Grüne-Politikerin Brems fordert Gewährung von Weidetierprämien
Schäfer haben es nicht leicht

Hövelhof (WB). »Schäfer werden hierzulande irgendwann aussterben«, befürchtet Schäfermeisterin Renate Regier, Leiterin der Heidschnuckenschäferei in Hövelhof. Der Beruf setzt neben fundierter Ausbildung nämlich so manches voraus, was junge Leute offenbar abschreckt, heutzutage Schäferin oder Schäfer zu werden.

Dienstag, 03.07.2018, 05:51 Uhr aktualisiert: 03.07.2018, 06:01 Uhr
Wibke Brems (links), Landtagsabgeordnete aus Gütersloh und Vorsitzende der Grünen in Ostwestfalen, sowie Norika Creuzmann (rechts), Kreisvorsitzende der Grünen, informierten sich am Montag in der Heridschnuckenschäferei in Hövelhof und bekamen Informationen aus erster Hand von Schäfermeisterin Renate Regier (vorn) sowie (hinten von links) Wolfgang Scholle, Peter Rüther und Bernhard Troja, hier gemeinsam auf einem riesigen Stapel Schnuckenwolle. Für die gelagerten 1,3 Tonnen Wolle gibt es nur 130 Euro. Foto: Spies
Wibke Brems (links), Landtagsabgeordnete aus Gütersloh und Vorsitzende der Grünen in Ostwestfalen, sowie Norika Creuzmann (rechts), Kreisvorsitzende der Grünen, informierten sich am Montag in der Heridschnuckenschäferei in Hövelhof und bekamen Informationen aus erster Hand von Schäfermeisterin Renate Regier (vorn) sowie (hinten von links) Wolfgang Scholle, Peter Rüther und Bernhard Troja, hier gemeinsam auf einem riesigen Stapel Schnuckenwolle. Für die gelagerten 1,3 Tonnen Wolle gibt es nur 130 Euro. Foto: Spies

Getragen wird die Heidschnuckenschäferei am Rande der Senne vom Verein Biologische Station Kreis Paderborn-Senne mit Sitz in Delbrück-Ostenland. Angesichts der Nachwuchsprobleme, die der Stand der Berufsschäfer hat, freut sich Peter Rüther als Geschäftsführer der Biostation, »dass wir jetzt das Glück hatten, dass sich eine junge Schäferin auf unsere Stellenausschreibung gemeldet hat. Zum 1. September tritt Paula Südhaus bei uns ihren Dienst an.«

Falsche Vorstellungen über den Schäferalltag

Anlässlich eines Besuches von Wibke Brems, Landtagsabgeordnete aus Gütersloh sowie Vorsitzende der Grünen in OWL, sagte Rüther am Montagnachmittag, die Heidschnuckenschäferei habe schon seit einiger Zeit die Ausbildungsstelle, die sie bieten kann, nicht mehr besetzen können, weil sich einfach niemand dafür gemeldet hat. Es sei aber auch schon vorgekommen, dass manche Kandidaten, die es gab, die begonnene Ausbildung abgebrochen haben.

Sie waren mit einer falschen Vorstellung gekommen, wie so ein Schäferalltag aussieht. Der ist anstrengend und dauert bisweilen deutlich länger als ein typischer acht-Stunden-Job. »Eine große Heidschnuckenherde zu hüten, ist eben weitaus mehr, als sich nur am Schäferstock festzuhalten«, weiß Renate Regier, die nach wie vor von ihrem Kollegen Schäfermeister Marlus »Max« Laabs unterstützt wird. Beide sind schon seit Jahrzehnten im Beruf.

Heidschnucken auf dem Truppenübungsplatz Senne. Die Anrainer-Kreise fördern die Biologische Station und deren Schäferei.

Heidschnucken auf dem Truppenübungsplatz Senne. Die Anrainer-Kreise fördern die Biologische Station und deren Schäferei.

Ausgelegt ist der Personalschlüssel in der Heidschnuckenschäferei auf zwei Stellen. Durch die Einstellung der 25-jährigen Schäferin Paula Südhaus werden sich die Stellenanteile verschieben; insgesamt bleibt es aber bei zwei Stellen. Die junge Frau wird in eine derzeit leerstehende Wohnung der Schäferei an der Sennestraße einziehen.

Beim Treffen mit Wibke Brems ging es am Montag ferner um die Forderung der Grünen im NRW-Landtag nach einer Weidetierprämie für Schäfer. Deswegen wollte sich Brems in Hövelhof Informationen aus erster Hand holen.

 

Herde zählt 1100 Tiere

Peter Rüther sowie die beiden Aufsichtsräte der Biologischen Station, Wolfgang Scholle und Bernhard Troja, wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich bei der Heidschnuckenschäferei um einen Sonderfall handle. Es müsse Berücksichtigung finden, dass die aktuell 1100 Tiere umfassende Herde gehalten werde, um durch die Beweidung von Heideflächen in der Senne, hauptsächlich auf dem Truppenübungsplatz, sowie in geringerem Maße auch in Naturschutzgebieten die außergewöhnlich große Artenvielfalt in Fauna und Flora zu erhalten.

Hemmnisse zur Gewährung von Prämien bestünden unter anderem aufgrund bestehender Vorschriften.

»Die Arbeit, die Schäfereien leisten, sollte höher wertgeschätzt und besser unterstützt werden«, bemerkte Wibke Brems. Peter Rüther ergänzte, die Heidschnuckenschäferei arbeite seit Jahren defizitär. »Das Land NRW und die NRW-Stiftung gewähren zwar finanzielle Unterstützung – allerdings aus anderen Fördertöpfen.« Eine Weidetierprämie würde mithelfen, dass die Heidschnuckenschäferei finanziell besser über die Runde kommen könne.

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