Fr., 05.01.2018

Senne-Plastik hofft auf Erweiterung des Gewerbegebiets Schierbusch in Hövelhof »Uns läuft die Zeit weg«

Senneplastik-Chef Carsten Fest würde gerne mit seinem Unternehmen in Hövelhof bleiben.

Senneplastik-Chef Carsten Fest würde gerne mit seinem Unternehmen in Hövelhof bleiben. Foto: Besim Mazhiqi

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). »Wenn wir keine Chance kriegen, unsere Firma an den Schierbusch zu verlagern, werden wir langfristig gesehen den Standort Hövelhof verlassen müssen.« Carsten Fest, Chef der Firma Senne-Plastik, weiß derzeit nicht, wie die Zukunft seines an sich glänzend aufgestellten Unternehmens aussieht.

Er ist Hövelhofer, seine Firma trägt das Wort »Senne« im Namen, er ist mit seiner Heimat als Firmenstandort hoch zufrieden – und doch droht der Rückzug, wenn nicht bald eine Entscheidung fällt, ob das Gebiet zwischen Hövelrieger und Bielefelder Straße (Schierbusch) gegenüber der Firma Hedenkamp als neues Gewerbegebiet ausgewiesen werden darf. Andere Flächen stehen in Hövelhof nicht zur Verfügung und Bürgermeister Michael Berens setzt seine Hoffnungen bekanntlich in die neue Landesregierung. Die Bezirksregierung in Detmold aber bleibt bisher bei ihrer Ansicht, dass das Waldgebiet nicht angetastet werden darf.

Carsten Fest erläutert nun, was diese Ungewissheit für ihn bedeutet: »Bis Ende 2019 muss ich eine unternehmerische Entscheidung treffen. 2023 endet unser Mietvertrag an der Industriestraße, dann müssen wir hier raus. Ohnehin platzen wir schon aus allen Nähten und müssen uns dringend vergrößern. Allein im vergangenen Jahr mussten wir zwölf Prozent aller Neukundenaufträge ablehnen, weil es mit der aktuellen Belegschaft nicht mehr zu schaffen gewesen wäre.«

Grundsätzlich sei er guter Dinge, dass es mit der Schierbusch-Erweiterung klappe – für Fest ist das Thema aber auch eine Zeitfrage: »Uns läuft die Zeit weg. Wir bräuchten jetzt bald eine feste Zusage für ein Grundstück, um spätestens 2020 in konkrete Planungen einsteigen zu können.«

Für die ablehnende Haltung der Bezirksregierung hat Carsten Fest kein Verständnis: »Hier geht die Politik an den Bedürfnissen vieler Menschen vorbei. Wenn mir dann mitgeteilt wird, ich könne mein Unternehmen doch ins Ruhrgebiet verlagern, dann frage ich mich schon, ob das ernst gemeint ist. Ich müsste mir dort einen komplett neuen Mitarbeiterstamm aufbauen, denn ich kann ja nicht ernsthaft davon ausgehen, dass meine Mitarbeiter alle von Hövelhof ins Ruhrgebiet ziehen oder dauerhaft pendeln.«

Auch das von der Bezirksregierung immer wieder als Alternative angeführte neue Gewerbegebiet Stukenbrock hilft ihm nicht weiter, fürchtet Fest: »Ich sehe noch nicht, dass dort in den kommenden Jahren gebaut werden kann. Da sind etliche Anwohner ja nicht mal bereit, ihre Grundstücke zu verkaufen. Ich schätze, dass noch fünf Jahre ins Land gehen, bis dort Klarheit herrscht. Das dauert zu lange für uns.« Er setze wie übrigens auch die Firma Hedenkamp seine Hoffnungen weiterhin in die Schierbusch-Erweiterung.

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