shop des Unternehmens die finanziellen Einbußen aus dem stationären Verkauf nicht wettmachen könne.

Dass ein geöffnetes Geschäft allein aber zu Corona-Zeiten beileibe keine Garantie für unverminderten Kundenandrang ist, haben Geschäftsinhaber, deren Läden in den vergangenen Wochen geöffnet bleiben durften, zu spüren bekommen. „Viele Kunden strömen in die großen Supermärkte, um ‚in einem Abwasch‘ alles zu kaufen, was sie benötigen“, hat Carsten Jüde bemerkt. Er betreibt eine Bäckerei in Hövelhof an der Paderborner Straße und eine Filiale an der Schloßstraße. Spuckschutz hatte er schnell installiert, aber der Kundenrückgang sei auffällig gewesen: „Nach der ersten Hamsterphase kommen jetzt deutlich weniger Kunden.“ Sämtliche Sonderbestellungen fielen derzeit weg: „Es gibt keine geschäftlichen Meetings, Beerdigungen oder Geburtstagsfeiern mehr, zu denen wir Schnittchen oder Kuchen liefern. Wir haben zudem Lieferbeziehungen zu fast allen örtlichen Gastronomen, die im Moment auch nicht öffnen dürfen. Unser Bistro mit 50 Plätzen musste schließen, ebenso wie die von uns betriebenen Cafeterien am Gymnasium Schloß Neuhaus und am Goerdeler-Gymnasium.“

Als neuen Service bietet Jüde die Lieferung von Waren an. In seinem Hauptgeschäft verkauft Carsten Jüde neben Brot- und Backwaren auch Wurst und Aufschnitt, Milchprodukte, Eier und vieles mehr. Festzustellen sei, sagt Jüdes Frau Sandra, dass viele Kunden für ältere Nachbarn einkaufen: „Diese Solidarität im Ort klappt offenbar gut.“ Auffällig sei auch eine Rückbesinnung auf traditionelle, einfache Produkte wie das Paderborner Graubrot, Marmor- oder Streuselkuchen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7373273?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851065%2F
Die Evakuierung läuft
Nach dem Fund einer 250-Kilo-Fliegerbombe an der Husener Straße laufen die Evakuierungsmaßnahmen an. Entschärft werden soll die Bombe von Karl-Heinz Clemens aus Elsen (rechts) und Ralf Kuhlpeter aus Sande (links) vom Kampfmittelbeseitigungsdienst.
Nachrichten-Ticker