Neuer Multifunktionsbau mit Turnhalle und Räumen für die außerschulische Nutzung in Delbrück im Gespräch
Die Tage der alten Halle sind gezählt

Delbrück -

Gut ein halbes Jahrhundert lang waren das Lehrschwimmbecken und die darüberliegende Einfachturnhalle an der Marktstraße unverzichtbare Bestandteile des Sportstättenangebotes in Delbrück. Doch die Tage des Komplexes sind gezählt, zumal das Lehrschwimmbecken schon seit einiger Zeit nicht mehr genutzt wird und bautechnisch im Behördendeutsch als „abgängig“ bezeichnet werden kann.

Donnerstag, 14.01.2021, 02:30 Uhr
Die alte Einfachhalle ist bis vor kurzem, bis zur coronabedingten Hallensportpause, noch regelmäßig genutzt worden.
Die alte Einfachhalle ist bis vor kurzem, bis zur coronabedingten Hallensportpause, noch regelmäßig genutzt worden. Foto: Jürgen Spies

Das im Sommer 2020 vom Büro SSR Schulten Stadt- und Raumentwicklung erarbeitete Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) der Stadt Delbrück sieht vor, den im typischen Stil der späten 60er/frühen 70er Jahre errichteten Baukörper in Wasch­betonoptik abzureißen und an diesem Standort einen Multifunktionsbau entstehen zu lassen, der eine Turnhalle und einen Aufbau mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten umfasst.

So sieht es aktuell im nicht mehr genutzten Lehrschwimmbecken aus. Es ist entbehrlich geworden. Über die gesamte Nutzungsdauer hinweg war die kleine Schwimmhalle ein echter Energiefresser.

So sieht es aktuell im nicht mehr genutzten Lehrschwimmbecken aus. Es ist entbehrlich geworden. Über die gesamte Nutzungsdauer hinweg war die kleine Schwimmhalle ein echter Energiefresser. Foto: Jürgen Spies

Entschieden ist noch nichts, und die ganz grobe Gesamtkostenschätzung (Stand 2020: 7,5 Millionen Euro) ist allenfalls ein Anhaltspunkt. Sollte das Projekt so wie im ISEK dargestellt oder alternativ ohne Aufstockung gebaut werden, kann die Stadt Delbrück erhebliche Zuschüsse erwarten. „Sogar der Abriss der Turnhalle und des Lehrschwimmbeckens wäre zuschussfähig“, berichtete Fachbereichsleiter Markus Hückelheim in einem Gespräch mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT.

Bürgermeister Werner Peitz erläuterte auf Anfrage, das Schulzentrum benötige auf jeden Fall weitere Turnhalleneinheiten. Außerdem habe das ISEK bestätigt und herausgestellt, dass es in Delbrück aktuell an einem differenzierten Raumangebot für Vereine, Gruppierungen und außerschulische Bildungszwecke mangele. Auch der städtische Jugendtreff (JTD) könnte von neuen Räumen profitieren.

Diese Ansicht kennt man natürlich in Delbrück: Überdachter Durchgang mit den beiden Eingängen (Turnhalle, Lehrschwimmbecken).

Diese Ansicht kennt man natürlich in Delbrück: Überdachter Durchgang mit den beiden Eingängen (Turnhalle, Lehrschwimmbecken). Foto: Jürgen Spies

Dies und mehr lässt die Stadt derzeit durch eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie prüfen. Hückelheim geht davon aus, dass diese Studie im Frühjahr vorliegt. „Wir sind schon gespannt darauf“, bemerkt der Fachbereichsleiter auch im Namen seiner Kolleginnen und Kollegen.

Die Studie kann unter anderem Aufschluss darüber geben, in welche Richtung grundsätzlich weitergeplant wird, nachdem der Fachausschuss des Rates darüber gesprochen hat. Wird „nur“ eine neue Sporthalle für die Schulen und die Nutzung durch Vereine gebaut? Wird darauf ein Geschoss für außerschulische Zwecke aufgestockt, oder verzichtet man darauf? Auch zu besonderen Statikfragen, die sich durch die mögliche Gebäudekombination ergeben, werden Antworten erwartet.

Vorausgesetzt, der Stadtrat fasst im Spätsommer 2021 den Beschluss, die Stadt möge Förderanträge stellen, um dann in die Detailplanung zu gehen, könnte frühestens im Laufe des Jahres 2023 Baubeginn sein.

Schon vor etwas längerer Zeit gab es in Delbrück Überlegungen, die benötigte weitere Sporthalle unweit der beiden Dreifachturnhallen zu errichten. „Wir hätten dort letztlich zu wenig Platz gehabt. Außerdem halte ich den Standort an der Marktstraße für ideal – unmittelbar am Schulcampus“, erklärt Bürgermeister Peitz.

Seit gut 50 Jahren steht die alte Turnhalle an der Marktstraße. Im Untergeschoss wurde damals das Schwimmbecken angelegt.

Seit gut 50 Jahren steht die alte Turnhalle an der Marktstraße. Im Untergeschoss wurde damals das Schwimmbecken angelegt. Foto: Jürgen Spies

Neue Lösungen und Modelle zur Energieversorgung bestehender und neuer Gebäude im großen Schulzentrum werden sich durch die mögliche Errichtung eines Multifunktionsbaus ebenfalls ergeben. „Darüber muss sehr frühzeitig im Planungsprozess Klarheit herrschen“, stellt Markus Hückelheim einen wichtigen Aspekt heraus.

Ob beim Abriss des alten Komplexes eventuell unliebsame Altlasten auftauchen könnten – schließlich war es damals allerorten nicht unüblich, auch schadstoffhaltige Materialien zu verbauen – vermochte Hückelheim auf Anfrage des WV noch nicht abschätzen.

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