Fr., 01.06.2018

Rieger und Hövelhofer feiern gemeinsam an der Junkernallee Statt der Lücke eine Brücke

Da war der Jubel groß in Hövelhof und Riege: Die neue Brücke über die Ems hielt am Freitagabend dem Belastungstest stand, als sich die Besucher der kleinen Eröffnungszeremonie auf dem im März installierten Bauwerk versammelten.

Da war der Jubel groß in Hövelhof und Riege: Die neue Brücke über die Ems hielt am Freitagabend dem Belastungstest stand, als sich die Besucher der kleinen Eröffnungszeremonie auf dem im März installierten Bauwerk versammelten. Foto: Jörn Hannemann

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). »Statt der Brücke eine Lücke« titelte das WV, als 2010 plötzlich die Brücke an der Junkernallee abgerissen worden war. Seit März ist der Weg zwischen Riege und Hövelhof wieder komplett – mit einem Brückenfest wurde das neue Bauwerk über die Ems am Freitag auch offiziell eingeweiht: Statt der Lücke gibt’s jetzt wieder eine Brücke.

Einer, der sich darüber ganz besonders freut, ist Manfred Wiethoff. Inoffiziell wird er augenzwinkernd als »Bürgermeister von Riege« bezeichnet und wohnt ganz am Anfang der Junkernallee. Ihn holte Bürgermeister Michael Berens im Dezember 2010 auch zu einem Ortstermin an der abgerissenen Brücke dazu. Auch bei zahlreichen Gerichtsterminen, die dem Abriss folgten, war der 79-Jährige mit dabei.

Wiethoff: »Da hat schon keiner mehr dran geglaubt«

Nur den Aufbau der neuen Brücke fast acht Jahre später, dieses Jahr im März, verpasste Manfred Wiethoff aufgrund eines ungeplanten Reha-Aufenthalts. Umso glücklicher war der Rieger, dass er am Freitag beim Brückenfest wieder putzmunter mit dabei sein konnte. »Ich bin in den vergangenen Jahren so oft angesprochen worden, es hat ja schon kaum mehr jemand daran geglaubt, dass der Weg irgendwann wieder komplett nutzbar sein und eine neue Brücke kommen würde«, sagte Wiethoff. »Der Bürgermeister und das Bauamt haben da tolle Arbeit geleistet und auch in der Politik haben alle an einem Strang gezogen.«

Mühlsteine mit pinker Farbe besprüht – Bauhof hilft

Einen wahren »Feuerwehreinsatz« musste am Freitagmorgen allerdings noch das Team des Hövelhofer Bauhofes meistern: In der Nacht hatte ein Unbekannter die erst vergangene Woche aufgestellten Mühlsteine, das Kunstwerk von Ernst Dunschen , pink angestrichen. Zum Glück war der Marmor speziell vorbehandelt, so dass sich die pinke Farbe gut wieder entfernen ließ und die Mühlsteine zur Brückeneröffnung am Abend wieder weiß glänzten.

Abordnungen aus Hövelhof und Riege machten sich zeitgleich von der Ramselstraße und der Indus­triestraße aus mit musikalischer Unterstützung der Blaskapelle und des Spielmannszuges auf den Weg und trafen sich an der neuen Brücke.

Mehr als »sieben dunkle Jahre« überstanden

Bürgermeister Michael Berens zitierte den Karat-Hit »Über sieben Brücken musst Du gehn« und erinnerte daran, dass in Sachen Junkernallee tatsächlich mehr als die dort besungenen »sieben dunklen Jahre« überstanden werden mussten, bevor die Verbindung zwischen den Orten wieder hergestellt werden konnte.

Bürgermeister dankt zahlreichen Helfern

Er dankte allen, die dazu beigetragen haben, dass die neue Brücke errichtet werden konnte, unter anderem dem Vermessungsrat des Kreises, vielen alt eingesessenen Riegern wie Anton und Egon Spieker, die mit ihren Erzählungen bei der Beweisführung vor Gericht geholfen hatten, aber auch den Mitarbeitern seines Bauamtes: »Sie haben alles dafür getan, dass zum heutigen Brückentag alles rechtzeitig fertig wurde.«

Und so gibt es wohl nur eine Gruppierung, die traurig ist, dass die Wegeverbindung wieder hergestellt ist, merkte Dorfschul-Museumsführer Manfred Schneider augenzwinkernd an: »Wenn ich Schulkinder aus Hövelhof zum Museumsbesuch in Riege abgeholt habe, sind die in den vergangenen Jahren immer durch die Ems gewatet. Das war ein Riesenspaß.« Aber auch jetzt könnte der Weg ja statt über die Brücke auch weiterhin noch durchs Wasser führen. Es ist jedenfalls keine Brückenbenutzungspflicht angeordnet...

Kommentare

Kretik bzw. Anregung

Als Bürger von Riege freut es auch mich, das die neue Brücke fertig ist und somit die Junkernallee wieder durchgängig von Radfahrern und Spaziergängern genutzt werden kann.
Schade ist nur, dass Sie auch vielfach von Quadfahrern und Motorradfahrern genutzt wird, obwohl der größte Teil im Naturschutzgebiet liegt. Bei Spaziergängen meinerseits konnte ich in Gesprächen mit anderen Spaziergängern und Radfahrer ( bzw. Bürgern von Riege und Hövelhof ) feststellen, das diese sich dadurch sehr gestört fühlen.Hier sollte meines Erachtens von Seiten der Gemeinde dafür gesorgt werden, das die Junkernallee aus Riege kommend ab Kreuzung Ramselstrasse durch Sperrschilder für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt wird. ( ausgenommen Anwohner sowie Forst und Landwirtschaft.)
Desweiteren sollten Hundebesitzer durch entsprechende Schilder auf den Leinenzwang hingewiesen werden.

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