Mo., 15.10.2018

Staatsanwaltschaft lehnt Verständigung ab Tod auf Stukenbrocker A33-Brücke: Prozess gegen Unfallverursacher geplatzt

Bei dem schweren Unfall am 20. Mai des vergangenen Jahres auf der A-33-Brücke am Lippstädter Weg starb eine 66-jährige Hövelhoferin, ihre Enkelin wurde lebensgefährlich verletzt. Der Prozess wurde gestern überraschend ausgesetzt.

Bei dem schweren Unfall am 20. Mai des vergangenen Jahres auf der A-33-Brücke am Lippstädter Weg starb eine 66-jährige Hövelhoferin, ihre Enkelin wurde lebensgefährlich verletzt. Der Prozess wurde gestern überraschend ausgesetzt.

Von Meike Oblau

Hövelhof/Bielefeld (WB). Der Hövelhofer, der am 20. Mai des vergangenen Jahres auf der A-33-Brücke am Lippstädter Weg in Stukenbrock eine Radfahrerin bei einem Unfall tödlich und ihre Enkelin lebensgefährlich verletzt hatte, muss weiter auf sein Urteil warten. Der für Montag anberaumte Prozess ist geplatzt.

Im Vorfeld des Prozesses hatte es eine so genannte Verständigung, also Absprachen zwischen dem Gericht, der Staatsanwaltschaft sowie den Anwälten des Angeklagten und der Nebenkläger gegeben: Es wurde über das Strafmaß gesprochen. Die Staatsanwältin, die den Fall neu übernommen hatte, kannte diese Verständigung aber nicht und forderte schon zu Prozessbeginn eine höhere Strafe.

Daraufhin beantragte der Anwalt des Angeklagten die Aussetzung des Prozesses. Dem Antrag wurde stattgegeben. Möglicherweise wird das Urteil nun erst im kommenden Jahr fallen.

2,02 Promille im Blut

So fand am Montag lediglich die Verlesung der Anklageschrift statt. Der 57-jährige Hövelhofer soll am 20. Mai des vergangenen Jahres mit seinem Ford Ranger eine damals 66-jährige Frau und ihre Enkelin, die mit dem Rad auf der A-33-Brücke am Lippstädter Weg unterwegs waren, nach einem Ausweichmanöver erfasst haben.

Laut Anklageschrift wurde bei dem Hövelhofer, der nach dem Unfall einfach weitergefahren war, noch Stunden später ein Alkoholgehalt von 2,02 Promille im Blut nachgewiesen. Auch die beiden Opfer stammen aus der Sennegemeinde. Laut Staatsanwaltschaft hat die heute zwölfjährige Enkelin der Getöteten nach wie vor an den Spätfolgen des Unfalls zu leiden.

Die Richterin hatte ein Strafmaß von zwei bis zweieinhalb Jahren ohne Bewährung angekündigt und dies offenbar im Vorfeld auch im Rahmen der so genannten Verständigung mit den anderen Prozessbeteiligten abgesprochen. Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft ging dieses Strafmaß nicht weit genug, zudem sagte sie, sie kenne diese Absprachen nicht. Der Prozess wurde ausgesetzt.

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