Hövelhofer Firma Reme liefert im großen Stil an Ikea
Aufstieg dank Auszug

Hövelhof (WB). Auf. Zu. Auf. Zu. So geht das im Testraum der Hövelhofer Firma Reme. Metallauszüge für Schubladen werden bei Reme gebaut, hauptsächlich für Ikea. Und bevor die ausgeliefert werden, müssen ausgewählte Teile den »Stresstest« bestehen: 30.000 Mal wird eine befüllte Schublade innerhalb von zwei Tagen automatisch geöffnet und wieder geschlossen.

Mittwoch, 18.07.2018, 08:00 Uhr
Drei Generationen in einer Firma: Bruno, Jürgen und Max Meier (Dritter bis Fünfter von links) sowie Andreas Wimbert (rechts) zeigten Bürgermeister Michael Berens (links) und Wirtschaftsförderer Thomas Westhof auch den werkseigenen Testraum. Foto: Meike Oblau
Drei Generationen in einer Firma: Bruno, Jürgen und Max Meier (Dritter bis Fünfter von links) sowie Andreas Wimbert (rechts) zeigten Bürgermeister Michael Berens (links) und Wirtschaftsförderer Thomas Westhof auch den werkseigenen Testraum. Foto: Meike Oblau

In diesem Jahr besteht die Firma Reme seit 30 Jahren. Auf und zu – das passt auch zur Firmengeschichte. »Wir haben durchaus Höhen und Tiefen erlebt«, gibt Firmengründer Bruno Meier offen zu. Doch als sich Anfang der 2000er Jahre so etliche Türen schlossen, weil China nach Angaben von Meier »den europäischen Markt mit Dumpingpreisen für Metallauszüge überrollte«, da öffnete sich sozusagen in Schweden eine neue Tür. Mit Ikea meldete sich einer der »Big Player« der Möbelbrache, und Meiers setzten in der größten Krise alles auf eine Karte: »Binnen weniger Monate haben wir neue Maschinen konstruiert, Ikea war begeistert von unserer Flexibilität und belohnte unser Engagement mit langfristigen Verträgen«, sagt Bruno Meier. »Ikea hat damals erkannt, dass wir in der Lage sind, die richtige Technik selbst zu bauen und wir sind sehr stolz darauf, was unser betriebseigener Maschinen- und Werkzeugbau alles auf die Beine stellt«, lobt der Seniorchef.

Ja zu Bauplänen

Nach den Mitgliedern des Hövelhofer Bau- und Umweltausschusses hat auch der Rat den Bauplänen der Firmen Reme und Rennerich zugestimmt. Wie berichtet wollen beide Unternehmen erweitern und ihre Gebäude durch eine geschlossene Brücke über den Hallerbach verbinden. Grund dafür ist, dass beide Unternehmen auf einen gemeinsamen großen Auftrag hoffen, im Zuge dessen dann von beiden Firmen produzierte Teile zusammen verpackt und verschickt werden müssten.

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Seit 2007 liefert Reme die Komplement-Auszüge für Ikea und begann mit weiteren Entwicklungen von Unterflurauszügen. »Wer heute bei Ikea Schlafzimmermöbel kauft, in denen Auszüge verbaut sind, der kann nahezu weltweit sicher sein, dass in den Möbeln ein Stück Hövelhof steckt«, sagt Bruno Meiers Sohn Jürgen, der ebenfalls zur Geschäftsführung bei Reme gehört. Seit Kurzem steht auch die dritte Generation in den Startlöchern: Jürgen Meiers Sohn Max wird nach dem Abitur ein BWL-Studium beginnen und den Praxisteil im Familienunternehmen absolvieren.

Parallel zu Reme ist Jürgen Meier auch Geschäftsführer der Firma Rennerich. Beide Firmen zusammen planen in diesem Jahr einen Umsatz von 70 Millionen Euro. »Wir werden weiter investieren, das Umsatzziel liegt in den kommenden Jahren bei 100 Millionen Euro«, gibt Bruno Meier eine neue Zielmarke an. Wachstumspotenzial sieht der 78-Jährige dabei vor allem noch im Ausland, zum Beispiel in den USA, Russland oder Indonesien.

In diesem Jahr wird Reme zwei neue Fertigungsstraßen in Betrieb nehmen – und über das neueste Projekt informierten sich im Rahmen eines Unternehmensbesuchs jetzt auch Bürgermeister Michael Berens und Wirtschaftsförderer Thomas Westhof. Wie berichtet möchten Reme und Rennerich jetzt auch baulich zusammenwachsen, um ein gemeinsames Projekt zu realisieren (das WV berichtetet). Geplant ist eine Verbindung über den Hallerbach (siehe Kasten).

Aktuell beschäftigt Reme 220 Mitarbeiter und stellt täglich mehr als 200.000 Metallauszüge her. 70 Prozent des Umsatzes macht das Hövelhofer Unternehmen, das verschiedene Standorte rund um die Industriestraße betreibt, mit Ikea. Wenn es überhaupt derzeit ein Problem gibt, dann, die richtigen Mitarbeiter zu finden. »Fachkräftemangel ist in der Tat auch bei uns ein Thema«, bestätigt Bruno Meier. Es sei sehr schwierig, Personal zu finden. Azubis werden in der Regel sofort übernommen. Wer einen neuen Mitarbeiter vermittelt, bekomme sogar eine Prämie.

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