Fr., 31.08.2018

Tödlicher Zusammenstoß auf A-33-Brücke: Prozess am 15. Oktober Unfallfahrer kommt vor Gericht

Nach dem Unfall untersuchen (von links) Sachverständiger Uwe Hagemann und die Hauptkommissare Karsten Leining und Manuela Handwerk im Mai 2017 die Autobahnbrücke am Lippstädter Weg.

Nach dem Unfall untersuchen (von links) Sachverständiger Uwe Hagemann und die Hauptkommissare Karsten Leining und Manuela Handwerk im Mai 2017 die Autobahnbrücke am Lippstädter Weg.

Von Meike Oblau

Hövelhof/Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Fast anderthalb Jahre nach dem Unfall auf der A33-Brücke am Lippstädter Weg, bei dem am 20. Mai 2017 eine 66-jährige Hövelhoferin getötet und ihre Enkelin lebensgefährlich verletzt worden war, steht der Prozesstermin fest: Am Montag, 15. Oktober, muss sich der Unfallverursacher vor dem Bielefelder Amtsgericht verantworten.

Wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, ist der 57-Jährige, der wie die Unfallopfer aus Hövelhof stammt, wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge, wegen Trunkenheit am Steuer und wegen Unfallflucht angeklagt. Man gehe nach aktuellem Stand davon aus, dass am 15. Oktober auch das Urteil gesprochen werden könne, hieß es.

Auswertung des Navigationsgerätes dauerte lange

Nach Angaben der Bielefelder Staatsanwaltschaft hatte sich das Verfahren in den vergangenen Monaten ungewöhnlich lange hinausgezögert, da die Auswertung von Spuren und Beweisen viel Zeit in Anspruch genommen hatte. Dabei sei es insbesondere um die Auswertung des Navigationsgeräts im Unfallauto gegangen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Der Unfall hatte sowohl in Stukenbrock als auch besonders in Hövelhof, von wo sowohl die Opfer als auch der Angeklagte stammen, große Anteilnahme ausgelöst. Nach Polizeiangaben hatten die 66-jährige Frau und ihre zehnjährige Enkelin damals eine Radtour unternommen und nachmittags auf der Autobahnbrücke am Lippstädter Weg gestanden, als sie von einem Ford Pick-Up erfasst wurden. Vermutlich hatten sie dort angehalten, um den Autofahrern unten auf der Autobahn zuzuwinken.

Fahrer offenbar betrunken und zu schnell unterwegs

Der offenbar betrunkene Fahrer, der nach Angaben von Sachverständigen außerdem zu schnell unterwegs gewesen sein soll, sei schon vor dem Unfall auf die Gegenfahrbahn geraten, dort beinahe mit einem entgegenkommenden Wagen zusammengestoßen und habe gegengelenkt. Insassen des anderen Wagens, der ausweichen konnte, sind Zeugen des schlimmen Unfalls.

Durch das Ausweichmanöver erfasste der Pick-Up des jetzt angeklagten Hövelhofers die beiden Radfahrerinnen, die beide einen Helm trugen. Offenbar durch die Wucht des Zusammenstoßes war eines der beiden Fahrräder sogar auf die unter der Brücke liegende Autobahn geflogen.

Enkelin kam mit dem Hubschrauber in die Klinik

Der Autofahrer war in Richtung Alte Poststraße unterwegs gewesen und nach dem Zusammenstoß geflüchtet. Kurz nach dem Unfall prallte er allerdings gegen einen Baum und konnte so gefasst werden. Für die 66-jährige Frau, die er erfasst hatte, gab es keine Rettung mehr. Ihre Enkelin kam damals mit lebensgefährlichen Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Bielefeld.

Ein Großaufgebot an Rettern, darunter ein Notarzt aus Gütersloh, Rettungswagen aus Augustdorf, Hövelhof und Schloß Holte-Stukenbrock, etwa 30 Polizisten sowie Helfer der Freiwilligen Feuerwehr war im Einsatz gewesen. Ein Sachverständiger hatte Spuren am Unfallort untersucht, unter anderem, um zu klären, mit welcher Geschwindigkeit der Unfallwagen unterwegs gewesen sein könnte und ob die Radfahrerinnen ihre Räder zum Unfallzeitpunkt über die Brücke schoben oder auf der Brücke standen.

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