Sa., 07.07.2018

Kredite für den Gewerbepark: Hövelhof muss für finanzschwachen Partner einspringen Augustdorf darf keine Bürgschaft übernehmen

Rund um die Paderborner Straße auf Stukenbrocker Gebiet sind nicht alle Anwohner einverstanden mit den Planungen und wollen ihre Flächen nicht verkaufen

Rund um die Paderborner Straße auf Stukenbrocker Gebiet sind nicht alle Anwohner einverstanden mit den Planungen und wollen ihre Flächen nicht verkaufen Foto: Meike Oblau

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Für das interkommunale Gewerbegebiet, an dem Hövelhof, Schloß Holte-Stukenbrock und Augustdorf beteiligt sind, muss die Gewerbepark Senne GmbH ein Darlehn in Höhe von 15 Millionen Euro aufnehmen. Bürgen dafür müssen jetzt aber Schloß Holte-Stukenbrock und Hövelhof alleine. Da sich die Gemeinde Augustdorf in der Haushaltssicherung befindet, hat ihr die Kommunalaufsicht des Kreises Lippe verboten, eine Bürgschaft für ihren Anteil in Höhe von 1,2 Millionen Euro zu übernehmen.

Für Hövelhof bedeutet das: Die Sennegemeinde muss nicht wie geplant für eine Summe von 4,8 Millionen Euro bürgen, sondern zusätzlich eine weitere Bürgschaft über 528.000 Euro übernehmen. Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens sagte im Haupt- und Finanzausschuss: »Das ist natürlich nicht so schön, in einem interkommunalen Gewerbegebiet mit einer Kommune arbeiten zu müssen, die finanziell dazu nicht in der Lage ist. Wir brauchen aber das Darlehn, um den Gewerbepark zustande zu bringen.«

Verärgerung in der Hövelhofer Politik

SPD-Ratsherr Mario Schäfer erinnerte daran, dass Hövelhof und Schloß Holte-Stukenbrock das interkommunale Gewerbegebiet kurz hinter der A33-Auffahrt eigentlich zu zweit geplant hatten, auf Drängen der Bezirksregierung aber Augustdorf als dritten Partner hätten dazu nehmen müssen: »Das ist sehr ärgerlich, wenn einem ein dritter Beteiligter aufgedrückt wird und man für den dann auch noch Bürgeschaftsanteile übernehmen muss.«

Um die Finanzierung der Gewerbepark Senne GmbH nicht zu gefährden, hält es die Hövelhofer Gemeindeverwaltung für »vertretbar und geboten«, anstelle von Augustdorf die anteilige Bürgschaft zusammen mit Schloß Holte-Stukenbrock zu übernehmen. »Die Haushaltssituation in Augustdorf war uns bekannt und die Bezirksregierung wollte Augiustdorf durch das Gewerbegebiet möglicherweise neue Einnahmen ermöglichen«, sagte Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens auf WV-Anfrage. »Eigentlich tragen aber alle an einer GmbH Beteiligten Risiken und Erfolge gemeinsam. Wir hatten die Hoffnung, dass der Kreis Lippe mitspielt und Augustdorf die Übernahme der Bürgschaft genehmigt, aber das war nicht der Fall.«

Beim Flächenerwerb »auf einem guten Weg«

Darüber hinaus sieht Berens den Gewerbepark auf einem guten Weg: »Wir sind zuversichtlich, einen Großteil der Flächen erwerben zu können, um dann Ende 2019 oder spätestens Anfang 2020 in die Vermarktung gehen zu können. Die Nachfrage ist gut.«

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