Haus am Kreisel in Hövelhof könnte auch bei Neubau des Marktes stehen bleiben
E-Center: 127 Parkplätze würden reichen

Hövelhof (WB). Um genug Parkplätze für das neue E-Center an der Bielefelder Straße nachweisen zu können, müsste die Firma Lüning theoretisch das von ihr gekaufte Haus am Kreisel (Boutique Edith M.) nicht abreißen. Das hat die Gemeindeverwaltung jetzt auf Anfrage von André Klocksin (FDP) mitgeteilt.

Freitag, 16.02.2018, 07:50 Uhr aktualisiert: 16.02.2018, 08:00 Uhr
Bleibt das Haus am Kreisel vorerst stehen oder wird es abgerissen? Genügend Parkplätze, um eine Baugenehmigung zu erhalten, könnte die Firma Lüning auch anlegen, wenn das Gebäude (Modeboutique Edith M.) zunächst stehen bliebe. Foto: Besim Mazhiqi
Bleibt das Haus am Kreisel vorerst stehen oder wird es abgerissen? Genügend Parkplätze, um eine Baugenehmigung zu erhalten, könnte die Firma Lüning auch anlegen, wenn das Gebäude (Modeboutique Edith M.) zunächst stehen bliebe. Foto: Besim Mazhiqi

Zuvor war die konkrete Frage, wie viele Parkplätze Lüning für die Erteilung einer Baugenehmigung anlegen muss, mehrfach unbeantwortet geblieben . Die Firma Lüning will, wie berichtet, in diesem Jahr mit der Erweiterung des Elli-Marktes in ein fast dreimal so großes E-Center beginnen und hat zu diesem Zweck das Grundstück am Kreisverkehr Bielefelder/Gütersloher Straße gekauft. Das dortige Geschäftshaus soll abgerissen werden, um mehr Parkplätze zu schaffen.

Boutiquenbesitzerin hat noch Mietvertrag bis 2022

Die schriftliche Anfrage der FDP haben Bauamtsleiter Andreas Markgraf und Bürgermeister Michael Berens im Vorfeld der Ratssitzung am kommenden Donnerstag, 22. Februar, jetzt beantwortet. Demnach ist es denkbar, dass Boutiquenbesitzerin Edith Meier , die noch einen Mietvertrag bis Ende 2022 hat, ihr Geschäft auch während und nach der Erweiterung des E-Centers weiterführen kann und das Haus bis mindestens Ende 2022 stehen bleibt.

»Für das E-Center sind mindestens 127 Stellplätze zu errichten«, heißt es von der Verwaltung in der Antwort auf die FDP-Anfrage. Lüning hingegen plant mit 175 Stellplätzen. Diese Anzahl kann aber nur erreicht werden, wenn das Haus am Kreisel abgerissen wird.

Lüning könnte zunächst auf 21 Parkplätze verzichten

»Wird das bestehende Wohn- und Geschäftshaus zunächst nicht beseitigt, könnten immer noch ausreichend Stellplätze geschaffen werden«, teilt das Bauamt mit. Auf der Fläche, auf der derzeit das Haus steht, würden 21 Autos Platz finden. Bliebe das Haus stehen, könnten immer noch 154 Stellplätze angeboten werden. Offenbar gibt es Überlegungen, das Haus am Kreisel zunächst nicht abzureißen, sondern den E-Center-Parkplatz vorerst quasi »drumherum« anzulegen. »Je nach Aufteilung einer (temporären) Stellplatzanlage rings um das Haus, das dann frei innerhalb der Stellplatzanlage steht, wird man dennoch die Mindestanzahl von 127 Stellplätzen anlegen können«, wurde mitgeteilt.

Stadt Delbrück sieht Markterweiterung kritisch

Im Rahmen der Offenlegung der Pläne erwägt die Stadt Delbrück nach wie vor, Kritik an der Vergrößerung des Marktes zu äußern. Ein Verträglichkeitsgutachten, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hatte, kommt wie im Bauausschuss bekannt gegeben zu dem Schluss, dass speziell dem kleinen Lebensmittelmarkt in Ostenland Einnahmeverluste von bis zu acht Prozent drohen. Das Gutachten bilanziert, diese acht Prozent seien die maximale Zumutbarkeitsschwelle für diesen Anbieter – sprich: Der Lebensmittelmarkt in Ostenland wird die Konkurrenz aus Hövelhof wohl am deutlichsten zu spüren bekommen. »Die Rechtsprechung orientiert sich zwar an einer Grenze von zehn Prozent, wir werden uns aber im Rahmen der Offenlegung wohl dennoch zu Wort melden. Gerade kleine Märkte auf dem Land haben sowieso zu kämpfen, und Ostenland wäre stark betroffen«, sagt der Delbrücker Bauamtsleiter Heinz Drüke, dem das Gutachten allerdings noch nicht vorliegt.

Vermehrt kommt zudem die Frage auf, welche Auswirkungen die Marktvergrößerung direkt in Hövelhof haben könnte. Mit Netto, Aldi, dem E-Center und dem Elli-Markt gibt es zahlreiche Supermärkte in unmittelbarer Nähe zum Ortskern. Offenbar vermag der Gutachter nicht gänzlich auszuschließen, dass es durch den verstärkten Konkurrenzkampf in der Sennegemeinde zu möglichen Betriebsschließungen kommen könnte.

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