Sa., 07.07.2018

Verler Bürgermeister stellt geplante Verbindung über TWE-Trasse im Ausschuss vor Hövelhof springt auf den Zug auf

Der Hövelhofer Bahnhof könnte für die autonom fahrenden Züge aus Richtung Verl Endstation sein. Mit der Sennebahn geht es von hier aus sowohl nach Paderborn als auch nach Bielefeld.

Der Hövelhofer Bahnhof könnte für die autonom fahrenden Züge aus Richtung Verl Endstation sein. Mit der Sennebahn geht es von hier aus sowohl nach Paderborn als auch nach Bielefeld. Foto: Jörn Hannemann

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Das Projekt »Zukunftsbahn OWL« elek­trisiert Verl und Hövelhof gleichermaßen. Am Donnerstag stellte Verls Bürgermeister Michael Esken die Idee erstmals der Hövelhofer Politik vor und war Gastreferent im Haupt- und Finanzausschuss.

Wie das WV bereits mehrfach berichtete, gibt es die Idee, Verl und Hövelhof über die alte, 12,6 Kilometer lange TWE-Trasse mit autonom fahrenden kleinen Zügen zu verbinden. Der Plan stammt von Michael Esken, der auch bereits Mitstreiter (unter anderem den Streckenbetreiber Captrain/ehemals TWE, den Kreis Gütersloh, den Verkehrsverbund OWL und die FH Bielefeld) mit ins Boot geholt und erste Fördergelder beantragt hat. Trotz seines 21. Hochzeitstages ließ es sich der Verler Bürgermeister nicht nehmen, seine Leidenschaft für das Projekt auch nach Hövelhof zu tragen. Und auch Hövelhofs Gemeindeoberhaupt Michael Berens sagte in seiner Einführung, er hoffe auf diese »regelmäßige Verbindung zwischen den beiden Erfolgskommunen« und forderte seinen Amtskollegen auf: »Bringen Sie uns auf den Geschmack!«

Einstimmiges Votum im Haupt- und Finanzausschuss

Das tat Esken dann auch, und am Ende stand das einstimmige Votum der Ausschussmitglieder, das Projekt »Zukunftsbahn OWL« zu unterstützen und Bürgermeister Berens zu beauftragen, mit den möglichen Kooperationspartnern eine Vereinbarung sowohl in inhaltlicher als auch in finanzieller Hinsicht zu erarbeiten und diese Vereinbarung dann dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen.

Zunächst soll jetzt eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, denn Michael Esken machte deutlich: »Wir sind mit unserer Idee schon relativ weit, dennoch könnte das Projekt jederzeit noch kippen. Was ich Ihnen vorschlage, kostet Millionen, und ob es funktioniert, wissen wir noch nicht.«

Vieles muss noch untersucht und geprüft werden

So sei nicht nur der finanzielle Rahmen noch nicht abgesteckt, untersuchen müssen Experten auch, ob und wenn ja wie der geplante autonome Schienenverkehr und die zahlreichen die Trasse kreuzenden Straßen mit meist unbeschrankten Bahnübergängen (zum Beispiel Industriestraße) unter Sicherheitsaspekten in Einklang gebracht werden können.

Neisens: »Feuerwerk der Euphorie erlebt«

»Wir haben heute ein Feuerwerk der Euphorie erlebt und finden den Plan auch gut«, war CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Neisens beeindruckt von Eskens Vortrag. »Die Machbarkeitsstudie ist auf angemessenem finanziellen Niveau umsetzbar, diesen Schritt sollten wir gehen«, sagte Neisens.

Mario Schäfer (SPD) bezeichnete die Pläne als »modern, innovativ und toll« und erinnerte daran, dass die derzeitige Busverbindung (Linie 73) nach Verl besonders außerhalb der Schulzeiten »eine echte Herausforderung« und nicht optimal sei. Er bat darum, den Sicherheitsaspekt in den Zügen nicht außer Acht zu lassen: »Wenn kein Personal mitfährt, müssen die Passagiere sich trotzdem sicher fühlen, vielleicht durch Notknöpfe oder Kameras.«

André Klocksin (FDP) erkundigte sich, wer Betreiber der Bahn sein solle und wieso der Streckenbetreiber selbst nicht auf die Idee gekommen sei, die Trasse so zu nutzen. »Der Streckeninhaber Captrain, früher TWE, soll Betreiber werden. Das Unternehmen konnte die Pläne nicht selbst umsetzen, weil er keine Fördergelder bekommen hätte«, antwortete Michael Esken.

Möglicherweise ein Leuchtturmprojekt für eine ganze Region

Jörg Schlüter (Grüne) sagte, der Plan habe »das Potenzial, zu einem echten Leuchtturmprojekt in der Region zu werden.« An die CDU gerichtet meinte Schlüter: »Bei Themen wie Schule oder Klimaschutz ist die CDU Hövelhof ja nicht gerade dafür bekannt, auf bereits fahrende Züge aufzuspringen. Schön, dass das im Falle der Zukunftsbahn mal anders ist.«

Auch Michael Esken äußerte sich zufrieden über den Sitzungsverlauf: »Wenn man politisch etwas erreichen will, sind einstimmige Beschlüsse natürlich immer von Vorteil. Interkommunale Zusammenarbeit ist sicherlich auch ein Erfolgsrezept für die nächsten Jahre, ganz gleich, bei welchem Thema. Umgangssprachlich würde man jetzt wohl sagen mit dem Beschluss in Hövelhof: Läuft!«

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