Di., 08.05.2018

Gewerbepark Senne: Gegner diskutieren mit André Kuper »Wir werden ignoriert«

Marion Schmidt aus Hövelriege sowie Mark Grünke und Annette Austermüller aus Stukenbrock (von links) diskutieren mit dem CDU-Landtagsabgeordneten und Landtagspräsidenten André Kuper (Dritter von links) über das geplante Gewerbegebiet

Marion Schmidt aus Hövelriege sowie Mark Grünke und Annette Austermüller aus Stukenbrock (von links) diskutieren mit dem CDU-Landtagsabgeordneten und Landtagspräsidenten André Kuper (Dritter von links) über das geplante Gewerbegebiet Foto: Meike Oblau

Von Meike Oblau

Hövelhof/Stukenbrock (WB). Das interkommunale Gewerbegebiet »Gewerbepark Senne« erhitzt die Gemüter, vor allem die der unmittelbar betroffenen Anwohner und Grundstückseigentümer. Gestern haben sie sich mit dem CDU-Landtagsabgeordneten André Kuper getroffen.

An dem geplanten Gewerbegebiet sind die Kommunen Schloß Holte-Stukenbrock, Hövelhof und Augustdorf beteilig t. Von Hövelhof aus gesehen liegt die angedachte Fläche in Verlängerung der Bielefelder Straße hinter der A33-Auffahrt. Das geplante Areal umfasst 53 Hektar. »19 Hektar der geplanten Fläche werden sie nicht bekommen, weil sechs Eigentümer nicht verkaufen wollen«, machte gestern Mark Grünke klar. Er ist einer dieser Grundstückseigentümer.

Viele Unterschriften auch aus Hövelriege

Am Termin mit An­dré Kuper nahmen auch Anwohner aus Hövelriege teil: »Aus unserer Nachbarschaft haben fast alle gegen den Gewerbepark Senne unterschrieben «, sagte Marion Schmidt. »In Hövelhof wird dieses Thema offenbar bewusst klein gehalten, man erfährt kaum etwas. Wir brauchen in Hövelhof keine neuen Arbeitsplätze, die Arbeitslosenquote ist niedrig und ein neues Gewerbegebiet würde noch mehr Pendler und Verkehr in Hövelhof bringen«, findet Schmidt. Auch die Erweiterung des Gewerbegebiets Schierbusch sei in Hövelhof keineswegs so sehr gewollt, wie es der Bürgermeister immer kommuniziere, meint Schmidt.

Sorge um die »grüne Lunge der Senne«

Mark Grünke betonte: »Wir wollen nicht in Vergessenheit geraten. Es wird einfach weiter geplant, obwohl die Flächen nicht zur Verfügung stehen.« Annette Austermüller, der der Campingplatz »Am Furlbach« gehört, ergänzt: »Das ist die grüne Lunge der Senne, die Emsquellen liegen in der Nähe. Hier wurde viel für den Tourismus getan, viele Ausflügler genießen es. Es ist furchtbar, dass so viel Natur zerstört werden soll.« Mark Grünke führte aus: »Wir als Protestgruppe haben unsere Argumente längst vorgelegt, werden aber offenbar ignoriert. Es wird nicht mehr mit uns kommuniziert.«

Landtagsabgeordneter André Kuper versuchte, die Gemüter zu beruhigen: »Keine Stadt kann an geltenden Vorschriften vorbei planen«, sagte der ehemalige Rietberger Bürgermeister. Er sei vor allem gekommen, um zuzuhören. »Es gilt das Recht der kommunalen Planungshoheit. Das Heft des Handelns liegt derzeit in Schloß Holte-Stukenbrock, Hövelhof und Augustdorf. Egal, wie die Eigentumsverhältnisse sind: Ein Rat kann erst mal planen«, fasst Kuper zusammen. Der Grunderwerb sei dann der zweite Schritt: »Wenn der nicht realisiert werden kann, kann auch das Gewerbegebiet nicht realisiert werden.«

Bürger sollten Bedenken schriftlich einreichen

Es sei nun wichtig, dass die Bürger ihre Bedenken formulierten: »Da gibt es im Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren auch Fristen zu beachten.« Mark Grünke entgegnete: »Wir werden schon aufpassen, dass da alles eingehalten wird.« André Kuper versprach, sich einen Vermerk zu machen und den Bürgermeistern zuzusenden. Er sagte aber auch, dass er nichts von leeren Versprechungen halte: »Das Verfahren ist auf Landesebene beendet. Das ist jetzt eine Entscheidung der drei Räte in Schloß Holte-Stukenbrock, Hövelhof und Augustdorf.« Hier werde es zunächst um den Flächennutzungsplan und dann um das Bebauungsplanverfahren gehen – in beiden Verfahren werde die Öffentlichkeit beteiligt.

Geschäftsführer spricht von »guten Gesprächen«

Olaf Junker, Geschäftsführer der Gewerbepark Senne GmbH, sagte, von den 53 Hektar Planfläche seien bisher zehn im Besitz der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock: »Mit anderen Eigentümern sind wir in guten Gesprächen und ich gehe davon aus, dass wir bis zum Spätsommer eine gehörige Anzahl an Flächen erworben haben werden. Mit den sechs Besitzern, die nicht verkaufen wollen, haben wir bewusst noch nicht gesprochen, sondern uns zunächst auf diejenigen konzentriert, die gesprächsbereit sind. Wenn wir von den angestrebten 53 Hektar 34 bekommen würden, könnte man da ein vernünftiges Plangebiet draus machen.«

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