Fr., 12.01.2018

Bahnhofsuhr eingeweiht – Verfügungsfonds inzwischen fast leer Hövelhof tickt jetzt richtig

Weihten die frisch restaurierte Uhr am Bahnhofsgebäude ein (von links): Bürgermeister Michael Berens, Pascal Pöhler vom Verkehrsverein, Sponsor Franz-Josef Kaimann, Uhrmachermeister Franz-Gerhard Hemmer und Marketingchef Thomas Westhof.

Weihten die frisch restaurierte Uhr am Bahnhofsgebäude ein (von links): Bürgermeister Michael Berens, Pascal Pöhler vom Verkehrsverein, Sponsor Franz-Josef Kaimann, Uhrmachermeister Franz-Gerhard Hemmer und Marketingchef Thomas Westhof.

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Am Hövelhofer Bahnhof kann jetzt jeder sehen, was die Stunde geschlagen hat: Gestern wurde eine restaurierte alte Bahnhofsuhr am Gebäude aufgehängt. Bezahlt wurde sie zur Hälfte aus dem Verfügungsfonds. Der ist jetzt fast leer.

Die Bahnhofsuhr an sich war ein kostenloses Geschenk der Deutschen Bahn. Sie musste allerdings aufwändig umgebaut werden, was Kosten in Höhe von 3800 Euro verursachte. 1926 Euro steuerte der Verfügungsfonds bei, die andere Hälfte der Summe übernahm als Sponsor der Hövelhofer Unternehmer Franz-Josef Kaimann, der vom Verkehrsverein um Unterstützung gebeten worden war.

Zifferblatt mit 60 Zentimeter Durchmesser

Die Kosten sind unter anderem deshalb so hoch, weil die Uhr, deren Zifferblatt 60 Zentimeter Durchmesser hat, ursprünglich für die seitliche Anbringung an einem Gebäude oder Pfosten konzipiert war. Sie wurde bei Uhrmachermeister und Restaurator Franz-Gerhard Hemmer aus Hoyerhagen (nahe Bremen) umgebaut und gestern am Bahnhofsgebäude montiert. Bürgermeister Michael Berens war zuvor des Öfteren auf das Fehlen einer solchen Zeitanzeige angesprochen worden – bisher gab es nur auf dem Bahnsteig Uhren, nicht aber zur Bahnhofstraße hin.

Franz-Gerhard Hemmer schätzt, dass die Uhr etwa aus dem Jahr 1958 stammt. »Damals war das eine ganz neue Technik, vorher gab es keine Sekundenzeiger«, sagte der Uhrmachermeister, der gestern mit seinem Sohn Thomas nach Hövelhof gekommen war, um das liebevoll restaurierte gute Stück aufzuhängen. Wo die Uhr früher einmal hing, ist nicht bekannt. »Auf jeden Fall an einem Bahnhof in OWL«, sagt Hövelhofs Marketingchef Thomas Westhof.

In der Werkstatt von Hemmer wurden das Uhrwerk erneuert, der alte Lack und Rost entfernt und die Uhr aufwändig in mehreren Schichten neu lackiert. Der Kontakt zu Franz-Gerhard Hemmer war über den Hövelhofer Juwelier Alfons Spieker zustande gekommen. Über die Mitfinanzierung entschied das Vergabegremium des Verfügungsfonds Anfang Dezember.

Viele Projekte mit Mitteln aus dem Verfügungsfonds finanziert

181.714 Euro standen seit 2012 im Verfügungsfonds bereit, 70 Prozent dieser Summe haben Bund und Land NRW beigesteuert, 30 Prozent die Gemeinde Hövelhof. Gefördert wurden und werden Projekte, die zur Verschönerung des Ortsbildes beitragen, aber nur dann, wenn sich für 50 Prozent der Gesamtkosten ein Sponsor findet.

Bauamtsleiter Andreas Markgraf gab gegenüber dem WV einen Überblick, welche Projekte seit 2012 über den Verfügungsfonds mitfinanziert wurden. Die bekanntesten dürften die Kultursäule an der Hauptkreuzung und das Bronzemodell des Hövelhofer Ortskerns vor der Tourist Info sein. Das vom Paderborner Künstler Bernd Cassau geschaffene Kunstwerk wird kommendes Jahr im Zuge der Umbauarbeiten im Schlossgarten übrigens in die Mittelachse des Parks versetzt. Außerdem wurden Werbepylonen (Carrée im Zentrum und Hövelmarkt), Sonnenschirme (Imbiss Epping und Kirchengemeinde), Hövelhof-Fahnen und die Illuminierung der Pfarrkirche und des Küsterhauses über den Fonds mitfinanziert.

Geld für die Heidschnuckenskulptur

In der letzten Sitzung im Dezember hat das Vergabegremium zahlreiche weitere Anträge genehmigt. »Der höchste Zuschuss mit 55.000 Euro fließt in die Bronze-Heidschnuckenskulptur des irischen Künstlers Alan Ryan Hall für den Henkenplatz«, sagt An­dreas Markgraf. Mit spezieller Beleuchtung in Szene gesetzt werden künftig auch das Jagdschloss und die Kulturscheune.

Mit Hilfe des Vereins Sennekult soll demnächst außerdem ein öffentlicher Bücherschrank in der Einkaufsstraße aufgestellt werden. Zudem sind Investitionen geplant, die an der Straße Zur Post zu einer optischen Aufwertung (Fassaden, Markisen) führen. Wenn all diese Projekte umgesetzt sind, verfügt der Fonds noch über Restmittel von 5595 Euro. »Es gibt aber Überlegungen, noch einmal einen neuen Fonds aufzulegen. Da sind wir gerade dran«, sagt Markgraf.

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