Hövelhofer beklagen schlechten Zustand vieler Gemeindestraßen
»Es wird immer nur notdürftig geflickt«

Hövelhof (WB). Der Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt , in dem die »sehr geringen Investitionen ins Straßennetz« in Hövelhof als »auffällig« bezeichnet wurden, sorgt für Diskussionen. Zahlreiche Leser haben sich in der WV-Redaktion gemeldet. Viele möchten anonym bleiben. Zu denen, die mit ihrem Namen zur Kritik an den Zuständen der Gemeindestraße stehen, gehören die Anwohner der Bachstraße.

Donnerstag, 09.08.2018, 08:00 Uhr
Risse und Schlaglöcher zieren den Asphalt, ein Gehweg fehlt an der Bachstraße ganz. Daniel Meier (vorne), Daniel Straub sowie Thomas und Sabine Aulbur (hinten von links) verstehen nicht, warum die Straße nicht ausgebaut wird. Foto: Jörn Hannemann
Risse und Schlaglöcher zieren den Asphalt, ein Gehweg fehlt an der Bachstraße ganz. Daniel Meier (vorne), Daniel Straub sowie Thomas und Sabine Aulbur (hinten von links) verstehen nicht, warum die Straße nicht ausgebaut wird. Foto: Jörn Hannemann

Thomas und Sabine Aulbur sowie ihre Nachbarn Daniel Meier und Daniel Straub sind genervt: Seit Ewigkeiten sei die Bachstraße eine Baustraße, obwohl die Gemeinde bereits vor Jahren teilweise fünfstellige Summen als Vorauszahlung für einen anstehenden Ausbau der Straße von den Anwohnern kassiert habe, schildert Thomas Aulbur. »Wir wissen, dass dieses Problem nicht nur bei uns in der Bachstraße besteht und sind froh, dass die Kritik am Zustand der Hövelhofer Straßen jetzt durch die Gemeindeprüfungsanstalt auch mal von offizieller Stelle kommt.«

Kaputte Autos durch tiefes Schlagloch

Direkt gegenüber seines Hauses steht eine Warnbake. Sie verdeckt ein tiefes Schlagloch. »Da haben sich schon zwei Leute ihre Autos drin kaputt gefahren«, erzählt Sabine Aulbur. Gepflasterte Fußwege gibt es in der Bachstraße nicht, dafür unbefestigte Banketten, zahlreiche Löcher und Risse im Asphalt und nach Regenschauern riesige Pfützen. »Das wird alles immer mal wieder geflickt und notdürftig ausgebessert, aber es ist und bleibt eben eine Baustraße«, sagt Thomas Aulbur. Am Grünen Weg und an der Brandtstraße sähe es kaum besser aus. Anrufer beklagten gegenüber dem WV zudem den Zustand vieler weiterer Straßen wie der Ramselstraße oder der Detmolder Straße.

Mehrheit der Anwohner wünschte 2015 keinen Ausbau

Daniel Straub sagt: »Ich bin seit zehn Jahren Hövelhofer und ich bin es auch gerne. Natürlich bewegt der Bürgermeister hier was – aber er vernachlässigt auch vieles und verliert einiges aus den Augen.« Den fehlenden Willen, Straßen zu sanieren, werfe er nicht dem Bauamt vor, sagt Daniel Meier: »Dort hatte man Ideen, wie man unsere Straße gestalten und ausbauen könnte und hat auch die Notwendigkeit gesehen.« Das sei bei anderen Straßen in der Sennegemeinde vermutlich nicht anders. An der Bachstraße hatte sich in einer Befragung der Verwaltung im Juni 2015 aber eine Mehrheit der Grundstücksbesitzer aus finanziellen Gründen gegen einen Endausbau ausgesprochen, obwohl es aus dem Rathaus hieß, die Straße sei von der Bausubstanz her nicht für einen dauerhaften Gebrauch ausgelegt.

Das WV hatte am Dienstag im Rathaus nachgefragt, welche Gemeindestraßen in absehbarer Zeit saniert oder endausgebaut werden sollen und ob es dazu einen Zeitplan oder eine Prioritätenliste gebe. Bürgermeisterstellvertreterin Petra Schäfers-Schlichting teilte mit, dass es gerade in der Urlaubszeit nicht möglich sei, so kurzfristig auf eine Presseanfrage zu antworten. Bei Beschwerden stünden die Türen im Rathaus den Anwohnern aber offen.

GPA empfiehlt ein Konzept zu Straßenunterhaltungsmaßnahmen

Die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) hatte in ihrem in der Ratssitzung am 12. Juli vorgestellten Bericht deutlich auf den Zustand der Gemeindestraßen hingewiesen. Der Wert des Hövelhofer Straßenvermögens habe sich innerhalb der vergangenen sieben Jahre um geschätzt 4,7 Millionen Euro reduziert, heißt es in dem Bericht. Die GPA wies auf das »Risiko von Sanierungs- und Investitionsstaus« hin. Zudem hieß es, die Gemeinde habe die alle fünf Jahre vorgeschriebene Straßeninventur seit 2008 nicht mehr durchgeführt. Daher gebe es in Hövelhof auch »keine konkrete Auswertung zur Altersstruktur des Straßenvermögens«. Die GPA empfiehlt der Verwaltung, ein »Konzept mit nachhaltigen Straßenunterhaltungs- und Investitionsmaßnahmen zu erarbeiten.«

Kommentare

Anonym  schrieb: 10.08.2018 10:38
Welche Straßen sind nicht betroffen?
Dieses Problem zieht sich durch fast alle Straßen in Hövelhof. Angefangen mit den Haupstraßen die teils gepflastert / asphaltiert sind und keineswegs für den beruf und Nutzverkehr ausgelegt sind. Die Nebenstraßen i.d. Wohngebieten sehen nicht besser aus. Auch ich habe mir bereits eine Felge krum gefahren, da ich nachts ein Schlagloch übersehen habe.
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