Kleine Braumanufaktur darf das Stadtwappen auf Flaschenetiketts verwenden
Prost! Obergäriges aus Delbrück

Delbrück (WB). Wo Delbrücker draufsteht, ist auch Delbrücker drin: Am Bösendamm 22 hat eines der jüngsten Unternehmen im Delbrücker Land sein Domizil bezogen. Denis Gerasimovski und seine Ehefrau Stefanie haben hier als Start-up-Unternehmer den Schritt in etwas Neues gewagt und brauen Delbrücker Bier, genauer: naturtrübe Brauspezialitäten, die nach obergärigem Brauvorgang ausschließlich in Flaschen reifen.

Freitag, 14.08.2020, 16:19 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 16:22 Uhr
Bierbrauer Denis Gerasimovski und seine Ehefrau Stefanie, die sich im Start-up-Unternehmen am Bösendamm um die kaufmännischen Angelegenheiten kümmert, haben gut lachen. Die kleine Brauerei läuft in der Probephase bereits und setzt ausschließlich auf obergärige, naturtrübe Biere in verschiedenen Kreationen und Geschmacksnuancen . Hauptprodukt soll das „Delbrücker Original“ werden. Die Vermarktung soll voraussichtlich Ende September beginnen. Fotos: Oliver Schwabe

Noch gibt es die Biere nicht im Handel zu kaufen, doch das wird schon bald der Fall sein: „Voraussichtlich gehen wir Ende September in der Vermarktung“, berichten Denis und Stefanie Gerasimovski. Sie hatten jetzt Bürgermeister Werner Peitz zu einem Unternehmensbesuch eingeladen. Ein Hintergrund: Die Braumanufaktur verwendet auf den Etiketten ihrer braunen 0,33-Liter-Flaschen in Steinieform (auch Stubbi genannt) das Delbrücker Stadtwappen.

Prost! Am Braukessel erläutert Denis Gerasimovski (rechts) Bürgermeister Peitz, dass untergärige Biere wie Pilsener bei niedrigen Temperaturen reifen, Obergärige eben bei höheren Temperaturen.

Prost! Am Braukessel erläutert Denis Gerasimovski (rechts) Bürgermeister Peitz, dass untergärige Biere wie Pilsener bei niedrigen Temperaturen reifen, Obergärige eben bei höheren Temperaturen. Foto: Oliver Schwabe

Ursprünglich war die Delbrücker Bierpremiere anlässlich des Katharinenmarktes geplant, berichtet Bierbrauer Gerasimovski. „Das wäre ein wirklich guter Zeitpunkt gewesen“, bedauert der 36-Jährige, dass das größte Delbrücker Volksfest diesmal nicht stattfinden kann.

Dass die Braumanufaktur das Stadtwappen verwenden darf, ist keine Selbstverständlichkeit. Dazu bedarf es eines Ratsbeschlusses, der im Fall der Anfrage der neuen Brauerei in Corona-Zeiten ohne Ratssitzung im Wege einer Dringlichkeitsentscheidung erfolgte.

„Der Rat hat in der Vergangenheit auch schon mal Anfragen anderer Unternehmen, die das Stadtwappen verwenden wollten abgelehnt, weil es kaum unmittelbare Delbrücker Bezüge gab. Im Fall der Braumanufaktur ist das etwas anderes. Die Biere werden hier hergestellt, es wird Delbrücker Wasser zum Brauen verwendet, hier wird abgefüllt, die Flaschen werden hier nach der Rückkehr wieder gereinigt und so weiter“, erläutert Peitz.

In den Stadtfarben: Schwarze Bierkästen, rote Kronkorken, weiße Etiketten.

In den Stadtfarben: Schwarze Bierkästen, rote Kronkorken, weiße Etiketten. Foto: Oliver Schwabe

Wie ist IT-Fachmann Denis Gerasimovski überhaupt darauf gekommen, in Delbrück Bier zu brauen? „Ich lebe schon seit Kindesbeinen in Delbrück und fühle mich hier wohl. Hobbybrauer bin ich schon seit etlichen Jahren. Meine Bierkreationen sind im kleineren Kreis immer auf viel Lob gestoßen. Ich bin ein Fan obergäriger Biere. Die gute Resonanz hat mich angespornt, meine Biere jetzt in einem größeren Rahmen und für Jedermann erhältlich herzustellen.“

Größenvergleiche zu anderen schon bekannten Regionalmarken sind derzeit nicht ansatzweise möglich. Denis und Stefanie Gerasimovski fangen ja bewusst ganz klein an. Alles ist Handarbeit, vom Malz-Schroten bis zum Verkorken der Flaschen per Muskelkraft!

Bis zu 500 Liter Bier

Herzstück der Brauerei ist ein Edelstahl-Braukessel (Volumen: 1000 Liter), in dem bis zu 500 Liter Bier entstehen. Sollte demnächst der Ausstoß nach steigendem Bedarf wachsen, hat Denis Gerasimovski schon vorgesorgt; ein zweiter Braukessel ist bereits angeschafft. „Als Brauer bin ich Autodidakt“, erzählt der junge Unternehmer. Seine große Leidenschaft ist das Ausprobieren und Tüfteln an verschiedenen Geschmacksrichtungen. Als künftiges Hauptprodukt sieht er sein „Delbrücker Original“ an. „Es handelt sich um obergäriges Ale, leicht herb, leicht fruchtig und frisch. Wir verwenden keinerlei Extrakte. Die Flaschenreifung bei 25 Grad Celsius ist eine altbewährte, traditionelle Methode, die dazu beiträgt, Aromen herauszukitzeln – ein weicher Trunk für jede Gelegenheit mit einem Alkoholgehalt um die 5 Prozent“, beschreibt Gerasimovski und ergänzt: „Es soll sprichwörtlich runtergehen wie Öl.“

Verschiedene Kreationen

Das Aroma des Bieres hängt generell von verschiedenen Faktoren ab. Die Auswahl der Rohstoffe ist dabei ebenso entscheidend wie die Art der verwendeten Hefe, die Gärführung und die Reifung bis zur Abfüllung. „Ich spiele gern mit diesen Möglichkeiten“, unterstreicht der 36-Jährige. Dass sich bei hefetrüben Bieren ein Bodensatz bildet, ist völlig normal.

Zum Portfolio der Manufaktur zählen deshalb eine Reihe ziemlich unterschiedlicher Kreationen: Da gibt es beispielsweise den betont kräftig-herben „Sturmwind“ (Alkoholgehalt: ungefähr 6,1 Prozent), den rötlichen „Nachtsegler“ (5,1), den trüben „Bernstein-Nebel“ (5,5), aber auch den „Leichtmatrosen“ (3.0). Denis und Stefanie Gerasimovski hoffen, dass sich ihre Biere als Nischenprodukte schnell etablieren können.

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