Sa., 24.03.2018

Thomas Wecker bietet künftig Führungen in der Furlmühle in Hövelhof-Riege an Das Erklären ist des Müllers Lust

Thomas Wecker (Mitte) bekommt von Michael Berens (rechts) eine Müllermütze überreicht, wie sie schon sein Vorgänger Hugo Henkemeyer alias »Henken-Hugo« trug. Ferdinand Stöppel freut sich, dass bald wieder Führungen angeboten werden.

Thomas Wecker (Mitte) bekommt von Michael Berens (rechts) eine Müllermütze überreicht, wie sie schon sein Vorgänger Hugo Henkemeyer alias »Henken-Hugo« trug. Ferdinand Stöppel freut sich, dass bald wieder Führungen angeboten werden. Foto: Besim Mazhiqi

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Wie der korrekte Müllersgruß heißt, weiß er längst: »Glück zu«, ruft Thomas Wecker. Der 60-jährige Hövelrieger übernimmt ein ganz besonderes Amt: Er tritt in die Fußstapfen des legendären Hugo Henkemeyer, in ganz Hövelhof auch als »Henken-Hugo« bekannt, und wird künftig im Namen der Dorfgemeinschaft Riege/Hövelriege Führungen in der historischen Furlmühle am Furlweg anbieten.

Damit ihn auch alle in seinem neuen Ehrenamt gleich erkennen, überreichte ihm Bürgermeister Michael Berens auf der Jahreshauptversammlung der Dorfgemeinschaft eine Mütze, wie sie auch »Henken-Hugo« bei seinen Mühlenführungen stets trug. Der ist als »Müller« sogar auf einer Postkarte verewigt, die Michael Berens einrahmen ließ und sie ebenfalls Thomas Wecker überreichte.

Die Furlmühle in Riege ist seit den 1980er Jahren zweimal saniert worden – Führungen aber konnte man zuletzt nicht mehr buchen. Die rührige Dorfgemeinschaft machte sich nun auf die Suche nach einem neuen »Müller« – und ausgerechnet auf der Hochzeit seines Sohnes Andreas sah sich Thomas Wecker mit der Frage konfrontiert, ob er dieses Amt nicht übernehmen wolle. »Da habe ich nach einigem Überlegen erst mal ganz spontan ›vielleicht‹ gesagt«, schmunzelt der 60-Jährige. Aber die Idee ließ ihn so schnell nicht wieder los.

Wecker kennt die Mühle von Kindesbeinen an

Denn Thomas Wecker verbindet viel mit dem historischen Gemäuer: »Franz-Josef Furlmeyer, der auf dem Hof Furlmeyer lebte, war ein Klassenkamerad von mir und daher kenne ich auch die Mühle von Kindesbeinen an«, berichtet er. Auch das Elternhaus seiner Oma habe auf dem Gelände des Hofes Furlmeyer gestanden: »Das ist jetzt allerdings ein Bullenstall«, lacht er – und wie all diese Anekdoten so aus ihm heraussprudeln, lässt sich bereits erahnen, dass auch die künftigen Besucher der Mühle sicherlich viel Spaß bei seinen Erklärungen haben werden.

In den vergangenen Monaten hat Wecker viele Bücher über Mühlen und das Müllerhandwerk gelesen und mit älteren Riegern und Hövelriegern über die Mühle gesprochen, die bis 1970 noch in Betrieb war. »Die Führungen, die ich anbieten werde, bauen auf einen Vortrag auf, den Hugo Henkemeyer uns hinterlassen hat«, sagt Thomas Wecker..

Dorfgemeinschaft hofft auf regen Zulauf

Die Dorfgemeinschaft hofft nun auf ähnlich regen Zulauf wie am Dorfschulmuseum in Riege , wo pensionierte Lehrer ebenfalls Führungen und Schulunterricht »wie vor 100 Jahren« anbieten. Das Museum erfreut sich großer Beliebtheit. »Schulen kommen oft mit zwei Klassen gleichzeitig und wir könnten uns vorstellen, dass wir künftig einer Klasse die Mühle und der anderen Klasse das Schulmuseum zeigen und beide Gruppen dann nach einer gewissen Zeit die Örtlichkeiten tauschen«, sagt der gerade im Amt bestätigte Vorsitzende der Dorfgemeinschaft , Ferdinand Stöppel.

Auch wenn das Kornmahlen aus technischen Gründen nicht mehr vorgeführt werden kann, ist sich die Dorfgemeinschaft sicher, dass ihr neuer ehrenamtlicher Müller den Besuchern das alte Handwerk bestens näher bringen kann. Und Thomas Wecker freut sich auch darüber, dass inzwischen aus seinem spontanen »Vielleicht« ein klares »Ja!« geworden ist – und zwar ein Ja, das aus tiefestem Herzen kommt. Na dann: »Glück zu!«

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