Streuobstwiesenprojekt in Delbrück: Landschaftsarchitekt Alex Kalle setzt Wunsch von Johannes Schulte um
Am Knochenhorst wachsen alte Sorten

Delbrück -

Wenn schon, denn schon! So könnte auf kürzeste Weise das private Obstwiesenprojekt von Johannes Schulte und Regina Hüser am Knochenhorst in Delbrück umschrieben werden. Als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Bau eines Wohnhauses werden aktuell zwei Wiesen in unmittelbarer Nähe mit Obstbäumen bepflanzt.

Donnerstag, 03.12.2020, 13:43 Uhr aktualisiert: 03.12.2020, 14:18 Uhr
„Die allermeisten Bäume sind schon gepflanzt“, berichten (von links) Johannes Schulte, Regina Hüser und Alex Kalle. Neugierig waren beim Fototermin die Hunde Kira und Franzibär.
„Die allermeisten Bäume sind schon gepflanzt“, berichten (von links) Johannes Schulte, Regina Hüser und Alex Kalle. Neugierig waren beim Fototermin die Hunde Kira und Franzibär. Foto: Jürgen Spies

Umgesetzt wird die Anlage der Obstbaumwiesen vom Thüler Landschaftsarchitekten Alex Kalle. Ausgesucht wurden 70 Bäume ausschließlich beliebter alter Sorten, Äpfel und Birnen, die in den vergangenen Jahrzehnten beinahe in Vergessenheit gerieten, seit einiger Zeit aber wieder gerade bei solchen Projekten eine Art Renaissance erleben. Dadurch entsteht eine Vielfalt, die aus ökologischer Sicht ausgesprochen vorteilhaft ist.

Der ehemalige Landwirt Johannes Schulte möchte Obstbaumwiesen für Generationen schaffen („das ist ein Herzensprojekt“) und fand in Person von Alex Kalle einen Fachmann, der das mit Wissen und Leidenschaft unterstützt und realisiert: „Eine schöne und spannende Aufgabe!“

Die Bäume besorgte Kalle in Baumschulen. Die schon recht kräftigen und bis zu vier Meter hohen Obstbäume sind kerngesund, haben ein Wühlmausschutz-Drahtgeflecht am Wurzelballen und sollen auf den beiden Wiesen unweit des Boker Kanals weitere Wurzeln schlagen. Dreiböcke (Pflanzpfähle) helfen dabei und stabilisieren den Wuchs.

Apfelbaumsorten wie Sternrenette, Schöner aus Wiedenbrück oder der gute alte Boskop sowie Birnen wie die „Gräfin von Paris“ dienen nicht nur einer künftigen Geschmacksvielfalt und der Reifemischung aus frühen und späten Sorten. „Besonders für die gegenseitige Bestäubung der verschiedenen Sorten ist die richtige Auswahl wichtig“, berichtet Alex Kalle.

Er wird auch künftig das 70-Bäume-Projekt auf Privatgrund begleiten, für den notwendigen Beschnitt der Bäume sorgen und Nistkästen, Nisthilfen sowie Steinkauzröhren anbringen. Auch Greifvögelansitze seien auf der Mäusewiese durchaus denkbar.

Die Obstbaumwiesen sollen außerdem Lebensraum für Insekten sein. Ziel ist ferner eine Beweidung durch Schafe und Ziegen.

Johannes Schulte freut sich jetzt schon auf die ersten reifen Früchte im kommenden Jahr und darauf, dass die Äpfel und Birnen von seinen Streuobstwiesen wieder so unterschiedlich schmecken, wie man es damals kannte.

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