Di., 15.05.2018

Marstall wird für 410.000 Euro zur Kulturscheune umgebaut Alles muss raus

Hövelhof (WB/al). Ein wenig Wehmut schwang mit, als rund 20 Helfer der KJG, der Messdiener und eine Abordnung der Reitergruppe der Hövelhofer Schützen anrückten, um den Marstall komplett auszuräumen. Damit ist auch die Muh-Bar Geschichte, Treffpunkt von vielen in der katholischen Pfarrgemeinde aktiven Jugendlichen.

Doch bereits in dieser Woche entsteht etwas Neues: Der Umbau zu einer Kulturscheune beginnt.

»Es ist schon erstaunlich, was man beim Ausräumen da so alles gefunden hat; uralte Stühle, Wäscheständer, Weihnachtsbaumkugeln, Tische und vieles mehr« zählt Corinna Vullhorst, Pfarrleiterin der KJG, auf. Teile des Mobiliars der Muh-Bar und die selbst gebaute Theke mussten auseinandergebaut werden. »Das ist für uns ein schwerer Schritt. Immerhin sind wir mit der Muh-Bar groß geworden«, sagen Lea Witt und Katharina Bröckling vom Messdienerleitungsteam. Allerdings bleibt die Frontseite der Theke erhalten. »Die heben wir auf jeden Fall auf«, betont Lea Witt. Sorgsam getrennt wird der Sperrmüll in Containern entsorgt. Andere Gegenstände werden für die Dauer des Umbaus eingelagert.

Marstall weiterhin im Besitz der Pfarrgemeinde

Der Marstall entstand im 19. Jahrhundert als Scheune in Fachwerkbauweise und gehört unverkennbar zum Ensemble des Jagdschlosses. »Der Marstall befindet sich im Besitz der Pfarrgemeinde und wird dies auch bleiben«, berichtet Gemeindereferent Bertold Filthaut. Er ist weitgehend in originaler Konstruktion erhalten und steht unter Denkmalschutz. Zuletzt wurde er überwiegend als Lager oder Aufenthaltsraum genutzt: Die rund 30 Qua­dratmeter große Muh-Bar verfügte nicht über Toiletten und Heizung.

Um das Gebäudeensemble aus Jagdschloss und Nebengebäuden langfristig zu erhalten, wurde ein Konzept entwickelt. Mit der öffentlichen Bücherei entsteht bereits etwas Neues. Auch die anderen Teile des Ensembles sind saniert worden. Der historische Charakter des Marstalls soll erhalten bleiben. Im Innenraum werden einzelne Gefache entfernt, um einen etwa 90 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum zu schaffen. Künftig können dort dann Lesungen, Ausstellungen oder Konzerte stattfinden. Auch der Jugendtreffpunkt der Pfarrgemeinde wird erhalten bleiben. »Wir werden auch andere kirchliche Gruppen in die Nutzung einbinden«, sagt Filthaut.

Die Umbaukosten sind mit rund 410.000 Euro kalkuliert, wovon aus Fördertöpfen der Städtebaus 70 Prozent gezahlt werden. 30 Prozent trägt die Gemeinde. Nach der Sanierung des Marstalls wird der Schlossgarten hergerichtet.

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