Seit Dezember gab es Corona-Ausbrüche in zwei Wohnbereichen – Jetzt sind die Impfungen vollzogen
Acht Todesfälle im Delbrücker von-Galen-Haus

Delbrück -

Im Delbrücker Caritas-Altenheim Clemens-August-von-Galen-Haus hat es seit Mitte Dezember Coronaausbrüche in zwei Wohnbereichen gegeben. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind insgesamt acht Bewohner mit oder an Corona verstorben. Das bestätigte Pressesprecherin Beate Lischka vom Caritasverband Paderborn auf Anfrage.

Dienstag, 09.02.2021, 20:00 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 21:18 Uhr
Das Clemens-August-von-Galen-Haus wurde 2005 eröffnet. 60 Bewohner werden aktuell dort betreut, zudem gibt es zwölf Kurzzeitpflegeplätze.
Das Clemens-August-von-Galen-Haus wurde 2005 eröffnet. 60 Bewohner werden aktuell dort betreut, zudem gibt es zwölf Kurzzeitpflegeplätze. Foto: Caritasverband Paderborn

Mitte Dezember sei eine Bewohnerin von einem Krankenhaus-Aufenthalt zurückgekehrt. Bei ihrer Rückkehr sei die Seniorin mittels eines PCR-Schnelltests zwar negativ getestet worden, habe aber offenbar das Virus doch in sich getragen und sowohl Mitbewohner als auch Mitarbeiter in ihrer Hausgemeinschaft angesteckt. Insgesamt hätten sich zehn der zwölf Bewohner sowie sieben Mitarbeiter in diesem Wohnbereich infiziert.

„Bis Anfang Januar hatten wir sieben Todesfälle zu beklagen, wobei drei Bewohner bereits vor der Coronaerkrankung palliativ behandelt wurden und schon geschwächt waren, als das Virus nachgewiesen wurde. Sie sind mit, aber nicht an Corona gestorben“, sagte Beate Lischka. Die Testungen von Bewohnern und Mitarbeitern seien umgehend noch weiter ausgeweitet worden. Jeder Mitarbeiter wird aktuell vor Dienstbeginn getestet, die Bewohner, soweit es ihr Gesundheitszustand zulässt, ebenfalls täglich.

Am 4. Januar begannen dann im Clemens-August-von-Galen-Haus die Impfungen von Bewohnern und Mitarbeitern, die zweite Impfung wurde am 25. Januar verabreicht. Zwischen diesen beiden Impfungen traten aber weitere Coronafälle in einem zweiten Wohnbereich auf. Diese Fälle seien im Rahmen der engmaschigen Testungen aufgefallen, berichtete Beate Lischka. In dieser zweiten Hausgemeinschaft gab es sechs Erkrankte, von denen eine Person ebenfalls verstarb. Bei den anderen Betroffenen seien die Krankheitsverläufe zum Glück deutlich milder, berichtete die Caritas-Pressesprecherin. „Es ist uns gelungen, das Ausbruchsgeschehen auf diese Hausgemeinschaft zu beschränken. Aufgrund von sehr strikten Quarantäne-Maßnahmen konnte ein ,Überschwappen‘ in die anderen Hausgemeinschaften noch verhindert werden“, betonte Beate Lischka.

Das Clemens-August-von-Galen-Haus hat sechs Hausgemeinschaften samt Kurzzeitpflege. Insgesamt gibt es aktuell 60 Bewohner und zwölf Kurzzeitpflegeplätze. Die Senioren werden von 80 Mitarbeitern versorgt. Dazu kommen viele ehrenamtliche Helfer. Das Seniorenheim an der von-Galen-Straße wurde 2005 eröffnet. Leiterin ist seit dem 1. Dezember 2015 Ursula Fischer, die den Posten von Anne Goldbach übernommen hatte.

Dass die Coronaausbrüche und Todesfälle im Clemens-August-von-Galen-Haus nicht früher bekannt wurden, liegt an etwas verschlungenen Informationswegen und am Datenschutz. Der Kreis Paderborn teilt zwar jeden Tag die Zahl der Neuinfizierten und der Todesfälle, aufgeschlüsselt nach Wohnort mit, aber nicht, wer konkret betroffen ist oder ob es auffällige Häufungen von Coronafällen in bestimmten Einrichtungen oder Firmen gibt. „Wir sind an den Datenschutz gebunden. Das ist der Grund, warum wir keine detaillierten Informationen herausgeben. Es geht auch darum, eine Identifizierbarkeit der Betroffenen zu vermeiden. Das alles erfolgt in Rücksprache mit unserem Datenschutzbeauftragten und es gibt auch eine Verordnung dazu, was wir bekannt geben und in welcher Form“, sagte die Pressesprecherin des Kreises, Michaela Pitz.

Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz teilte mit, die Stadtverwaltung informiere über die Coronalage in städtischen Einrichtungen wie zum Beispiel Schulen, Kindergärten oder zuletzt dem Flüchtlings- und Obdachlosenheim am Zollbrett. Infos von Seiten der Stadt gibt es aber nicht, wenn privatwirtschaftlich oder kirchlich betriebene Einrichtungen betroffen sind. So gibt es aus dem Rathaus zum Beispiel Veröffentlichungen zu Quarantänemaßnahmen in städtischen Kitas, aber nicht unbedingt zu Einrichtungen anderer Träger. Hier entscheidet der jeweilige Träger, ob und in welcher Form öffentlich informiert wird.

In Hövelhof hatte sich das im vergangenen Frühjahr ebenfalls von Corona betroffene Caritas-Altenheim Haus Bredemeier von sich aus an die Medien gewandt und gemeinsam mit dem Krisenstab der Gemeinde über den Ausbruch und auch über Todesfälle informiert. Eine Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit gibt es aber nicht.

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