Do., 12.07.2018

Projekt in Hövelhof startet nach den Sommerferien Elternhaltestelle an der Kirchschule kommt

Einige Parkplätze an der Dr.-Sonnenschein-Straße werden nach den Ferien morgens zur »Elternhaltestelle«.

Einige Parkplätze an der Dr.-Sonnenschein-Straße werden nach den Ferien morgens zur »Elternhaltestelle«. Foto: Meike Oblau

Von Meike Oblau

Hövelhof (WB). Morgens um 8 ist die Welt an der Kirchschule nicht immer in Ordnung: Weil immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen und es dabei in den engen Straßen gelegentlich zu gefährlichen Situationen kommt, soll nach den Sommerferien eine so genannte Elternhaltestelle eingerichtet werden.

Fünf bis sechs Parkplätzen an der Dr.-Sonnenschein-Straße sollen als Elternhaltestelle ausgewiesen werden – das bedeutet: Hier darf man dann zwischen 7.30 und 8.30 Uhr nur noch kurzzeitig halten, um sein Kind aussteigen zu lassen. Damit soll verhindert werden, dass Autos bis direkt vor den Schuleingang oder in die Buswendeschleife hineinfahren oder auf Sperrflächen parken.

Nur die Kirchschule hat Bedarf angemeldet

Die SPD hatte vor einigen Monaten solche Elternhaltestellen vorgeschlagen. Parallel dazu habe sich auch die Kirchschule an die Gemeindeverwaltung gewandt, sagte Hauptamtsleiter Thorsten Langemeier. Die Kirchschule sei die einzige Schule in Hövelhof, die Bedarf an einer solchen Elternhaltestelle angemeldet habe: »Möglicherweise müssen wir, wenn die Buswendeschleife am Schulzentrum an der Sennestraße fertig umgebaut ist, dort nächstes Jahr auch nochmal genauer hinschauen. Aus eigener Anschauung weiß ich, dass es dort besonders mittags schwierig ist, wenn Eltern zwischen den Bussen manchmal in Zweierreihen parken«, schilderte Langemeier.

Die Leiterin der Kirchschule, Christine Kirchner, berichtete gegenüber dem WV, wie sich die Situation rund um die Dr.-Sonnenschein-Straße darstellt: »Vor Unterrichtsbeginn sind in den engen Straßen viele Autos unterwegs, Eltern fahren ihre Kinder direkt bis vor den Eingang, manche gehen sogar noch mit in die Schule. Gleichzeitig kommen andere Kinder mit dem Fahrrad dort entlang, wo die wieder anfahrenden Autos zurücksetzen müssen.«

Idee mit Eltern, Lehrern und Kindern besprochen

Die Einrichtung der Elternhaltestelle habe man in der Schulpflegschaft, aber auch im Schülerparlament besprochen: »Jetzt gilt es, auszuprobieren, ob diese Maßnahme Akzeptanz findet«, sagte Kirchner. Die Idee, einen größeren Platz auf dem Festplatz nahe des Altenheims als Elternhaltestelle einzurichten, sei wieder verworfen worden: »Dann müssten die Kinder immer noch die Straße queren, um zur Schule zu kommen, das möchten viele Eltern nicht.« Ein weiteres Projekt, der »Walking Bus«, bei dem Eltern Schülergruppen zu Fuß zur Schule begleiten, sei leider eingeschlafen, weil sich nicht mehr genügend Eltern für dieses Ehrenamt gefunden hätten.

Kirchner bestätigt, dass immer mehr Eltern Kinder mit dem Auto bringen: »Viele wollen ihre Kinder sicher im Blick haben, gerade Erstklässler-Eltern sind besorgt – bei einer ganzen Reihe hält das aber auch sehr viel länger an. Ich glaube, dass das auch daran liegt, dass man den Eindruck haben kann, dass heute mehr passiert als früher, seien es Unfälle oder Fälle, wo Kinder von Unbekannten angesprochen werden. Da gehen die Eltern auf Nummer sicher.«

Kommentar

Die Idee der Elternhaltestelle könnte die Lösung eines Problems sein, das gar nicht existieren müsste. Mal ehrlich: Wäre es nicht sinnvoller, den Schulweg mit seinen Kindern zu üben, sie nach einer gewissen Zeit allein loszuschicken und ihnen auch mal etwas zuzutrauen? So ein Verkehrschaos herrscht nun in Hövelhof nun auch nicht, dass man einem Achtjährigen nicht zutrauen könnte, heil über die Straßen zu kommen. Das Chaos verursachen die Eltern mit ihren Autos an der Kirchschule zum großen Teil selbst. Gut, dass die Gemeinde eingreift – aber schade, dass sie das überhaupt muss. Meike Oblau

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