Entsorgung auf Kosten der Allgemeinheit
Containerstandorte immer häufiger zugemüllt

Delbrück (WB). Dass an den Containerstandorten für Altglas und Altkleider hin und wieder schon mal Müll abgelegt wird, ist kein neues Phänomen. Wahr ist aber auch, dass die Mengen des dort illegal entsorgten Unrats in den vergangenen Jahren, insbesondere aber in den vergangenen Monaten, massiv zugenommen haben. Am Beispiel des Standortes Wiemenkamp in Delbrück wird das besonders deutlich.

Montag, 29.06.2020, 22:02 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 23:00 Uhr
Teilansicht der Müllberge an den Containern am Wiemenkamp in Delbrück, fotografiert am späten Sonntagnachmittag. Foto: Jürgen Spies
Teilansicht der Müllberge an den Containern am Wiemenkamp in Delbrück, fotografiert am späten Sonntagnachmittag. Foto: Jürgen Spies

Den bisher unrühmlichen Höhepunkt konnten Passanten am vergangenen Wochenende beobachten: Vor den Containern lagen weit verstreut und in nahezu grotesk großer Menge Altkleider, darunter vielfach Kinderkleidung, aber auch regelrechter Müll sowie Geschirr, Haushaltsartikel und ausrangiertes Spielzeug herum. Dinge also, die an und in den Containern nichts verloren haben.

Vielfach handelt es sich – den Beobachtungen nach – bei den Hinterlassenschaften nicht um Unrat in Sperrmüllgröße, sondern eher um klassischen Hausmüll. Von daher läuft die Vermutung, dass die Abfallmengen an den Containern zugenommen haben, seitdem in Delbrück die Sperrmüllabfuhr kostenpflichtig ist, ins Leere.

Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Delbrück sind jedenfalls inzwischen zweimal pro Woche sowie außerdem noch bei weiterem Bedarf damit beschäftigt, den Unrat wegzuräumen – und auf Kosten der Allgemeinheit zu entsorgen, weil immer wieder und eben nicht nur sporadisch die Containerstandorte für eine derartige Abfallentsorgung missbraucht werden.

Betroffen ist nicht nur der Standort Wiemenkamp, wenngleich es dort häufig besonders schlimm aussieht. In den Ortsteilen muss der Bauhof häufiger als anderswo am Brakendiek in Lipp­ling aufräumen.

Kommentar

Am vergangenen Sonntag wurden am späten Nachmittag zwei Männer beobachtet, die am Wiemenkamp an den Altkleider-Containerklappen hantierten und bereits eingeworfene Säcke wieder herauszogen und aufrissen – offenbar auf der Suche nach noch tragbarer Kleidung. Sollte es in Delbrück eine Personengruppe geben, die nicht weiß, dass es andere Möglichkeiten gibt, meist nur für ein paar Euro an wirklich noch gute Hemden oder Hosen zu kommen, etwa im DRK-Kleiderladen oder im Kleiderstübchen, gibt es offenbar Informationslücken, die geschlossen werden sollten. Vielleicht könnte das hilfreich sein.

Dass Containerstandorte immer häufiger zugemüllt werden, beklagen bundesweit immer mehr Städte beziehungsweise Hilfsdienste, die Container aufgestellt haben und betreiben. Dort, wo Müllablagerungen überhand genommen haben, sind Container auch schon ersatzlos entfernt worden, etwa in Geldern. Bleibt zu hoffen, dass es in Delbrück nicht so weit kommt. Jürgen Spies

 

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