Infoveranstaltung zum geplanten Ausbau des Buchsbaumweges in Delbrück-Sudhagen
Stadt muss Kosten auf Anlieger umlegen

Delbrück (WB/al/spi). „Nach 26 Jahren soll nun der Endausbau unserer Straße kommen. Das geht an unsere Altersvorsorge!“ Diese Befürchtung äußerte am Montagabend eine Anliegerin im Nachgang einer Informationsveranstaltung zum Endausbau des Buchsbaumweges in Delbrück-Sudhagen.

Dienstag, 16.06.2020, 21:45 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 21:50 Uhr
Vor 26 Jahren entstanden die ersten Häuser am Buchsbaumweg, nun soll die Straße endausgebaut werden. 90 Prozent der Kosten müssen die Anlieger tragen. Foto: Axel Langer
Vor 26 Jahren entstanden die ersten Häuser am Buchsbaumweg, nun soll die Straße endausgebaut werden. 90 Prozent der Kosten müssen die Anlieger tragen. Foto: Axel Langer

Knapp 60 Interessierte waren ins Sport- und Begegnungszentrum nach Westenholz gekommen, um sich aus erster Hand über die Planungen informieren zu lassen. Fachbereichsleiter Markus Hückelheim machte deutlich, „dass der Endausbau des Buchsbaumweges notwendig ist.”

Vier Bebauungspläne regeln die Bebauung am Buchsbaumweg. Diese wurden seit 1993 erstellt. Ein letzter Plan wurde 2019 aufgestellt. „Ohne die in den Plänen dokumentierte Absicht der Stadt, den Buchsbaumweg auszubauen, hätte es gar keine Baugenehmigung gegeben, unabhängig von der heutigen Optik der Straße“, sagte Hückelheim. Das 2019 ausgewiesene Baugebiet reicht bis an das für den Haustenbach ausgewiesene Überschwemmungsgebiet heran. „In der Zeit von 2002 bis 2010 sind digitale Modelle für den Hochwasserschutz entwickelt worden. Diese Simulationen beruhen auf Wasserständen für ein hundertjähriges Hochwasserereignis und reichen in einem Teilbereich bis an den Buchsbaumweg heran. Diese Flächen können nicht als Baugebiet ausgewiesen werden“, erläuterte Markus Hückelheim. Aufgrund der zunehmenden Wetterextreme seien die Überschwemmungsgebiete künftig eher größer umfasst

Im südlichen Teil des 366 Meter langen Buchsbaumweges wurden bereits Bohrungen durchgeführt, um den Zustand der Straße und des Unterbaus festzustellen. „Wir haben hier eine Asphaltdecke von sechs bis sieben Zentimeter Dicke und darunter eine Schotterung von zwölf Zentimetern. Für eine Wohn- und Sammelstraße mit Lieferverkehr wird aber ein Unterbau von 50 Zentimetern benötigt“, erläuterte Edgar Heidgerken vom Tiefbauamt der Stadt die technischen Details. Nach seinen Worten sei es nur eine Frage der Zeit, ehe auch im südlichen Bereich die optisch noch einigermaßen ordentlich aussehende Decke kaputt gehe.

Nach einer ersten Bürgerinformationsversammlung im November 2019 hat die Stadtverwaltung zwischenzeitlich einen Planungsentwurf erstellt: Der zehn Meter breite Baukorridor solle mit einer fünf Meter breiten, asphaltierten Fahrbahn, einem beidseitigen Grünstreifen sowie einem Radweg endausgebaut werden. „Da es sich um eine erstmalige Erschließung handelt, müssen wir die Kosten dafür laut Baugesetzbuch auf die Anlieger umlegen“, so Hückelheim.

Gesamtkosten betragen etwa 770.000 Euro

Die Gesamtkosten für den Ausbau und die Planung schätzt die Verwaltung großzügig auf 770.000 Euro. Zehn Prozent der Kosten übernimmt die Stadt, 90 Prozent werden je nach Grundstücksgröße auf die Anlieger umgelegt.

Der etwa 100 Meter lange Bereich des Überschwemmungsgebietes wird mit einer Tiefe von 40 Metern von der Stadt getragen. Sieht der Bebauungsplan eine eingeschossige Bauweise vor, fallen 30 Euro je Quadratmeter an, für eine im Plan stehende zweigeschossige Bauweise 37,50 Euro. Dabei komme es nicht auf die tatsächlich gebaute Geschossigkeit an, sondern auf die laut Bebauungsplan maximal mögliche Geschossigkeit.

Noch teurer wird die Erschließung bei einem Gebäude mit gewerblicher Nutzung. Bei eingeschossiger Bauweise beläuft sich der Beitragssatz auf 45 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche, bei einer zweigeschossigen Bauweise auf 52,50 Euro.

Vorbehaltlich des Ratsbeschlusses soll bis zum Herbst die Ausführungsplanung erarbeitet werden, anschließend erfolge die Ausschreibung, hieß es in der Versammlung. Der abschnittsweise Baubeginn erfolge dann ab Herbst oder ab dem Frühjahr 2021.

Der Bau werde sich dann über fünf Monate hinziehen und sich schrittweise auf die Schlinger Straße zubewegen.

Einer der Anlieger, Heinz-Ludger Brand, der aus persönlichen Gründen nicht am Infoabend teilnehmen konnte, kritisierte in einem Telefonat mit dieser Zeitung unter anderem die seiner Ansicht nach „viel zu kurzfristige Einladung” zur Anliegerversammlung. Ferner äußerte er Zweifel daran, dass der Buchsbaumweg eine reine Anliegerstraße sei.

Zur Begründung gab er an, die etwa 25 Häuser am abzweigenden Schlehenweg „können ausschließlich nur über den Buchsbaumweg erreicht werden”; somit sei „der Buchsbaumweg eine Durchgangsstraße”. Der Ausbau müsse seiner Meinung nach deshalb „anders berechnet werden“.

 

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