Batterietochter zieht Delbrücker Autozulieferer tief in die roten Zahlen
Paragon: Verlust wegen Voltabox

Delbrück (WB). Weil die auf Batteriesysteme spezialisierte Tochter Voltabox hohe Verluste verbucht hat, meldet der börsennotierte Delbrücker Autozulieferer Paragon für das Geschäftsjahr 2019 einen Konzernverlust von 123,5 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war noch ein Gewinn von 3,36 Millionen Euro eingefahren worden. In den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres hat Paragon den Verlust auf 3,6 Millionen Euro begrenzen können.

Freitag, 21.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 21.08.2020, 05:04 Uhr
Auf Voltabox-Vorstandschef Jürgen Pampel wartet viel Arbeit. Im Augenblick, so heißt es, wird in Delbrück aber wieder im Zwei-Schicht-Betrieb produziert. Foto: Jörn Hannemann
Auf Voltabox-Vorstandschef Jürgen Pampel wartet viel Arbeit. Im Augenblick, so heißt es, wird in Delbrück aber wieder im Zwei-Schicht-Betrieb produziert. Foto: Jörn Hannemann

Der Umsatz des Gesamtkonzerns erhöhte sich 2019 um 2,6 Prozent auf 192,2 Millionen Euro. Paragon selbst steigerte trotz der Krise in der Autobranche seine Erlöse um fast 16 Prozent auf knapp 140 Millionen Euro. Aber auch der Autozulieferer fuhr einen operativen Verlust von 15,5 Millionen ein. Im laufenden Jahr soll mit 105 bis 115 Millionen eine positive operative Marge erreicht werden.

Voltabox, der Hersteller von Fahrzeug-Batteriesystemen , an dem Paragon noch mit 60 Prozent beteiligt ist, musste indes erhebliche Wertberichtigungen vornehmen. Das Konzernergebnis der ebenfalls börsennotierten Tochter rutschte dadurch 2019 auf minus 101,9 Millionen Euro. Der hohe Verlust in der Bilanz hat Auswirkungen auf das Eigenkapital. Statt satter 154,5 Millionen, die Ende 2018 aufgrund des Börsengangs 2017 zur Verfügung standen, verfügt Voltabox nun nur noch über 51,8 Millionen Euro.

Ursächlich für die Wertberichtigungen sind Korrekturen bei den Lagerbeständen von Modulen und Systemen der ersten Batterie-Generation, die, so Voltabox-Vorstandschef Jürgen Pampel, wohl noch verkauft werden können, aber zu niedrigeren Preisen. Ein Anteil von 19 Millionen entfällt zudem auf die unrentable US-Tochtergesellschaft.

240 Voltabox-Mitarbeiter im Jahr 2019

Nach 66,9 Millionen Euro 2018 erwirtschafteten die 240 Voltabox-Mitarbeiter 2019 einen Umsatz von 56,6 Millionen – ein Rückgang um 15,4 Prozent. Die erforderliche Rückabwicklung eines Rechteverkaufs schlug negativ zu Buche. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebit) reduzierte sich um 24 Millionen von positiven 9,6 auf minus 14,4 Millionen Euro.

Die von Pampel erhoffte Wende im ersten Quartal trat nicht ein. Coronabedingt stand die Produktion weitgehend still. Entsprechend setzte Voltabox nur 2,8 Millionen Euro um. Der operative Verlust (Ebitda) war mit 6,2 Millionen mehr als doppelt so groß. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch 12,6 Millionen Euro Umsatz und ein operatives Plus von 2,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Fürs Gesamtjahr erwartet Voltabox nur noch zwischen 25 und 45 Millionen Euro Umsatz. Das Ergebnis werde negativ sein, die Ebitda-Marge aber von minus 25,4 Prozent 2019 auf höchstens minus sechs Prozent verbessert werden.

Voltabox-Aktienkurs in der Nähe des Allzeittiefs

Der Kurs der Voltabox-Aktie notierte am Donnerstag mit 3,55 nahe am Allzeittief von 3,08 Euro. Beim Börsengang 2017 war sie mit 32,90 Euro bewertet worden.

Inzwischen wird bei Voltabox wieder im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Hergestellt werden vor allem Systeme für innerbetriebliche Logistik und den Öffentlichen Personennahverkehr. Das betrifft sowohl Trolleybusse als auch die Umrüstung von Diesel-Bussen.

Die Paragon GmbH & Co. KGaA will nach Angaben von Konzernchef Klaus Dieter Frers ihren Anteil an der Voltabox AG verkaufen. Es laufen Gespräche.

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